Football Today
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Southampton tanzt Victoria schwindelig - 5:0 im Pokalrausch

Ein lauer Januarabend im St. Mary’s Stadium, 44.250 Zuschauer, Flutlicht, Pokal - und ein FC Southampton, der scheinbar beschlossen hatte, den Gästen aus Northwich Victoria einen Crashkurs in Sachen Tempo-Fußball zu geben. Am Ende stand ein 5:0, das so eindeutig war, dass selbst der Stadionsprecher kurz nach dem Abpfiff fragte, ob er das Ergebnis wirklich richtig vorgelesen habe.

Dabei ließ der Beginn gar nicht vermuten, dass es so einseitig werden würde. Northwich hatte mehr Ballbesitz - über 51 Prozent -, kombinierte gefällig im Mittelfeld und wirkte zunächst wie ein tapferer Außenseiter mit Plan. Doch der Plan hielt exakt 18 Minuten. Dann rauschte Ivica Denic, eigentlich Rechtsverteidiger, in den Strafraum, als hätte er jahrelang Stürmer gespielt, und vollstreckte eiskalt nach Vorlage von Albert Morais. 1:0, und der erste Riss im Traum der Gäste.

"Ich weiß nicht, was mich da geritten hat", grinste Denic später, "aber der Ball lag so schön da - da musste ich einfach mal so tun, als wäre ich Ronaldo." Trainer Michael Böning stand an der Seitenlinie, hob kurz die Arme und murmelte trocken: "Wenn der Verteidiger trifft, weißt du, dass der Fußball heute auf unserer Seite ist."

Fortan rollte Angriff auf Angriff. Bailey Kendall prüfte den Gästekeeper im Fünf-Minuten-Takt, Finlay Cort verteilte die Pässe wie ein Pokal-Dirigent, und Sebastiano Carlucci dribbelte, als wollte er jedem Verteidiger eine persönliche Erinnerung mitgeben. Letzterer durfte sich in der 32. Minute auch in die Torschützenliste eintragen - nach einer butterweichen Vorlage von Yannik Olisadebe. 2:0, und der Rest der ersten Halbzeit bestand für Northwich aus Schadensbegrenzung.

Die Statistik zur Pause sprach Bände: 11 Torschüsse für Southampton, 2 für Northwich, aber kurioserweise 48 zu 52 Prozent Ballbesitz - der Ball war also zwar meist bei den Gästen, die Chancen jedoch irgendwo auf der Autobahn geblieben.

Nach dem Seitenwechsel nahm Southampton etwas Tempo raus, brachte frische Kräfte: Kai Whitman ersetzte Charles Bail, Gabri Yanez kam für Liam Allington. Doch das Spiel blieb einseitig. In der 64. Minute betrat der 19-jährige Riley Stanton die Bühne - und was dann folgte, war so etwas wie die Geburtsstunde eines neuen Publikumslieblings.

Nur sechs Minuten später schob Stanton nach schöner Vorlage von Finlay Cort zum 3:0 ein. Das Stadion tobte. "Ich hab’ einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass der Ball nicht im Parkhaus landet", lachte der Teenager nach dem Spiel. Eine Minute später folgte der nächste Schlag: Carlucci traf erneut, diesmal wieder nach Vorlage von Olisadebe. 4:0 - und der Gegner wankte endgültig.

Als Finlay Cort in der 77. Minute selbst zuschlug, nach Vorarbeit des unermüdlichen Morais, war das 5:0 nur noch Formsache - aber ein würdiger Schlusspunkt für eine Mannschaft, die an diesem Abend alles richtig machte. Selbst die Gelbe Karte für Kendall in der 78. Minute konnte den Gesamteindruck nicht trüben. "Bailey hat halt Temperament", kommentierte Trainer Böning mit einem Augenzwinkern.

Northwich Victoria? Bemüht, tapfer, aber letztlich chancenlos. Ihr Trainer, der sichtlich gefasst wirkte, meinte nach dem Spiel: "Wir hatten den Ball oft, aber offenbar im falschen Drittel. Vielleicht sollten wir das Feld beim nächsten Mal drehen lassen."

20:3 Torschüsse, 5 verschiedene Vorlagengeber, eine Mischung aus jugendlichem Übermut und erfahrener Abgeklärtheit - Southampton zeigte, wie Offensivfußball im Pokal auszusehen hat. Ohne überdreht zu wirken, spielten sie effizient, zielstrebig und mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit.

In den Katakomben hörte man später noch die Spieler scherzen. "Wenn selbst der Rechtsverteidiger trifft, dann müssen wir wohl etwas richtig gemacht haben", rief Cort lachend in Richtung Denic, der nur grinste und antwortete: "Ab jetzt bin ich Stürmer - sag’s dem Trainer!"

Trainer Böning blieb dagegen nüchtern: "Ein gutes Spiel, klar. Aber Pokal heißt: Morgen ist wieder Training. Wir wollen mehr."

Ein Abend also, an dem alles passte - vom Flutlicht bis zur letzten Grätsche. Northwich Victoria darf sich immerhin rühmen, den Ballbesitz gewonnen zu haben. Southampton gewann dafür das Spiel, die Herzen und wahrscheinlich noch ein paar neue Fans.

Und irgendwo zwischen Denics Verteidiger-Tor, Carluccis Doppelpack und Stantons Teenager-Triumph dachte man sich: Wenn das der zweite Pokalrunde war, dann darf man sich auf die nächste freuen - am besten wieder mit Southampton und einer Prise Humor auf dem Platz.

26.05.643987 06:30
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