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Southampton siegt mit Stil - Tiverton kämpft, aber Tiago tanzt

Ein kühler Februarabend in Southampton, aber 45.739 Zuschauer im St. Mary’s ließen sich die Hände warmklatschen: Der FC Southampton besiegte den wackeren Außenseiter Tiverton Town mit 3:1 (2:0) - ein Ergebnis, das so klar klingt, wie es auf dem Platz nur zeitweise war.

Trainer Michael Böning stand nach Abpfiff sichtlich zufrieden an der Seitenlinie und wischte sich den Schweiß von der Stirn. "Wir wollten zeigen, dass wir offensiv Fußball spielen können - und das haben die Jungs geliefert", grinste er. In der Tat: Seine Mannschaft lief vom Anpfiff weg im OFFENSIVE-Modus, presste früh und suchte das Tor, während Tiverton eher auf kontrolliertes BALANCED-Spiel setzte - und damit manchmal aussah wie eine Katze, die versucht, gegen den Staubsauger zu kämpfen.

Die Saints starteten schwungvoll. Schon nach sieben Minuten prüfte der 21-jährige Jan Ovesen den gegnerischen Keeper Zoltan Filkor mit einem satten Schuss - Warmmachen für das, was noch folgen sollte. In der 26. Minute dann der Durchbruch: Ovesen sprintete auf der rechten Seite durch, bekam einen präzisen Pass von Liam Allington und drosch den Ball humorlos ins Netz. 1:0 für Southampton, und das Publikum sang - oder vielleicht eher brüllte - seine Zustimmung.

Tiverton reagierte mit Mut, aber wenig Fortune. Kurz nach dem Treffer gab’s Gelb für Innenverteidiger Oscar Almond, der bei einem Zweikampf offenbar vergessen hatte, dass das Bein kein Vorschlaghammer ist. "Ich hab’ den Ball gespielt", verteidigte er sich später - allerdings war der Ball da schon längst in einer anderen Postleitzahl.

Kurz vor der Pause legte Southampton nach: Nicolaas Derrick, der zentrale Taktgeber, schob nach Vorarbeit von Manuel Tiago trocken zum 2:0 ein (40.). Der Jubel war groß, und Tiago klopfte seinem Passgeber auf die Schulter: "Ich mach dann nach der Pause meinen eigenen, okay?" - ein Versprechen, das er prompt hielt.

In der 56. Minute schnappte sich der Portugiese eine Vorlage von Ovesen und vollendete eiskalt zum 3:0. Böning ballte die Faust, Tiverton-Coach Andi Lipa dagegen schüttelte nur den Kopf. "Wir wussten, dass sie stark sind, aber drei Tore in einer Stunde? Da müssen wir einfach cleverer sein", knurrte er später.

Doch Tiverton gab sich nicht auf. Zwei Minuten nach Tiagos Treffer sorgte der 19-jährige Ramon Guillen für den Ehrentreffer - nach schönem Zuspiel von Giacomo Righi. Ein Hoffnungsschimmer, der allerdings so schnell verglühte wie ein Streichholz im Sturm. Southampton schaltete danach einen Gang zurück und überließ Tiverton den Ball (am Ende 55 Prozent Ballbesitz für die Gäste), ohne die Kontrolle zu verlieren.

Statistisch gesehen war’s ein fast ausgeglichenes Spiel: 12 Torschüsse für Southampton, 11 für Tiverton. Aber in der Effektivität lag der Unterschied. Während Ovesen, Derrick und Tiago ihre Chancen eiskalt nutzten, verzweifelte Tiverton an Keeper Gabriel Clancy, der seine Finger gefühlt überall hatte - sogar dort, wo es physikalisch kaum möglich war.

Kurios wurde es in der 30. Minute, als Kai Whitman verletzt vom Platz musste und Matthew Finnan kam. "Ich wollte eigentlich gar nicht raus", scherzte Whitman später in der Kabine, "aber der Physio meinte, mein Sprunggelenk habe andere Pläne." Auch Liam Allington durfte nach einer Stunde unter die Dusche, Billy Benett übernahm - und brachte frischen Wind, wenn auch ohne zählbaren Erfolg.

In der Schlussphase wurde’s nochmal hektisch. Tiverton versuchte es mit langen Bällen ("Jetzt alle nach vorn!", brüllte Lipa), aber Southampton blieb cool. Tiago verpasste in der 90. Minute sein zweites Tor nur knapp, als sein Schuss über die Latte rauschte - und das Stadion kollektiv "Ooooh!" machte.

Am Ende ein verdienter Sieg für die Saints, auch wenn die nackten Zahlen ein engeres Spiel vermuten lassen. "Wir haben’s souverän runtergespielt", resümierte Derrick, "auch wenn der Ballbesitz was anderes sagt. Aber Tore zählen, nicht Prozentwerte."

Und genau das war der Unterschied: Klasse statt Quote. Tiverton zeigte Moral, Southampton zeigte Qualität - eine Kombination, die den 13. Spieltag der 1. Liga England zu einem unterhaltsamen Abend machte.

Oder wie Coach Böning es beim Rausgehen formulierte, mit einem Augenzwinkern: "Wenn wir so weitermachen, muss ich bald anfangen, meine Interviews auf Englisch zu geben."

Na, wenn das kein gutes Zeichen ist.

15.10.643990 21:18
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