Football Today
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Spektakel an der Südküste: Southampton trotzt den Gunners ein 3:3 ab

49.442 Zuschauer im St. Mary’s Stadium bekamen am Samstagabend all das, was man sich als neutraler Fußballfan wünscht - Tore, Drama, einen Schiedsrichter mit gelber Karte im Anschlag und zwei Trainer, die abwechselnd zwischen Ekstase und Verzweiflung pendelten. Am Ende stand ein 3:3, das keiner so recht einordnen konnte: glücklich, verdient oder einfach verrückt?

Die London Gunners, unter der Leitung von Hubert Wetzel, begannen mit ihrer gewohnten offensiven Marschrichtung - und tatsächlich schien sie zunächst Früchte zu tragen. In der 28. Minute war es ausgerechnet Innenverteidiger Noe Fernandes, der nach einer Ecke wuchtig einköpfte. "Ich hab einfach den Kopf hingehalten, mehr war da nicht", grinste der 21-Jährige später, während Wetzel auf der Bank in Richtung seiner Stürmer murmelte: "So wird’s gemacht, Jungs."

Doch Southampton, angetrieben von Trainer Michael Böning, ließ sich nicht lange bitten. Nur sechs Minuten später bediente Billy Benett den flinken Jan Ovesen mustergültig, und der netzte trocken zum 1:1 ein. "Ich hab ihn einfach reingemacht, bevor ich’s mir anders überlege", sagte der 21-jährige Norweger mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Schalk und Stolz lag.

Zur Halbzeit stand es also 1:1 - und die Zahlen zeigten bereits, dass das Spiel völlig offen war. Der Ballbesitz: knapp zugunsten der Gunners (52 zu 48 Prozent). Die Torschüsse: 13 zu 12, also fast Gleichstand. Eine Partie auf Augenhöhe, nur dass beide Augen ständig in unterschiedliche Richtungen schielten.

Nach dem Seitenwechsel schien Wetzel den richtigen Ton getroffen zu haben. "Bleibt ruhig, aber schießt einfach öfter aufs Tor", soll er in der Kabine gesagt haben - was Humberto Varela offenbar wörtlich nahm. In der 51. Minute traf der Portugiese nach Pass von Luke Bloomfield - und nur drei Minuten später wieder, erneut auf Vorlage desselben Kollegen. 3:1 für London, und die Auswärtsfans sangen schon vom sicheren Sieg.

Böning indes stapfte an der Seitenlinie wie ein Mann, der gerade erfahren hat, dass sein Auto abgeschleppt wurde. Doch Southampton wäre nicht Southampton, wenn sie nicht noch ein Kapitel Chaos hinzufügen würden. In der 69. Minute drosch Gabriel Beecroft den Ball nach einem Abpraller kompromisslos ins Netz - 2:3, Anschluss hergestellt.

Nur fünf Minuten später war das Stadion endgültig ein Tollhaus: Gabri Yanez flankte butterweich, Ovesen stieg am höchsten - und köpfte zum 3:3 ein. "Ich hab kurz überlegt, ob ich köpfen oder mich feiern lassen soll - hab mich für beides entschieden", witzelte der Doppeltorschütze später.

Die letzten 15 Minuten waren dann ein einziger Nervenkrieg. Erst grätschte Kai Whitman zu rustikal und sah Gelb (79.), dann schickte Böning Matthew Finnan aufs Feld, um "etwas Ruhe reinzubringen" - was Finnan prompt mit einer eigenen Gelben in der Nachspielzeit beantwortete. Auf der Gegenseite hielt Bloomfield nach Foul an der Mittellinie ebenfalls den Karton (84.). Drei Karten, null Kontrolle.

Und doch: Es blieb beim 3:3. Beide Teams hätten den Siegtreffer erzielen können - Southampton mit Manuel Tiago, der in der 87. Minute freistehend über das Tor schoss ("Ich dachte, der Ball sei leichter", meinte er zerknirscht), und die Gunners mit Bent Johansson, der in der 90. Minute an Keeper Gabriel Clancy scheiterte.

Statistisch betrachtet war’s ein Spiegelbild: 12 zu 13 Torschüsse, 48 zu 52 Prozent Ballbesitz, 49,6 zu 50,3 Prozent Zweikampfquote - ein Spiel, das so ausgeglichen war, dass selbst die Statistiksoftware vermutlich kurz abstürzte.

Nach Abpfiff versuchte Gunners-Trainer Wetzel, den Punkt schönzureden: "Wir haben offensiv überzeugt, defensiv… naja, sagen wir, wir waren kreativ." Böning konterte trocken: "Kreativ waren sie, ja. Vor allem beim Verteidigen."

Im St. Mary’s verabschiedeten sich die Zuschauer schließlich mit einem Lächeln und der Gewissheit, Zeugen eines jener Spiele gewesen zu sein, die man seinen Enkeln erzählt - oder zumindest beim nächsten Pub-Besuch etwas ausschmückt.

Fazit: sechs Tore, zwei Doppeltorschützen, drei Gelbe Karten - und ein Gefühl, als hätte der Fußballgott beschlossen, an diesem Abend einfach beiden Seiten ein bisschen Spaß zu gönnen.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn jedes Unentschieden so aussieht, nehm ich die ganze Saison davon."

24.12.643990 06:51
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