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SK Pruszkow zerlegt FC Katowice - ein 6:0 mit Ansage und Augenzwinkern

Es gibt Spiele, bei denen man schon nach fünf Minuten ahnt, wie das Ganze endet. Das Duell zwischen SK Pruszkow und dem FC Katowice an diesem frostigen Februarabend war eines davon. 40.932 Zuschauer im Pruszkower Stadion sahen einen Fußballabend, der so einseitig war, dass selbst der Stadionsprecher irgendwann nur noch "Tor für Pruszkow!" in Dauerschleife rufen konnte - sechsmal insgesamt, und das mit wachsender Heiserkeit.

Schon nach zwei Minuten zischte der erste Schuss aufs Tor von Domenik Szymkowiak, kurz darauf prüfte der 19-jährige Zbigniew Spizak den Katowicer Keeper zum ersten Mal ernsthaft. In der 14. Minute war dann Schluss mit der Freundlichkeit: Spizak, scheinbar mit Frühjahrsenergie im Blut, traf zum 1:0. "Ich wollte einfach mal gucken, ob der Ball reinpasst - und siehe da, er passte perfekt", grinste der Youngster später in die Kameras.

Katowice? Irgendwie dabei, aber nie mittendrin. Die Gäste wirkten, als hätten sie den falschen Bus genommen - den zur Yogastunde statt zum Ligaspiel. Ganze ein (!) Schuss aufs Tor in 90 Minuten, statistisch also fast unsichtbar. Währenddessen hatte Pruszkow 20 Abschlüsse, 62 Prozent Ballbesitz und offenbar einen Pakt mit dem Fußballgott geschlossen.

Das 2:0 in der 25. Minute war eine kleine Kunstinstallation: Linksverteidiger Adam Malfoy (!) flankte punktgenau auf Tomasz Mieciel, der den Ball volley nahm und ins rechte Eck zimmerte. "Ich hab’ den gar nicht richtig gesehen, nur gehört, wie der Ball einschlug", sagte FC-Keeper Domenik Gorgon später - trocken, aber ehrlich.

Und bevor Katowice sich vom Schock erholen konnte, klingelte es erneut. Christopher Preston (33.) schob nach feiner Vorarbeit von Grzegorz Chalaskiewicz zum 3:0 ein. Zur Pause schauten sich die Gäste gegenseitig an, als hätten sie gerade einen besonders bösen Streich der Fußballgötter erlebt.

Trainer Stefan Petruck von Pruszkow blieb in der Kabine gelassen. "Ich hab’ den Jungs nur gesagt: Macht einfach weiter, aber bitte keine Slapstick-Einlagen." Sie hielten sich daran - und legten sogar noch zu.

In Minute 56 zeigte Innenverteidiger Veljko Ivic, dass auch robuste Abwehrrecken filigrane Füße besitzen können. Nach einer Ecke von Mateusz Hajto drosch er den Ball aus zehn Metern humorlos ins Netz - 4:0. Drei Minuten später beschenkte Hajto sich selbst: Mieciel legte quer, Hajto traf - 5:0.

Katowice, die sich taktisch über 90 Minuten stoisch "ausgewogen" gaben, wirkten wie ein Team, das lieber den Bus parkt - leider einen Linienbus mit offener Tür. Kein Pressing, kaum Aggressivität, null Gegenwehr. Selbst der Schiedsrichter hatte Mitleid und ließ ein paar Sekunden Nachspielzeit extra verstreichen.

Doch genau in dieser Nachspielzeit setzte Adam Malfoy (94.) den Schlusspunkt - ausgerechnet der Mann, der beim zweiten Tor die Vorlage gegeben hatte. Wieder kam der Pass von Chalaskiewicz, wieder war Gorgon chancenlos. 6:0. Der Rest war Jubel, Gesang und ein wenig ungläubiges Schulterzucken auf der Tribüne.

Nach dem Spiel grinste Petruck in die Mikrofone: "Ich weiß auch nicht, was die Jungs gefrühstückt haben, aber ich bestell’ morgen dasselbe." Sein Gegenüber, sichtlich zerknirscht, murmelte nur: "Wir hatten wohl Reissuppe ohne Reis."

Zbigniew Spizak, der Torschütze des ersten Treffers, wurde von den Fans gefeiert, als wäre er gerade zum Bürgermeister von Pruszkow gewählt worden. "Das war heute einfach Spaßfußball", sagte er - und lachte, als er hörte, dass Katowice in der Statistik mit 37 Prozent Ballbesitz geführt wurde. "Wirklich? So viel?"

Während das Stadion langsam leer wurde, blieb ein Gedanke hängen: Wenn SK Pruszkow so weitermacht, wird die 1. Liga Polen bald sehr kleine Brötchen backen müssen. Und FC Katowice? Sollte vielleicht über eine defensive Nachschulung nachdenken - oder zumindest über Pressing, das nicht nur auf dem Papier steht.

Ein letzter Blick auf die Anzeigetafel, die noch immer "6:0 (3:0)" zeigte, und ein leises Raunen durch die Zuschauerreihen: "Das war kein Spiel, das war eine Machtdemonstration."

Oder, wie der Stadionsprecher beim Rausgehen seufzte: "Ich hab selten so viel zu tun gehabt - und trotzdem Mitleid mit den anderen."

Ein Abend, der in Pruszkow noch lange erzählt werden wird - vorzugsweise mit einem breiten Grinsen.

05.08.643990 14:55
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