Sportovni Noviny
+++ Sportzeitung für Tschechien +++

Spektakel in Bystrc: 3:3 zwischen FC Bystrc-Kninicky und FK Tachov

Es gibt Spiele, die man nach 90 Minuten kaum beschreiben kann, weil sie einfach alles bieten - Tore, Tempo, Taktik und ein bisschen Wahnsinn. Das 3:3 zwischen dem FC Bystrc-Kninicky und FK Tachov war genau so ein Abend. 31.297 Zuschauer im Bystrcer Stadion bekamen am 15. Spieltag der 1. Liga Tschechien ein Fußballstück zu sehen, das man wohl unter "unvorhersehbar, aber herrlich chaotisch" einordnen darf.

Schon nach vier Minuten lag der Ball zum ersten Mal im Netz - allerdings im Tor der Hausherren. Tachovs junger Mittelfeldspieler Holek Gedeon zog nach einem feinen Zuspiel von Lukas Kula aus gut 20 Metern ab und traf mit einem satten Schuss ins rechte Eck. "Ich habe einfach draufgehalten, der Ball wollte’s wohl wissen", grinste Gedeon nach dem Spiel.

Bystrc war zu diesem Zeitpunkt noch im Aufwärmmodus - und wurde prompt ein zweites Mal erwischt. In der 13. Minute schlenzte Jorge Mascarenhas den Ball nach Vorarbeit von Radoslav Svoboda zum 0:2 ins Netz. Die Tachov-Fans jubelten, die Heimfans seufzten, und Trainer Carsten Achenbach sah kurz so aus, als wolle er den Rasen persönlich umpflügen.

Doch dann passierte das, was Fußball so schön macht: Bystrc wachte auf. Nur zwei Minuten nach dem 0:2 verkürzte August Brun nach einer schönen Kombination über die linke Seite auf 1:2. "Wir mussten uns einfach mal erinnern, dass wir ja auch mitspielen dürfen", kommentierte Brun später trocken.

Die Gastgeber drückten weiter, und in der 27. Minute fiel der Ausgleich. Ole Arst, der Mann mit dem unerschütterlichen Selbstvertrauen, vollendete nach Vorarbeit von Kristofer Gulbrandsen zum 2:2. Das Stadion bebte, die Bierbecher flogen - und Tachovs Trainer Lars Larsen schüttelte an der Seitenlinie ungläubig den Kopf.

Doch wer dachte, es sei nun Zeit zum Durchatmen, irrte. Fünf Minuten später schlug Mascarenhas erneut zu. Nach einem langen Ball von Innenverteidiger Larry Wendell war der Portugiese zur Stelle und brachte Tachov mit seinem zweiten Treffer wieder in Führung. 3:2 stand es zur Pause - und die Zuschauer wussten kaum, wann sie mal hätten blinzeln dürfen.

In der Kabine muss Achenbach seinen Jungs eine Mischung aus Espresso, Wut und Motivation eingeschenkt haben. Denn nach dem Seitenwechsel spielte nur noch Bystrc. Mehr Ballbesitz (am Ende 54,7 Prozent), mehr Torschüsse (12:11) und deutlich mehr Herzblut. In der 54. Minute war es schließlich Rolando Maiera, der nach einem präzisen Pass von Carlos Fernandes den Ball ins lange Eck setzte. 3:3 - und noch über eine halbe Stunde zu spielen.

Danach lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Mascarenhas, nun müde vom Dauerlauf, wurde in der 60. Minute ausgewechselt, Finlay Catrall kam und verpasste in der 84. und 90. Minute knapp den Siegtreffer. Auf der anderen Seite scheiterte Ole Arst in der 80. Minute freistehend an Tachovs Keeper Zdenek Ctyroky, der mit einem fast schon artistischen Reflex rettete.

"Wenn wir noch fünf Minuten länger gespielt hätten, hätten wir’s wohl verloren - oder gewonnen. Wer weiß das schon", sagte Achenbach nach Schlusspfiff mit einem schiefen Lächeln. Sein Gegenüber Larsen sah das ähnlich: "Ein Punkt ist ein Punkt. Aber mein Puls hat jetzt Urlaub nötig."

Taktisch gesehen blieb Achenbach seiner offensiven Linie treu. Bystrc spielte von Beginn an mit vollem Einsatz, aber ohne übermäßiges Pressing - erst nach der Pause stellte man auf aktiveres Anlaufen um. Tachov hingegen hielt an seinem mutigen Offensivkonzept fest, wechselte aber in der Schlussphase auf lange Bälle und wildes Pressing - vermutlich inspiriert vom verzweifelten Blick des Trainers.

Am Ende fühlte sich das 3:3 an wie ein Sieg für die Zuschauer. Sechs Tore, zwei Doppeltorschützen, und kein Moment zum Durchatmen. Selbst der Stadionsprecher wirkte nach Abpfiff heiser, und ein kleiner Junge auf der Tribüne soll gefragt haben: "Papa, warum hören die auf? Das ist doch gerade spannend!"

Vielleicht die beste Zusammenfassung des Abends. Denn spannend war’s allemal. Und wenn der FC Bystrc-Kninicky und FK Tachov in dieser Form weitermachen, wird die 1. Liga Tschechien noch einige solcher Fußballfeste erleben.

Oder, um es in den Worten von Achenbach zu sagen: "Das war kein Spiel - das war ein Abenteuer mit Schienbeinschonern."

30.06.643987 04:42
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Ich habe es mir sehr genau überlegt und dann spontan zugesagt.
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