Football Today
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Southampton tanzt, Stoke stolpert - ein 3:0 mit Ansage

Wenn das Publikum nach zwei Minuten schon aufspringt, ist das entweder ein Konzert der Rolling Stones - oder Bailey Kendall hat den Turbo gezündet. Am 31. Spieltag der 1. Liga England war Letzteres der Fall. Der FC Southampton besiegte im heimischen St. Mary’s Stoke City mit 3:0 (1:0) - und das in einer Partie, die weniger ein Fußballspiel als eine Lehrstunde in Spielkontrolle und Effizienz war.

45.463 Zuschauer sahen, wie Southampton sofort loslegte, als hätte Trainer Michael Böning seine Spieler vor Anpfiff mit Espresso intravenös versorgt. Gerade mal 120 Sekunden waren gespielt, als Kendall nach feinem Pass von Albert Morais aus spitzem Winkel traf. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Kendall hinterher, "aber dann war er halt im Netz. Passiert."

Stoke City hingegen wirkte, als hätten sie den Bus noch im Hafen geparkt. Zwei kümmerliche Schüsse aufs Tor in 90 Minuten - das ist eher ein Bewerbungsschreiben für eine Yoga-Gruppe als für die Premier League. Trainer Horst Fiedler, sonst selten um Ausreden verlegen, sagte nach dem Spiel: "Wir wollten kompakt stehen. Das hat auch geklappt - nur leider zu weit hinten."

Während Stoke um Ordnung rang, spielte Southampton mit 56 Prozent Ballbesitz und 17 Torschüssen einen gepflegten Offensivwalzer. Nicolaas Derrick, der Mittelfeldmotor, verteilte die Bälle mit der Präzision eines Uhrmachers. Links wirbelte der 20-jährige Gabriel Beecroft, rechts Morais - ein Duo, das selbst die Ordner an der Seitenlinie nervös machte.

In der 22. Minute sah Kai Whitman Gelb, weil er den Ball lieber samt Gegenspieler ins Aus beförderte. "Ein taktisches Foul mit Stil", kommentierte Trainer Böning schmunzelnd. "Kai wollte nur sicherstellen, dass der Ball uns bleibt." Fünf Minuten später revanchierte sich Stoke mit einem Foul von Louis Kirkwood - Gelb, und die Partie blieb, nun ja, farbenfroh.

Nach der Pause wechselte Böning Kendall aus, brachte Jan Ovesen - und der brachte frischen Wind. Stoke konterte mit drei Wechseln gleichzeitig, was mehr nach Panik als nach Plan roch. Doch kaum hatte sich die neue Formation sortiert, klingelte es erneut. In der 60. Minute schickte Liam Allington einen Traumpass in den Lauf von Beecroft, der eiskalt zum 2:0 vollendete. Ein Tor, so sauber herausgespielt, dass selbst die Ersatzspieler kurz klatschten. "Ich hab gar nicht nachgedacht", erklärte Beecroft später. "Wenn ich das tue, geht der Ball meistens drüber."

Stoke versuchte es tapfer, aber wenn man nur zwei Schüsse aufs Tor bringt, bleibt die Hoffnung theoretisch. Der eingewechselte José Duran prüfte in der 77. Minute immerhin einmal Torwart Alberto Mancuso - der musste sich strecken, um nicht einzuschlafen.

Kurz vor Schluss kam dann noch Sebastiano Carlucci, der sich in der 85. Minute für Beecroft einwechseln ließ. Und als die Nachspielzeit begann, wollte er offenbar nicht unauffällig bleiben: In der 91. Minute verwertete er, wieder nach Vorlage von Morais, zum 3:0. Der Jubel war grenzenlos - und Böning klatschte so heftig, dass sein Notizblock zu Boden fiel.

"Ich bin zufrieden, aber nicht satt", sagte der Coach später mit einem Lächeln, das Gegentrainer Fiedler vermutlich noch im Schlaf verfolgen wird. "Wir hätten sogar noch höher gewinnen können." Ein Satz, der mit Blick auf die Statistik (17:2 Torschüsse) kaum übertrieben klingt.

Stoke-Coach Fiedler hingegen zeigte sich bemüht, Fassung zu wahren: "Wir haben Engagement gezeigt. Vielleicht nicht am Ball, aber im Laufen." Ein Journalist fragte trocken, ob das Team überhaupt im Stadion gewesen sei. Fiedler lachte kurz - oder es war ein Husten.

Für Southampton war es ein Abend, an dem alles passte: frühes Tor, souveräne Kontrolle, späte Krönung. Für Stoke City bleibt der Trost, dass Fußball bekanntlich keine Mathematik ist - denn sonst würde dieser Abend als dreifache Katastrophe in die Statistik eingehen.

Zum Schluss fasste es Morais treffend zusammen: "Manchmal läuft’s einfach. Heute sind wir gelaufen - und Stoke hinterher." Und das, so könnte man sagen, ist die ehrlichste Analyse dieses 3:0-Abends an der Südküste Englands.

21.03.643990 12:03
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Der Trainer hatte nach den ganzen Ausfällen im Angriff nur noch die Wahl zwischen mir und dem Busfahrer. Da der Busfahrer seine Schuhe nicht dabei hatte, habe ich gespielt.
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