Gazeta Sportowy
+++ Sportzeitung für Polen +++

SK Pruszkow zerlegt Gormick Zabrze - jung, wild und gnadenlos effizient

35661 Zuschauer im Stadion von Pruszkow erlebten am Donnerstagabend einen jener Fußballabende, an denen sich ein Team in einen Rausch spielt - und das andere verzweifelt versucht, den Ball überhaupt mal über die Mittellinie zu bringen. SK Pruszkow besiegte Gormick Zabrze mit 3:0 (2:0) und hätte, Hand aufs Herz, auch 6:0 gewinnen können.

Schon nach wenigen Minuten war klar, wer hier den Ton angibt. Die Hausherren starteten offensiv, flankierten über beide Flügel und ließen die Gäste kaum aus der eigenen Hälfte. Der erst 17-jährige Robert Lewandowski - nein, nicht der - prüfte Torhüter Lubanski bereits in der 2. und 3. Minute. Trainer Stefan Petruck grinste später: "Ich hab ihm gesagt, er soll einfach mal schießen. Er hat’s wörtlich genommen."

In der 30. Minute dann die Belohnung: Nach einem Eckball von Lewandowski stieg Innenverteidiger Daniel Szczepaniak am höchsten und köpfte den Ball wuchtig ins Netz - 1:0. Der Youngster rannte jubelnd zur Bank, während Petruck ihm zurief: "Du bist Verteidiger, kein Stürmer!" - und sich dann selbst das Lachen nicht verkneifen konnte.

Nur drei Minuten später folgte der nächste Treffer. Constantin Furtok, der Routinier im Team, zog von links ins Zentrum, bekam den Ball von Philip Szamotulski und schlenzte ihn lässig ins rechte Eck. 2:0 - und Zabrze taumelte. "Wir haben den Ballbesitz, aber die Tore machen die anderen", murmelte Gormicks Trainer in der Halbzeit zu einem Kollegen. Tatsächlich hatten seine Spieler mit 52 Prozent Ballbesitz mehr vom Spiel - allerdings nur in den ungefährlichen Zonen.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: Pruszkow stürmte, Zabrze schwamm. In der 60. Minute fiel dann das 3:0 - Tomasz Mieciel schloss nach herrlichem Zuspiel von Nael Costa ab. "Ich wollte eigentlich flanken, aber der Ball war zu schön", grinste Mieciel hinterher. Ein Treffer, der sinnbildlich für das Spiel stand: jugendliche Unbekümmertheit trifft auf lethargische Verteidigung.

Danach nahm Pruszkow etwas das Tempo raus - vielleicht auch, weil die Partie längst entschieden war. Die Gäste schafften es in 90 Minuten auf exakt einen Torschuss, abgegeben von Innenverteidiger Kusma Trefilow in der 78. Minute. Der Ball flog hoch über das Tor, was immerhin den Kameramann auf der Tribüne aufschreckte.

Die Schlussphase war noch einmal turbulent - allerdings nur auf der Disziplinarseite. Zuerst sah Pruszkows Rechtsverteidiger Leandro Jorge Gelb (67.), dann Zabrzes Amaury Maniche doppelt Gelb und damit Gelb-Rot (85.). "Ich wollte nur den Ball treffen", erklärte der 19-Jährige später mit Unschuldsmiene. Der Schiedsrichter kommentierte trocken: "Hat er ja, aber mit beiden Beinen und drei Sekunden zu spät."

Während sich die Gäste in Unterzahl noch bemühten, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen, wechselte Petruck munter durch. Der 17-jährige Bryan Panis durfte für Joaquin Maniche ran, später kam auch Marcello Amendolara - der prompt am Pfosten scheiterte. Die Fans feierten trotzdem jede Ballberührung, als stünde das 3:0 erst bevor.

Statistisch wirkte das Spiel fast grotesk: Gormick Zabrze hatte mehr Ballbesitz, doch Pruszkow schoss 19-mal aufs Tor, die Gäste ein einziges Mal. Tacklingquote? 60 zu 40 Prozent. Und im Willen, Herz und Spielfreude war der Unterschied ohnehin nicht zu messen.

"Wir haben heute Fußball gespielt, nicht nur den Ball gehalten", sagte Trainer Petruck nach der Partie mit einem Seitenhieb auf den Gegner. "Meine Jungs wollten zeigen, dass jung nicht naiv heißt."

Und wie! Szczepaniak (18), Lewandowski (17), Mieciel (20) - eine Generation, die gestern Abend so aufspielte, als hätte sie nie etwas anderes getan. Selbst der erfahrene Furtok, Torschütze zum 2:0, lobte: "Ich fühle mich alt neben denen - aber verdammt glücklich."

Gormick-Trainer, dessen Name man besser verschweigt, fasste das Schicksal seines Teams mit Galgenhumor zusammen: "Wenn du 52 Prozent Ballbesitz hast und trotzdem 0:3 verlierst, solltest du vielleicht mal fragen, was du mit dem Ball eigentlich machst."

So bleibt ein klarer Sieg für SK Pruszkow, ein Abend voller Tempo, Witz und jugendlicher Dreistigkeit - und das Gefühl, dass in dieser Mannschaft etwas heranwächst. Vielleicht nicht gleich Meisterpotenzial, aber ganz sicher: Unterhaltungsgarantie.

Schlusswort? In Pruszkow weiß man jetzt: Wenn selbst der Innenverteidiger trifft, läuft’s rund.

16.12.643993 05:50
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Dazu müsste erst einmal ein Bundestrainer zum Betzenberg kommen. Der Letzte war meines Wissens Sepp Herberger.
Mario Basler über ein mögliches Comeback in der Nationalmannschaft
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager