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Southampton verspielt Führung - Margate holt freches 2:2 in hitzigem Duell

Ein lauer Abend an der Südküste, 51.801 Zuschauer im St. Mary’s Stadium, und der FC Southampton schien alles im Griff zu haben - bis die Margate Reds beschlossen, dass sie nicht zum Sightseeing gekommen waren. Am Ende stand ein 2:2, das sich für die Gäste wie ein Sieg und für die Gastgeber wie eine vertane Chance anfühlte.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag: Schon in der 9. Minute ließ Lionel Postiga, 32 Jahre jung und mit der Eleganz eines sonntäglichen Golferarms, den Ball nach Zuspiel von Harold Coeyman ins Netz rauschen. Torwart Gabriel Clancy sah dabei so aus, als rechne er eher mit einem Eckball als mit einem Schuss in den Winkel. "Ich dachte, der ist schon draußen", murmelte Clancy später mit einem Achselzucken.

Doch Southampton reagierte prompt. Trainer Michael Böning, der an der Seitenlinie so hektisch gestikulierte, dass man ihm am liebsten einen Schrittzähler ans Revers geheftet hätte, sah seine Mannschaft in der 23. Minute ausgleichen. Manuel Tiago verwertete eine butterweiche Flanke des aufgerückten Linksverteidigers Kai Whitman - 1:1. "Ich habe einfach den Kopf hingehalten, den Rest hat der Ball gemacht", grinste Tiago nach dem Spiel.

Und weil Southampton jetzt Blut geleckt hatte, legte der junge Jan Ovesen kurz vor der Pause (42.) nach. Nach schöner Vorarbeit von William Corey drosch er die Kugel aus halbrechter Position unhaltbar unter die Latte. "Ich hab gar nicht gesehen, dass er reingeht - ich hab’s am Jubel der Fans gemerkt", sagte Ovesen, der kurz darauf Gelb sah, weil er beim Torjubel zu enthusiastisch Richtung Tribüne rannte. Halbzeitstand: 2:1.

Die Statistik sprach zu diesem Zeitpunkt klar für die Gastgeber - 52 Prozent Ballbesitz, 11 Torschüsse insgesamt -, doch die Reds gaben nie auf. Trainer Ata Lameck hatte offenbar in der Kabine die richtigen Worte gefunden. "Ich habe gesagt: Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens mit Stil. Und dann haben sie einfach beschlossen, gar nicht zu verlieren", lachte er später.

In der 65. Minute war es Felipe Espriu, der auf der linken Seite plötzlich Platz hatte. Nach schönem Pass von Rechtsverteidiger Luke Featherstone zog er trocken ab: 2:2. Clancy flog, der Ball flog weiter - und das St. Mary’s verstummte für einen Moment.

Danach wurde es ruppiger. Ovesen (62.) und später Whitman (81.) holten sich Gelb ab, nicht unbedingt wegen brutaler Fouls, eher aus Frust über die eigene Ideenlosigkeit. Böning reagierte mit Wechseln - Liam Allington kam zur Pause, später Meir Pizanti (85.) -, doch die erhoffte Schlussoffensive verpuffte in einem Meer aus langen Bällen und Verzweiflungsschüssen.

Margate hingegen blieb gefährlich. Postiga, der alte Fuchs, zwang Clancy in der 67. Minute zu einer Glanzparade, und der eingewechselte Klaus Kirchner (72.) brachte mit frischen Beinen neuen Schwung. Als kurz vor Schluss Tyler Ward für den ausgepumpten Ellis Malfoy kam, war klar: Die Reds wollten diesen Punkt um jeden Preis.

"Wir haben Moral gezeigt, das war ein echtes Teamspiel", sagte Espriu, der beste Mann auf dem Platz, nach Abpfiff und klopfte sich stolz auf die Brust. Böning hingegen versuchte, die Fassung zu wahren: "Wir hatten genug Chancen. Wenn du 2:1 führst und das Ding nicht zumachst, dann ist das halt Fußball. Leider."

In den letzten Minuten war Southampton zwar optisch überlegen, doch Margate verteidigte mit allem, was rot trug - inklusive Trainer Lameck, der lautstark jede Grätsche bejubelte. Der Schlusspfiff fühlte sich für seine Mannschaft an wie der Gewinn eines Pokalfinals.

Unterm Strich war es eine Begegnung, die alles bot: frühe Tore, wilde Szenen, taktische Verschiebungen und zwei Trainer, die unterschiedlicher kaum sein könnten - Böning mit Zornesfalte, Lameck mit Dauergrinsen. Southampton bleibt damit nach drei Spieltagen weiter sieglos, während Margate den Punkt feiert, als wäre es der Aufstieg.

Oder wie Postiga es trocken zusammenfasste: "Wir sind vielleicht nicht die Schönsten, aber wir nehmen, was wir kriegen."

Und so blieb vom Abend an der Südküste vor allem eines hängen: viel Kampf, etwas Chaos - und ein Ergebnis, das beiden Teams irgendwie gerecht wird.

04.12.643993 16:09
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