Football Today
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Southampton trotzt den Blues: Ein 2:2 voller Drama, Witz und Wut

Ein Freitagabend an der Südküste, Flutlicht, 47.293 Zuschauer - und ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Tore, Taktik und ein bisschen Theater. Am 34. Spieltag der 1. Liga England trennten sich der FC Southampton und die London Blues 2:2 (1:1). Und wer behauptet, ein Unentschieden sei langweilig, hat diesen Schlagabtausch nicht gesehen.

Die Partie begann, als wolle Southampton den Blues mal zeigen, wie man mit Mut spielt. Schon in der ersten Minute prüfte Manuel Tiago den Londoner Keeper Franck Besserer - der konnte nur staunen, aber der Ball flog vorbei. "Ich wollte früh zeigen, dass wir wach sind", grinste Tiago später. Wobei: wach waren alle, nur das Zielwasser stand wohl noch in der Kabine.

Nach 21 Minuten dann der erste Nadelstich der Gäste. Ophir Arens, der rechte Flügelblitz der Blues, nutzte einen Pass von Antonio Quaresma, drehte sich einmal um die eigene Achse und schob cool zur Führung ein. 0:1 - und plötzlich war es still im Stadion. Nur Trainer Guido Träger ballte an der Seitenlinie die Faust und murmelte: "Genau so trainieren wir das nie, aber ich nehm’s."

Doch Southampton antwortete postwendend. Nur sechs Minuten später schraubte sich Innenverteidiger Carles Ordono nach einer Ecke in die Luft und köpfte zum 1:1 ein. Assist: der quirlig spielende Nicolaas Derrick, der sonst eher Passmaschinen als Flanken liefert. "Ich dachte, Carles geht zum Kopfballtraining nur wegen der Musik", witzelte Coach Michael Böning nach dem Spiel.

Bis zur Pause blieb’s offen - Southampton mit Chancen im Minutentakt, 17 Schüsse insgesamt, die Blues mit nur sechs, aber dafür eiskalt, wenn sie durften. Die Ballbesitzstatistik? 49,8 zu 50,2 Prozent - also praktisch Gleichstand, aber wer hinsah, wusste: Southampton spielte, London lauerte.

Kurz vor der Halbzeit dann der erste Schreckmoment: Blues-Mittelfeldmann Carlos Vazques blieb nach einem Zweikampf liegen, musste raus. Für ihn kam Azmi Ehrlich - und der brachte gleich mehr Schwung auf rechts, auch wenn Trainer Träger später meinte: "Das war keine geplante Einwechslung, eher eine spontane Eingebung der Medizinabteilung."

Nach dem Seitenwechsel ging’s weiter, als hätte niemand die Pause genutzt. In der 65. Minute war es wieder Ophir Arens, der mustergültig von Nesim Balta bedient wurde und trocken einnetzte - 1:2. Zwei Chancen, zwei Tore: Der Mann hätte wahrscheinlich auch mit geschlossenen Augen getroffen.

Doch ehe die Londoner Bank den Jubel beendet hatte, schlug Southampton zurück. Nur zwei Minuten später traf Bailey Kendall nach einem herrlichen Zuspiel des jungen Flügelspielers Billy Benett zum 2:2. Ein Tor, das den Abend in Bewegung hielt. "Ich wollte beweisen, dass 30 kein Alter ist - zumindest nicht für Stürmer", meinte Kendall schmunzelnd.

Danach wurde’s hitzig. Erst sah Blues-Verteidiger Jose Enrique Rueda Gelb (69.), dann Southamptons Dauerläufer Kai Whitman (72.) - und als der 19-jährige Liam Allington in der 84. Minute ebenfalls verwarnt wurde, meinte Böning an der Seitenlinie trocken: "Wenn wir schon keine Punkte holen, dann wenigstens Karten."

Insgesamt war’s ein Spiel mit offenem Visier: Southampton drückte bis zum Schluss, brachte noch Sebastiano Carlucci für den müde gelaufenen Gabriel Beecroft (85.), doch der Lucky Punch blieb aus. Die Blues verteidigten clever, auch wenn sie über 90 Minuten kaum Entlastung fanden.

Statistisch hätte Southampton den Sieg verdient gehabt - mehr Schüsse, mehr Druck, mehr Einsatz. Aber Fußball rechnet nicht, er überrascht. Und so blieb es beim 2:2, mit dem beide Trainer irgendwie leben konnten. "Ein gerechtes Ergebnis", nannte es Guido Träger. "Ein unbefriedigendes Ergebnis", konterte Michael Böning - und beide grinsten dabei, als wüssten sie, dass das nächste Duell wieder genauso wild werden könnte.

Das Publikum verabschiedete beide Teams mit Applaus - und ein paar Pfiffen, weil man in Southampton eben Emotionen liebt.

Und während die Flutlichter ausgingen, hörte man irgendwo hinter der Tribüne einen Fan sagen: "Wenn wir immer so spielen, braucht keiner mehr Netflix." Schwer zu widersprechen.

25.04.643990 06:35
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Sprücheklopfer
Das ist doch nicht weltbewegend, wenn ich einen Neuville auf rechts habe, und der spielt halt auf Rechtsaußen. Und der Bode spielt links, das ist eben so - und der Bierhoff in der Mitte.
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