Außenseiter
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Später Ausgleich rettet Berliner SC das 1:1 gegen Gerda GFC

Ein nasskalter Januarabend, Flutlicht über dem Mommsenstadion - und 3.653 Zuschauer, die sich fragten, ob sie Zeugen eines kleinen Wunders oder bloß eines weiteren tapferen Abwehrkampfs des Berliner SC werden würden. Am Ende wurde es ein bisschen von beidem: 1:1 stand es nach 90 intensiven Minuten gegen Gerda GFC Berlin, die über weite Strecken das Spiel dominierten, aber an sich selbst und einem jungen BSC-Team verzweifelten, das einfach nicht aufgab.

Gerda GFC begann, als hätten sie den Ball mitgebracht und würden ihn auch nicht wieder hergeben wollen. 60 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse, ein Mittelfeld, das wie eine gut geölte Maschine wirkte - und ein Gegner, der sich mit 39 Prozent Ballbesitz und der Devise "Hauptsache, wir stehen richtig" in die Partie kämpfte. Bereits in der 20. Minute fiel das scheinbar logische 0:1: Philipp Krüger steckte fein durch, und Berndt Meyer schob eiskalt an BSC-Keeper Jannis Blum vorbei. "Ich hab einfach gehofft, dass der Ball nicht wieder verspringt", grinste Meyer später, während Trainer Knut Burger sich das Notizbuch schloss und zufrieden nickte.

Doch statt eines lockeren Auswärtssiegs begann für Gerda GFC danach ein Festival der vergebenen Chancen. Jahn, Urrutia, Harrington - sie alle versuchten sich nacheinander an Blum, der im Tor des BSC zu einem blendend aufgelegten Helden des Abends reifte. "Ich hatte irgendwann das Gefühl, sie wollen mich warmschießen", meinte Blum lachend. Tatsächlich sah es so aus: Fast im Minutentakt flog ein Ball Richtung Tor, fast ebenso regelmäßig landete er in den Armen des Keepers oder über dem Fangzaun.

Der Berliner SC dagegen wirkte lange wie ein Boxer, der nur auf den einen Lucky Punch wartet. Trainer Carsten Schmidt schob nervös die Mütze in den Nacken und rief in der 58. Minute erstmals "Jetzt mal nach vorne!". Kaum gesagt, zog der 18-jährige Marko Schilling ab - Torschuss Nummer zwei für den BSC. Zwar harmlos, aber immerhin ein Signal.

Dann die 67. Minute: Der 17-jährige Sascha Kessler, der zuvor schon mehr gegrätscht als gepasst hatte, fasste sich ein Herz. Nach einem beherzten Vorstoß über rechts legte Maurice Behrens (ebenfalls 17) den Ball quer - und Kessler drosch ihn ins Netz. 1:1! Der Jubel war laut, der Trainer grinste breit. "Ich hab ihm vorher gesagt, er soll einfach mal draufhauen. War wohl ein guter Tipp", witzelte Schmidt später.

Ironischerweise sollte Behrens, der Vorlagengeber, kurz darauf zum tragischen Helden werden: Gelb in der 79., Gelb-Rot in der 80. Minute - ein klassischer Fall von jugendlichem Übermut. "Ich hab nur gesagt, dass der Schiri das anders sehen könnte", verteidigte sich Behrens nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern. Der Schiedsrichter sah es tatsächlich anders.

Gerda GFC witterte in Überzahl die Entscheidung und warf alles nach vorne. Trainer Burger gestikulierte wild, rief "Ruhig bleiben!", aber seine Spieler wirkten, als hätten sie den Satz nicht gehört. Kirsch sah noch Gelb (81.), Harrington drosch aus 20 Metern vorbei, und selbst Innenverteidiger Götz versuchte sich an einem Schlenzer, den er vermutlich noch im Schlaf bereuen wird.

Währenddessen stand BSC-Keeper Peter Eder, der zur zweiten Halbzeit für Blum kam, wie eine Wand. "Ich dachte, ich krieg gleich einen Krampf vom Stehenbleiben, aber dann kam plötzlich alles auf einmal", sagte er hinterher mit einem Lächeln, das zwischen Stolz und Erschöpfung schwankte.

Als Schiedsrichterin Jana Henschel nach 93 Minuten abpfiff, hatte man das Gefühl, dass beide Seiten nicht recht wussten, ob sie sich freuen sollten. Gerda GFC hatte zwei Punkte verschenkt, der Berliner SC hatte einen gewonnen - und das in Unterzahl. Die Zuschauer applaudierten, einige riefen "So kämpft man in Berlin!", andere zogen sich einfach die Mützen tiefer ins Gesicht und suchten den nächsten Glühweinstand.

"Das war ein Spiel mit Herz", fasste Schmidt zusammen. "Wir haben 60 Minuten verteidigt, 10 Minuten gespielt und 20 Minuten gebetet - und das hat gereicht." Kollege Burger nickte nur trocken: "Wenn du 14 Torschüsse hast und nur einer drin ist, brauchst du dich über Gebete nicht wundern."

Am Ende blieb es bei einem 1:1, das in keiner Statistik gerecht abgebildet wird. Aber vielleicht ist das ja der Charme des Fußballs: manchmal reicht ein bisschen jugendlicher Wahnsinn, ein überragender Torwart - und eine gehörige Portion Glück, um gegen die Statistik zu gewinnen.

Und so ging man auseinander: Gerda GFC mit Frust, der Berliner SC mit Stolz, und das Publikum mit dem Gefühl, an einem grauen Berliner Abend wenigstens etwas erlebt zu haben, das man nicht so schnell vergisst.

19.09.643987 05:50
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