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SK Pruszkow zerlegt Sleza Wroclaw - ein Fünferpack und kein Pardon

Was für ein Fußballabend in Pruszkow! 39.205 Zuschauer sahen beim 30. Spieltag der 1. Liga Polen ein Heimteam, das vom Anpfiff weg keine Gefangenen machte. 5:0 hieß es am Ende für SK Pruszkow gegen ein völlig überfordertes Sleza Wroclaw - und ehrlich gesagt, das Ergebnis schmeichelt den Gästen noch.

Schon nach zwei Minuten brannte der Rasen. Der 18-jährige Stanislaw Ogaza, der aussieht, als würde er noch nebenbei für die Jugendmannschaft der Schule kicken, traf nach schöner Vorarbeit von Tomasz Mieciel zum 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Ogaza später, "aber wenn der Ball so will, dann lass ich ihn halt." Trainer Stefan Petruck lachte nur und meinte trocken: "Das war so gewollt. Natürlich."

Sleza Wroclaw, von Coach Andy Larkin eigentlich mit einem defensiven Konterkonzept geschickt ("Wir wollten erstmal sehen, was Pruszkow macht"), hatte kaum Zeit, überhaupt zu sehen, wo der Ball war. Nach 18 Minuten donnerte Linksverteidiger Charles Fraser das Leder von der Strafraumkante ins Netz - ein satter Schuss, dem Torwart Domenik Gadocha wohl noch im Traum nachfliegen wird. Larkin war danach sichtlich bedient: "Wir wollten dicht stehen, aber offenbar haben die Jungs das mit "stehen" zu wörtlich genommen."

Und es kam noch dicker: In der 30. Minute schlug der 17-jährige Nenad Zdravkovic zu, der mit jugendlicher Unbekümmertheit einfach alles anrannte, was sich bewegte - und den Rest überlief. Wieder war Mieciel beteiligt, diesmal mit einem butterweichen Pass. 3:0 zur Pause, und im Stadion herrschte Volksfeststimmung.

Die Statistik zur Halbzeit sprach Bände: 11 Torschüsse zu einem, 54 Prozent Ballbesitz für Pruszkow, Tacklingquote 58 Prozent - kurz: totale Kontrolle. Sleza versuchte, sich in der Kabine neu zu sortieren, brachte zur zweiten Hälfte zwei frische Offensivkräfte. Doch was half’s?

In Minute 53 setzte sich Mittelstürmer Domenik Szymkowiak nach einem Abpraller im Fünfmeterraum durch und drückte den Ball über die Linie. 4:0 - der Rest war Schaulaufen. Szymkowiak, der später in der Mixed Zone lässig an einem Energydrink nippte, meinte: "Wir wollten zeigen, dass wir auch nach vorne Spaß haben können. Heute hat’s einfach Klick gemacht."

Und dann, als sich viele schon auf den Heimweg machten, kam Zdravkovic in der Nachspielzeit noch einmal angerauscht. Charles Fraser flankte, der 17-Jährige hielt die Innenseite hin - Tor Nummer fünf. Der Stadionsprecher überschlug sich beinahe, und Trainer Petruck drehte sich zur Bank und sagte, halb ernst, halb grinsend: "So, jetzt können wir wirklich pünktlich duschen gehen."

Ganz ohne Schatten blieb der Abend allerdings nicht: Der junge Leandro Jorge, erst in der 53. Minute eingewechselt, sah nach zwei Gelben in der 84. Minute Gelb-Rot. "Er war halt ein bisschen zu eifrig", meinte Petruck milde. "Ich nehme das lieber so, als wenn einer Angst vor dem Ball hat."

Die Gäste dagegen wirkten am Ende froh, dass der Schiedsrichter pünktlich abpfiff. Ihr einziger Torschuss (Minute 40, Marcel Kosowski) war mehr ein freundlicher Gruß an den Torwart Pedro Sousa als eine echte Prüfung. "Wir müssen lernen, dass Verteidigen nicht nur Zuschauen heißt", sagte Larkin später, sichtlich bemüht, Fassung zu bewahren.

Die Zahlen untermauern das Debakel: 17:1 Torschüsse für Pruszkow, 54 Prozent Ballbesitz, ein taktisch offensiv ausgerichtetes Heimteam gegen eine defensive Wroclaw-Elf, die nie ins Spiel kam. Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit stehenden Ovationen - und die jungen Wilden von Pruszkow verließen den Platz mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Ungläubigkeit pendelte.

"Fünf Tore, kein Gegentor - das klingt besser als jede Playlist", witzelte Zdravkovic zum Schluss. Und man hat ihm jedes Wort geglaubt.

Fazit: SK Pruszkow spielte, als wolle man die Liga im Alleingang aufmischen, während Sleza Wroclaw wohl noch immer nach dem Ball sucht. Wenn die Jungs von Petruck so weitermachen, wird es in dieser Liga bald eng - für alle anderen.

19.03.643990 07:40
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