Außenseiter
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Später Treffer, späte Tränen - Pirmasens ringt Fürth 1:0 nieder

Es war einer dieser Abende in der Oberliga C, an denen man sich fragt, ob der Fußballgott gerade Kaffee holen war. 3.376 Zuschauer im Fürther Stadion froren sich am 26. Spieltag die Finger wund, nur um dann in der 86. Minute zu sehen, wie der Gast aus Pirmasens den einzigen Treffer des Spiels erzielte. 0:1 hieß es am Ende - ein Resultat, das nüchtern klingt, aber eine Menge Geschichten erzählt.

Beide Teams begannen mit unterschiedlichen Philosophien: Fürth, gewohnt ausgeglichen, wollte mit sicherem Passspiel und ruhigem Aufbau überzeugen. Pirmasens hingegen trat von Beginn an offensiv auf, als hätten sie die Kabinenrede von Trainerin Gudrun Schweitzer wörtlich genommen: "Wenn wir schon hier sind, dann holen wir uns auch was!" Und sie holten.

Bereits in der vierten Minute prüfte Pirmasens-Stürmer Alex Coviello den jungen Fürther Keeper Stephan Kurz - der 19-Jährige lenkte den Ball spektakulär über die Latte. Es war ein Vorgeschmack auf einen langen Abend für den Schlussmann, der gefühlt mehr Bälle abwehrte als der örtliche Golfclub an einem Sommertag. Coviello schoss weiter, in der 19., 20. und 34. Minute, als wolle er sich in die Schussstatistik eintragen - was ihm auch gelang, nur eben nicht in die Torschützenliste.

"Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", grinste Kurz nach dem Abpfiff, "aber solange der Ball nicht drin ist, ist alles gut." Nun ja - bis zur 86. Minute jedenfalls.

Da kam der Moment des Abends: Pirmasens’ Mittelfeldmann Kornej Babinow, bis dahin eher als Passverteiler unauffällig, sah auf der rechten Seite Nikolai Dotschew starten. Ein kluger Steckpass, ein kurzer Blick, ein präziser Schuss - und plötzlich stand es 0:1. Der Ball schlug unhaltbar flach im linken Eck ein, und die Fürther Fans stöhnten kollektiv auf. Selbst Trainer Schweitzer wirkte kurz überrascht, ehe sie breit grinste: "Wir haben’s uns verdient. Irgendwann muss man ja mal treffen, oder?"

Fürth hatte bis dahin durchaus mitgespielt - 46 Prozent Ballbesitz sind keine Schande, wenn der Gegner permanent anläuft. Doch die Fürther Angriffe verliefen meist im Sand, oder besser gesagt: im Pirmasenser Abwehrbollwerk. Die wenigen Chancen, etwa durch Friedrich Schütz (41.) oder Olav Kirsch in der Nachspielzeit, fanden ihren Meister in Pirmasens-Keeper Lucas Grantham, der mit 19 Jahren die Ruhe eines Tresors ausstrahlte. "Ich hab nur gemacht, was Torhüter so machen", meinte er später bescheiden - und grinste, als die Journalisten nachhakten: "Na gut, vielleicht ein bisschen mehr."

Die Statistik erzählte nach 90 Minuten eine klare Geschichte: 15 Torschüsse für Pirmasens, nur 5 für Fürth. Auch in den Zweikämpfen lag der Gast leicht vorn (54 zu 46 Prozent). Dass das Spiel trotzdem bis in die Schlussphase offen blieb, lag vor allem am beherzten Einsatz der Fürther Defensive - und an der Tatsache, dass Pirmasens lange Zeit eher kunstvoll am Tor vorbeizielte.

In der 39. Minute sah Pirmasens-Verteidiger Marcel Baer Gelb, nachdem er den enteilten Schütz rustikal stoppte - "Ball gespielt", behauptete Baer später, während Schütz nur die Augen verdrehte. In der 84. Minute revanchierte sich Fürths 18-jähriger Mittelfeldmann Marko Blume mit einer ähnlich ungeschickten Grätsche und kassierte ebenfalls Gelb. "Jugendlicher Überschwang", murmelte ein älterer Fan auf der Tribüne, "aber wenigstens zeigt der Junge Herz."

Nach dem Schlusspfiff schlichen die Fürther mit gesenkten Köpfen in die Kabine. Trainer (dessen Name der Verein zunächst nicht preisgab) fasste es trocken zusammen: "Wir wollten kompakt stehen und haben das auch getan - bis zur 86. Minute. Danach war’s halt nicht mehr so kompakt."

In Pirmasens hingegen herrschte ausgelassene Stimmung. Nikolai Dotschew, der Held des Abends, wurde von seinen Teamkollegen in die Luft geworfen. "Ich hab einfach draufgehalten", lachte er, "und diesmal war der Ball nett zu mir."

So endete ein Spiel, das weniger durch Spektakel als durch Beharrlichkeit glänzte. Fürth bleibt im Mittelfeld der Tabelle stecken, während Pirmasens mit diesem Auswärtssieg wieder leise von höheren Zielen träumen darf.

Und irgendwo auf der Pressetribüne summte einer leise: "Ein Tor macht den Unterschied." Manchmal ist Fußball eben doch ein sehr einfaches Spiel.

07.07.643993 04:23
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