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Sparta Moskau erlebt türkischen Wirbelsturm - Nevsehir zerlegt die Russen mit 5:2

Es begann wie ein Märchenabend für die 27.000 Zuschauer in der Moskauer Kälte - und endete als türkisches Feuerwerk im Spartak-Stadion. Sparta Moskau führte nach acht Minuten 2:0, sah schon aus wie der souveräne Haus-Herr. Doch dann kam Nevsehir, und mit ihnen eine Offensive, die so heiß war, dass selbst der sibirische Winter kurz innehalten musste: 2:5 hieß es am Ende, und die russischen Fans rieben sich die Augen, als hätten sie gerade einen Schneesturm verschlafen.

Schon in der 5. Minute donnerte Morgan Kirwan den Ball ins Netz - nach einem feinen Zuspiel von Jakow Polupanow. Und weil’s so schön war, legte der irischstämmige Stürmer drei Minuten später gleich noch einen drauf, diesmal nach Vorlage von Arik Hanegbi. Zwei Chancen, zwei Tore - Effektivität, wie man sie sonst nur in Lehrbüchern findet. Trainer Richard Hulf grinste da noch breit: "Wir waren in diesen Minuten das bessere Team - leider dauerte das Spiel länger als zehn Minuten."

Danach drehte Nevsehir auf - und wie! Antonio Coelho traf in der 14. Minute nach feiner Vorbereitung von Tahsin Oktay. Der Anschlusstreffer wirkte wie ein Weckruf an die Gäste, die plötzlich auf den Flügeln explodierten. Während Sparta im Ballbesitz (57 Prozent) die Kugel durchaus gepflegt laufen ließ, spielte Nevsehir zielstrebig und gnadenlos vertikal.

Duarte Rodrigo, der 33-jährige Mittelfeldstratege, übernahm das Kommando und traf erst in der 26. Minute aus der Distanz, dann in der 32. Minute nach Doppelpass mit Oktay. Zwei Tore in sechs Minuten - und die Moskauer Defensive sah dabei aus, als hätte sie kollektiv den Pausenpfiff missverstanden.

"Wir wussten, dass sie offensiv stark starten würden, also ließen wir sie einfach machen", erklärte Nevsehir-Trainer Mehmet Kaan mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Genie und Frechheit lag. "Dann haben wir ihnen gezeigt, wie man Tore schießt."

Und das war noch nicht alles: Onat Ates, der flinke Linksaußen, machte in der 35. Minute das 4:2, nach Vorarbeit von Egidius Tenbrook. Nur neun Minuten später setzte derselbe Ates nach Pass von Enzo Soverato den Schlusspunkt unter eine erste Halbzeit, die Sparta lieber vergessen würde. 2:5 - zur Pause! Nicht einmal in der Kreisliga träumt man von so einem Halbzeitergebnis in der Europaliga.

In der zweiten Halbzeit versuchte Sparta, das Spiel wieder zu beleben. Richard Hulf brachte in der 60. Minute Michail Balakow für Polupanow, später noch den 18-jährigen Innenverteidiger Nikolaj Moissejew. "Ich dachte, er kann vielleicht ein bisschen Stabilität reinbringen", sagte Hulf nach dem Spiel. "Hat er auch - also, im Vergleich zu vorher."

Nevsehir dagegen schaltete einen Gang runter, kontrollierte das Geschehen und ließ die Russen anlaufen. 13 Torschüsse der Türken standen am Ende nur 8 der Moskauer gegenüber - ein klares Signal, wer hier das Kommando führte. Und während Sparta zwar mehr Ballbesitz, aber kaum Durchschlagskraft hatte, wirkte Nevsehir mit jeder Aktion gefährlicher, selbst im Rückwärtsgang.

Ein kleiner Moment der Dramatik spielte sich in der 84. Minute ab, als Duarte Rodrigo verletzt vom Feld humpelte. "Nur eine Zerrung", winkte er später ab. "Ich wollte eigentlich mein drittes Tor machen, aber man soll ja aufhören, wenn’s am schönsten ist."

Die letzten Minuten waren dann nur noch Schaulaufen. Sparta versuchte es mit Fernschüssen - Prochorow prüfte in der 92. Minute noch einmal Nevsehirs Keeper Sergio Rueda - doch der reagierte souverän. Als der Schlusspfiff ertönte, jubelten die Gäste ausgelassen, während die Moskauer Fans sich fragten, ob sie gerade Zeugen eines taktischen Experiments oder einer Lehrstunde geworden waren.

"Wir haben zu früh gedacht, das Spiel sei entschieden", sagte Torschütze Kirwan später zerknirscht. "Vielleicht sollten wir in Zukunft erst nach 90 Minuten feiern."

Nevsehir hingegen reist mit breiter Brust nach Hause. "Ein Spiel fürs Geschichtsbuch", meinte Coach Kaan, "und für unsere Spieler vielleicht auch der beste Beweis, dass man in Moskau auch im Januar heiß laufen kann."

Und so verabschiedete sich der Abend mit einem Augenzwinkern: Während draußen der Schnee fiel, schmolz auf dem Rasen jede russische Abwehrordnung dahin. Sparta Moskau - eingefroren. Nevsehir - entfesselt. Ein Fußballabend, der zeigte: Manchmal genügt ein bisschen anatolisches Temperament, um selbst in Russland den Winter zu vertreiben.

25.05.643987 02:30
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Im Fußball ist es wie im Eiskunstlauf - wer die meisten Tore schießt, der gewinnt.
Rainer Calmund
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