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SK Pruszkow trotzt Unterzahl und schlägt Orda Opole 2:1

Ein grauer Januarabend, Flutlicht über Pruszkow, 40.559 Fans mit Schal, Hoffnung und kalten Fingern - und am Ende eine Partie, die alles hatte: Tore, Karten, Drama und einen Trainer, der nach Abpfiff lieber den Rasen küsste als Interviews gab. SK Pruszkow bezwang Orda Opole mit 2:1 (1:0) und lieferte dabei eine Lehrstunde in Sachen Effizienz - oder, wie Trainer Stefan Petruck es formulierte: "Manchmal musst du dem Ball einfach sagen, wo er hin soll. Heute hat er zugehört."

Dabei sah es lange nicht danach aus, als würde Pruszkow den Favoriten aus Opole überhaupt in Schwierigkeiten bringen. Die Gäste, taktisch gewohnt ausgewogen und mit fast 60 Prozent Ballbesitz, ließen die Kugel zirkulieren, als hätten sie einen Exklusivvertrag mit ihr. Doch schön spielen allein bringt keine Punkte - das wusste man in Pruszkow schon, als die Flutlichtmasten noch aus Holz waren.

Die Hausherren setzten auf Flügelspiel und schnörkellose Abschlüsse - ganze 21 Mal zielten sie auf das Tor von Opoles Keeper Mateusz Boniek, der sich mehr als einmal zum lebenden Schutzschild verwandelte. In der 38. Minute war aber auch er machtlos: Ein schneller Angriff über rechts, Adrian Kosowski flankt scharf nach innen, und Amadeus Kowalik, 28 Jahre, rechter Stürmer und laut eigener Aussage "kein Kopfballungeheuer, aber heute halt mal eins", nickt zum 1:0 ein. Das Stadion explodierte, und selbst die Ordner klatschten kurz.

"Wir haben uns den Ballbesitz nicht ausgesucht, er war einfach immer wieder bei uns", sagte Orda-Trainer Peter Pan später süffisant. "Aber wenn du 60 Prozent Ballbesitz hast und nur drei Torschüsse, dann weißt du, wo der Haken im Märchenbuch ist."

Nach der Pause änderte sich das Bild kaum. Opole drückte, Pruszkow verteidigte mit Herz, Bein und gelegentlich auch Stirn. In der 53. Minute brachte Petruck den jungen Philip Szamotulski für den angeschlagenen Joaquin Maniche, um das Zentrum zu stabilisieren. Sechs Minuten später folgte eine weitere Wechsel-Posse: Der 18-jährige Tomasz Mieciel kam für den müden Constantin Furtok - und holte sich prompt zwölf Minuten später Gelb. "Er wollte zeigen, dass er da ist", grinste Petruck, "und das hat der Schiri auch gemerkt."

Dann die 74. Minute: Jerzy Augustyn tankte sich rechts durch, sah Dario Poggi starten und legte quer. Poggi, schon mit einem halben Fuß in der Kabine (er wurde unmittelbar danach ausgewechselt), traf trocken ins lange Eck. 2:0 - und das Spiel schien entschieden. Der Italiener winkte Richtung Bank, als wollte er sagen: "Jetzt könnt ihr mich rausnehmen." Gesagt, getan - Stanislaw Ogaza kam, Poggi verschwand unter Applaus.

Doch wer dachte, das war’s, hatte die Rechnung ohne Veljko Ivic gemacht. Der serbische Innenverteidiger, bis dahin Turm in der Abwehr, verlor kurz die Nerven - und in der 79. Minute auch das Spielfeld. Nach einem rustikalen Einsteigen sah er glatt Rot. "Ich habe den Ball getroffen", behauptete er später, "nur leider hatte der Gegner denselben Plan."

In Unterzahl begann das große Zittern. Opole witterte die Chance, und in der 81. Minute schlug Owen Forbes zu - nach feinem Zuspiel von Bartosz Majak. 2:1, nur noch neun Minuten zu spielen. Die Gäste warfen alles nach vorn, doch Keeper Pedro Sousa hielt, was zu halten war, und ein bisschen mehr.

Als Schiedsrichter Zielinski endlich abpfiff, rissen die Pruszkower die Arme hoch, als hätten sie die Meisterschaft gewonnen. "Das war ein Sieg der Moral", meinte Petruck. "Und ein Sieg der Effizienz - drei Chancen, zwei Tore. Mathematik, die mir gefällt." Sein Gegenüber Peter Pan hingegen wirkte wie ein Mann, der den Faden verloren hatte: "Wir haben kontrolliert, dominiert, aber offenbar vergessen, dass Tore zählen."

Fazit: Pruszkow zeigte, dass Ballbesitz kein Selbstzweck ist, und verteidigte in Unterzahl mit Leidenschaft. Orda Opole spielte schön, aber ohne Biss. Die Statistik liest sich wie ein schlechter Witz - 21 zu 3 Torschüsse für Pruszkow, aber nur 40 Prozent Ballbesitz. Doch Fußball ist eben kein Schönheitswettbewerb, sondern ein Ergebnissport.

Oder, wie der übermütige Amadeus Kowalik beim Verlassen des Platzes grinste: "Schreibt ruhig, dass wir hässlich gewonnen haben. Hauptsache, gewonnen."

Und das taten sie. 2:1. Drei Punkte. Und eine Nacht zum Einrahmen in Pruszkow.

09.12.643987 04:29
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