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Sparta Krc ringt Hradec Kralove in hitzigem Duell mit 3:2 nieder

Ein lauer Freitagabend in Prag, 20:30 Uhr, Flutlicht im Stadion von Sparta Krc - und 20.000 Zuschauer, die alles bekamen, was Fußball so herrlich unberechenbar macht: Tore, Emotionen, eine Gelb-Rote Karte und einen Innenverteidiger, der plötzlich Stürmer spielt. Am Ende jubelte Sparta Krc über einen 3:2-Sieg gegen Hradec Kralove - ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst.

Die Gastgeber begannen mit kontrolliertem Ballbesitz (am Ende 55,9 %), aber ohne die ganz große Durchschlagskraft. In den ersten 25 Minuten war viel Mühe, wenig Zählbares. "Wir wollten geduldig bleiben", erklärte später Mittelfeldstratege Matthew Browning mit einem Grinsen, das verriet, dass Geduld nicht seine liebste Tugend ist. In der 29. Minute war es dann soweit: Nach schöner Vorarbeit von Jack Hensley zog Browning aus 20 Metern ab - ein satter Schuss, der im rechten Eck einschlug. 1:0 für Sparta, die Fans auf den Rängen feierten, als wäre der Winter vorbei.

Doch Hradec Kralove, gecoacht von Thomas Michael Rinesch, ließ sich nicht lange bitten. Nur 13 Minuten später traf Xavi Martins nach Vorarbeit des agilen Nevio Xavier zum Ausgleich (42.). Ein wunderschöner Direktschuss, der Torhüter Gabriel Clancy keine Chance ließ. "Da haben wir kurz vergessen, dass man auch nach einem eigenen Angriff noch verteidigen muss", knurrte Sparta-Verteidiger Callum Musgrave später.

Mit dem 1:1 ging es in die Pause. Die Stimmung? Gereizt, aber hoffnungsvoll. "Wir wussten, dass wir mehr können", meinte Browning. Und tatsächlich: Nach der Halbzeit kam Sparta mit mehr Druck. In der 60. Minute wurde Musgrave bei einer Ecke von Morgan Lankford vergessen - der Innenverteidiger schraubte sich in die Luft und köpfte wuchtig zum 2:1 ein. "Ich bin kein Stürmer, aber heute fühlte ich mich kurz wie einer", scherzte der Torschütze nach dem Spiel.

Doch kaum war der Jubel verklungen, schlug Hradec zurück. In der 67. Minute tanzte Kian Cromwell die Abwehr aus und verwandelte eiskalt - 2:2. Das Publikum raunte, Trainer Rinesch ballte die Faust, und die Partie nahm Fahrt auf. Kurz darauf holte sich Arto Väyrynen zunächst Gelb (49.) und später die Gelb-Rote Karte (84.) ab. "Ich wollte nur den Ball", beteuerte er nachher. Schiedsrichter und Gegner sahen das etwas anders.

Sparta witterte die Chance, und sie nutzten sie. In der 81. Minute sorgte der quirlige Vicente Viana für die Entscheidung. Nach Zuspiel von Rechtsverteidiger Marcio Camacho vollendete er präzise - 3:2. Jubel, Erleichterung, und ein Trainer, der an der Seitenlinie wild gestikulierte, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Das war pure Leidenschaft", meinte Viana später, "oder einfach Glück - wer weiß das schon?"

Die letzten Minuten gehörten dann der Dramatik. Hradec, nun in Unterzahl, warf alles nach vorn, doch Antonio Garcia und Mirko Smolarek scheiterten mit ihren Schüssen (86. und 90. Minute) am glänzend reagierenden Clancy. Der Keeper, der bis dahin kaum gefordert war, avancierte zum heimlichen Helden.

Coach Rinesch nahm die Niederlage mit Galgenhumor: "Wenn man dreimal trifft und zweimal davon ins falsche Tor, dann ist das halt Fußball." Sein Gegenüber - der Name blieb ungenannt, aber seine Freude war unübersehbar - konterte trocken: "Schön, wenn selbst der Gegner unsere Tore mitzählt."

Statistisch war das Spiel ausgeglichen: 11 Torschüsse bei Sparta, 10 bei Hradec, Zweikampfquote fast pari (49,6 % zu 50,4 %). Doch auf der Anzeigetafel zählte nur eines: 3:2. Ein Ergebnis, das den Gastgebern Luft im Mittelfeld der Tabelle verschafft und den Gästen wohl eine lange Busfahrt mit viel Nachdenklichkeit beschert.

Als die Flutlichter langsam erloschen, blieb das Gefühl, ein echtes Fußballspiel gesehen zu haben - mit all seinen Ecken, Kanten und kleinen Dramen. Oder, wie es Browning beim Verlassen des Rasens formulierte: "Manchmal ist das Runde eben doch ein bisschen eckig. Aber heute rollte es für uns."

Und so endete ein Abend, an dem Sparta Krc zeigte, dass man auch mit Balance in der Taktik und einem beherzten Innenverteidiger das Herz eines Spiels gewinnen kann. Für Hradec Kralove blieb immerhin die Erkenntnis, dass Offensive zwar schön, aber ohne Disziplin eben teuer ist - besonders, wenn man nach 90 Minuten mit leeren Händen dasteht.

30.09.643987 18:35
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Wenn ich heute Kapitän bin und das Schiff sinkt, alle müssen helfen, dann kann doch der Koch nicht kommen und sagen: 'Ich kann nur die Bratpfanne halten.'
Otto Rehhagel
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