Gazeta Sportowy
+++ Sportzeitung für Polen +++

SK Pruszkow zieht ins Pokalfinale ein - Kowalik trifft doppelt

Das Stadion in Chorzow bebte schon vor dem Anpfiff. 43.500 Zuschauer, ein Halbfinale unter Flutlicht, Pokalatmosphäre pur - und dann legte SK Pruszkow los, als wolle man das Endspiel gleich in den ersten zehn Minuten buchen. In der achten Minute nämlich rauschte Amadeus Kowalik über den rechten Flügel heran, bekam den Ball von seinem kongenialen Partner Jerzy Augustyn, nahm Maß - und versenkte das Leder humorlos im langen Eck. 1:0 für die Gäste, und die Heimfans rieben sich die Augen.

Rush Chorzow, von Trainer Herth Ussia wie gewohnt offensiv eingestellt, schüttelte sich kurz - und antwortete fast im Gegenzug. In der 13. Minute traf der flinke Linksaußen Arkadiusz Wojcicki nach Vorlage von Mittelfeldmotor Dawid Gorawski zum Ausgleich. "Ich hab nur die Augen zugemacht und draufgehalten", grinste Wojcicki später, "und gehofft, dass keiner merkt, dass ich eigentlich flanken wollte."

Von da an entwickelte sich ein offenes, temporeiches Pokalduell. Beide Teams setzten auf schnelles Umschalten, die Defensivreihen hatten reichlich zu tun. Pruszkow verteidigte tief, lauerte auf Konter, während Chorzow mit viel Ballbesitz (am Ende 48 Prozent) und gepflegtem Kurzpassspiel das Spiel diktieren wollte. Die Statistik sprach für die Gäste: 14 Torschüsse zu 12, leichtes Übergewicht im Ballbesitz - und ein Kowalik in Galaform.

Kurz nach Wiederanpfiff schlug der 28-Jährige erneut zu. 46. Minute, diesmal bedient von Dario Poggi, wieder von rechts, wieder eiskalt. Torwart Teemu Ukkonen streckte sich vergeblich, der Ball zappelte im Netz. 2:1 Pruszkow - und wieder jubelte Kowalik, diesmal mit ausgestrecktem Zeigefinger in Richtung des Fanblocks, als wollte er sagen: "Ich hab’s euch doch gesagt."

"Wir wussten, dass Amadeus heiß ist", erklärte Gästetrainer Stefan Petruck mit einem zufriedenen Lächeln. "Er hat seit Wochen im Training alles reingehauen. Heute hat er sich selbst belohnt - und uns gleich mit."

Rush Chorzow war nun gefordert, und Trainer Ussia reagierte: In der 68. Minute musste Dawid Baszczynski verletzt raus, für ihn kam Juergen Menzel. Wenig später folgte Tord Uggla, der das Mittelfeld stabilisieren sollte. "Ich hab eigentlich gehofft, dass ich gar nicht rein muss", gab Uggla nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern zu, "aber dann hieß es: ’Tord, zieh dich warm an!’ - und das hab ich wörtlich genommen."

Chorzow drückte, suchte über Wojcicki und den eingewechselten Menzel immer wieder den Weg nach vorne. Pablo Calvente zog mehrfach aus der Distanz ab, Karol Gilewicz stieg bei Ecken wuchtig hoch - doch Pruszkows Torwart Pedro Sousa erwischte einen Sahnetag. Vor allem in der Schlussphase, als Gilewicz in der 87. Minute per Kopf fast den Ausgleich erzielte, rettete Sousa mit einer Flugeinlage, die eher an Ballett erinnerte als an Torwarttechnik.

"Pedro hat uns heute das Leben gerettet", meinte Kowalik später, "ich schulde ihm mindestens ein Abendessen - oder zwei."

Rush Chorzow kämpfte bis zum Schluss, mit vollem Einsatz und wachsender Verzweiflung. Die Taktik wurde zunehmend riskant, das Spiel wilder. In der Nachspielzeit probierte sogar Innenverteidiger Gilewicz sein Glück aus 25 Metern, aber der Ball rauschte knapp vorbei. Dann pfiff der Schiedsrichter ab - und während die Gäste ausgelassen jubelten, blieb Chorzow konsterniert zurück.

Trainer Ussia nahm es mit Galgenhumor: "Wir haben uns selbst geschlagen. Und Kowalik. Vor allem Kowalik."

So zieht SK Pruszkow nach einem leidenschaftlichen 2:1-Auswärtssieg ins Pokalfinale ein. Verdient? Ja. Überlegen? Nicht unbedingt. Aber im Pokal zählt nun mal nicht, wer schöner spielt, sondern wer die Tore macht. Und davon hatte Amadeus Kowalik zwei - genau die richtige Zahl für eine Nacht, über die man in Pruszkow wohl noch lange reden wird.

Oder wie es ein Fan im Bus nach dem Spiel formulierte: "Wenn Kowalik so weitermacht, brauchen wir gar kein Finale mehr - wir können gleich den Pokal gravieren lassen."

21.12.643987 00:27
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wenn sie mich heute Scheiße fragen, wissen Sie auch nicht, ob Sie morgen noch ihren Job haben.
Andreas Brehme nach einer Niederlage auf die Frage, ob er glaubt, am nächsten Tag noch Trainer des 1.FC Kaiserslautern zu sein.[t]Andreas Brehme
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager