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Spätes Tor, rote Karte, kalte Dusche - Speldorf siegt in Fellbach

Manchmal ist Fußball eine Tragikomödie. 4289 Zuschauer in der Fellbacher Arena bekamen am 11. Spieltag der Regionalliga C genau das geboten: eine Partie voller Einsatz, Emotionen - und einem Happy End für die Gäste aus Speldorf. Am Ende hieß es 0:1 aus Sicht von Falke Fellbach, und das trotz tapferer Leistung, neun Torschüssen und einem Coach namens Bond, James Bond.

Die Gastgeber starteten mutig, ja fast übermotiviert. Schon in der 5. Minute prüfte William Harrington den Speldorfer Keeper Stephan Karl mit einem Distanzversuch, der aber so zentral kam, dass Karl vermutlich kurz überlegte, ob er sich die Handschuhe überhaupt schmutzig machen sollte. "Der war warm zum Einschießen", grinste der Torwart später.

In der Anfangsphase schien Fellbach das Spiel im Griff zu haben. Nestor Serna wirbelte auf links, Maik Keil ackerte im Zentrum, und Niclas Schwarz verteilte die Bälle mit der Ruhe eines Schachspielers. Doch der Ball wollte einfach nicht über die Linie. "Wir hätten in der ersten halben Stunde führen müssen", schimpfte Trainer James Bond nach dem Spiel - und fügte mit einem ironischen Zwinkern hinzu: "Lizenz zum Treffen hatten wir heute leider nicht."

Dann kam die 56. Minute - und mit ihr der Wendepunkt. Guillermo Derlei, Fellbachs zentraler Mittelfeldmotor, sah nach einem übermotivierten Tackling glatt Rot. "Ich wollte nur den Ball", verteidigte er sich, während Mitspieler Timo Berger kopfschüttelnd meinte: "Vielleicht dachte er, der Ball sei ein Gegenspieler." Mit einem Mann weniger war für Falke plötzlich Schluss mit kontrolliertem Spielaufbau.

Speldorf, bis dahin eher zurückhaltend - 53 Prozent Ballbesitz, aber wenig Zwingendes -, witterte seine Chance. Der 35-jährige Routinier Timm Stumpf trieb das Spiel an, Rafael Jung startete einen seiner typischen Läufe über rechts, und in der 79. Minute fand er in Giulio Fili den dankbaren Vollstrecker. Fili schob aus kurzer Distanz ein - 0:1. Der Jubel im Speldorfer Block war ohrenbetäubend. "Ich hab’ nur den Fuß hingehalten", sagte Fili hinterher bescheiden, "aber den muss man auch erstmal hinhalten."

Fellbach stemmte sich in Unterzahl gegen die Niederlage. Nestor Serna zwang Karls Handschuhe in der 84. Minute zu einem letzten knallenden Geräusch, doch der Ball strich knapp über die Latte. Trainer Bond versuchte es mit Gesten von der Seitenlinie, die irgendwo zwischen Verzweiflung und Geheimagentenpose schwankten. "Da fühlt man sich schon wie auf einer Mission Impossible", seufzte er später.

Speldorf dagegen spielte die Schlussminuten mit einer Abgeklärtheit, die man eher in höheren Ligen vermutet hätte. "Wir wussten, dass sie kommen. Aber wir haben einfach den Ball laufen lassen", erklärte Trainer Jakob Meier, dessen Mannschaft am Ende nicht nur den Sieg, sondern auch die Geduld behielt.

Statistisch war’s ein Spiel auf Augenhöhe: Beide Teams mit neun Torschüssen, die Zweikampfquote nahezu ausgeglichen (50 zu 49 Prozent). Doch Fußball wird bekanntlich nicht nach Statistiken entschieden, sondern nach Toren - und da hatte Speldorf eben eins mehr.

Während die Speldorfer ausgelassen vor ihrem Fanblock feierten, schlich Fellbach enttäuscht vom Platz. Ein paar Fans applaudierten trotzdem, wohl wissend, dass die Mannschaft trotz Unterzahl nie aufgab. Maik Keil fasste es treffend zusammen: "Wenn du alles gibst und trotzdem verlierst, ist das bitter. Aber schlimmer wäre, wenn du gar nichts gibst."

Vielleicht war das die passende Lektion für den Abend. Einsatz allein reicht nicht immer - manchmal braucht man eben auch ein bisschen Glück, oder, wie James Bond es formulierte: "Ein Tor ist wie ein Agent - er kommt nur, wenn du ihn wirklich brauchst."

Und so bleibt das Fazit eines kalten Januarabends in Fellbach: viel Kampf, ein Platzverweis, ein spätes Tor - und die Erkenntnis, dass man selbst mit einem Trainer namens Bond keine Lizenz zum Siegen bekommt. Doch wer weiß: Beim nächsten Mal trifft vielleicht sogar der Geheimagent. Bis dahin bleibt Fellbach wohl das, was es an diesem Abend war - ein Team mit Stil, Herz und tragischem Timing.

15.05.643987 03:40
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