Gazeta Sportowy
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Sleza Wroclaw siegt spät in einem wilden Fünf-Tore-Abend gegen Wista Krakau

Es war ein Spiel, das selbst der polnische Winter nicht einfrieren konnte: 21.645 Zuschauer in Wroclaw sahen am Samstagabend eine Partie, die alles hatte - frühe Treffer, jugendliche Helden, müde Abwehrreihen und eine gehörige Portion Drama. Am Ende triumphierte Sleza Wroclaw mit 3:2 (1:1) über Wista Krakau - ein Sieg, der die Fans noch lange auf den frostigen Stadionrängen tanzen ließ.

Schon nach vier Minuten bebte der Boden des Sleza-Stadions. Der erst 17-jährige Arkadiusz Trytko, ein Stürmer mit Milchgesicht und dem Selbstvertrauen eines 30-Jährigen, drückte die Kugel nach einem Pass von Rechtsverteidiger Patryk Ledwon über die Linie. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste er nach dem Spiel. "Trainer Larkin sagt immer: Wenn du denkst, du bist zu jung für ein Tor, bist du wahrscheinlich alt genug."

Doch Wista Krakau ließ sich nicht lange bitten. Nach einer halben Stunde setzte Harrison MacRae, der schottische Wirbelwind auf der linken Seite, zu einem unwiderstehlichen Lauf an. Nach Vorarbeit von Alfonso Viejo hämmerte er den Ball zum Ausgleich unter die Latte - 1:1. Sleza-Keeper Domenik Gadocha streckte sich vergeblich, die Krakauer Bank jubelte, und Trainer Andy Larkin schlug die Hände über dem Kopf zusammen. "Wir haben kurz vergessen, dass Verteidigung auch ein Teil des Spiels ist", knurrte er später.

Zuvor hatte es schon gelbe Karten geregnet - Wistas Rechtsverteidiger Davib Carr sah früh Gelb nach einem rustikalen Einsteigen gegen den flinken Grzegorz Jelen. "Ich hab nur den Ball gesehen", rechtfertigte sich Carr lachend, "aber der Ball war wohl etwas schneller als gedacht."

Nach der Pause ging es weiter, als hätte jemand die Turbotaste gedrückt. In der 56. Minute war es wieder der Teenager Trytko, der nach einer Ecke von Mateusz Gadocha goldrichtig stand und zum 2:1 einköpfte. Der Jubel kannte keine Grenzen. Auf der Tribüne rief jemand: "Er ist 17 und schon doppelt so gefährlich wie mein Ex-Schwiegervater!" - was für allgemeines Gelächter sorgte.

Doch Wista Krakau zeigte Moral. Nur zehn Minuten später kombinierte sich das Team von Trainer Kowalski - pardon, der Verein hat derzeit keinen eingetragenen Trainer im Datensatz, aber nehmen wir an, es war jemand mit Kopfschmerzen - wunderbar durch die Mitte. Benyamin Schulze legte auf Alfonso Viejo ab, der aus 16 Metern trocken abschloss: 2:2. "Ich habe einfach gespürt, dass der Ball zu mir will", meinte Viejo, dessen Selbstbewusstsein offenbar ebenso groß ist wie seine Schusskraft.

Aber die Antwort kam prompt - und spektakulär. In der 70. Minute nutzte Grzegorz Jelen eine blitzsaubere Vorlage von Adrian Adamski und brachte Wroclaw erneut in Führung. Ein Schuss, so präzise wie eine Steuererklärung - 3:2! "Ich hab’s mit dem Innenrist probiert", sagte Jelen später, "weil ich mit dem Vollspann wahrscheinlich die Eckfahne getroffen hätte."

Die letzten zwanzig Minuten waren ein offener Schlagabtausch. Krakau drückte, hatte sogar leicht mehr Ballbesitz (50,6 Prozent) und neun Torschüsse, doch Wroclaw verteidigte mit Zähnen und Klauen. "Wir haben den Bus geparkt - nur dass unserer wenigstens noch Reifen hatte", witzelte Trainer Larkin.

In der 87. Minute noch einmal Zittern: Kay Hess prüfte Gadocha mit einem Gewaltschuss, doch der Keeper faustete die Kugel spektakulär weg - und wurde von seinen Mitspielern gefeiert, als hätte er gerade die Meisterschaft gerettet.

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe - 8:9 Torschüsse, nahezu identischer Ballbesitz, keine roten Karten, aber jede Menge Herzblut. Wroclaw spielte durchgehend offensiv, während Krakau eher kontrolliert blieb, fast zu brav. Vielleicht der entscheidende Unterschied an diesem Abend.

Nach dem Schlusspfiff war die Stimmung elektrisiert. Trytko wurde auf die Schultern seiner Kollegen gehoben, während Trainer Larkin den Teenager halb stolz, halb genervt in den Arm nahm. "Wenn der jetzt auch noch Mathe bestehen würde, wäre ich völlig zufrieden", scherzte er.

Für Wista Krakau blieb nur die bittere Erkenntnis, dass man mit "balancierter" Taktik zwar schön aussieht - aber keine Punkte holt. "Wir wollten ruhig bleiben", sagte MacRae, "aber Fußball ist manchmal ein lautes Spiel."

So endete ein Abend, der sich eher wie ein Rockkonzert anfühlte als wie ein Ligaspiel. Wroclaw jubelt, Krakau grübelt - und der junge Trytko hat sich mit zwei Toren endgültig in die Herzen der Fans geschossen.

Vielleicht wird man in Wroclaw eines Tages sagen: Das war der Abend, an dem ein 17-Jähriger beschloss, erwachsen zu werden - und Wista Krakau das Nachsehen hatte.

21.03.643990 11:51
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Wenn sie mich heute Scheiße fragen, wissen Sie auch nicht, ob Sie morgen noch ihren Job haben.
Andreas Brehme nach einer Niederlage auf die Frage, ob er glaubt, am nächsten Tag noch Trainer des 1.FC Kaiserslautern zu sein.[t]Andreas Brehme
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