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SK Pruszkow triumphiert im Pokalfinale - Lubin kämpft, aber vergeblich

Es war ein Abend, wie ihn Pokalromantiker lieben: 20.000 Zuschauer, Flutlicht, kalte Luft, gespannte Gesichter - und am Ende ein Sieger, der sich diesen Titel mit Schweiß, Wucht und einer Prise Wahnsinn erarbeitete. SK Pruszkow besiegte den FC Lubin mit 2:1 (2:1) und sicherte sich damit den Pokal.

Trainer Stefan Petruck, sonst eher ein Mann der nüchternen Worte, stand nach Abpfiff mit einem Grinsen im Gesicht, das man sonst nur bei Lottogewinnern sieht. "Die Jungs haben sich heute für eine ganze Saison belohnt. Wir wollten mutig sein, und das waren wir - manchmal fast zu sehr", lachte der Coach, während er versuchte, dem durchnässten Anzug zu entkommen, den seine Spieler ihm mit einer Champagnerdusche verpasst hatten.

Schon in der Anfangsphase zeichnete sich ab, dass Pruszkow mehr vom Spiel wollte. Mit 18 Torschüssen zu mageren vier der Gastgeber war das Kräfteverhältnis so eindeutig wie ein schlecht gemischter Kartensatz. Dario Poggi eröffnete in der 26. Minute mit einem wuchtigen Schuss aus spitzem Winkel - nach feiner Vorarbeit von Jerzy Augustyn - das Torfestival. Nur eine Minute später legte Amadeus Kowalik nach, der die Lubiner Hintermannschaft aussehen ließ, als hätte sie beim Einlaufen die Stollen vergessen.

"Da haben wir kurz wie Touristen im eigenen Strafraum gewirkt", knurrte FC-Coach Oli Dudek später, der trotz der Niederlage Fassung bewahrte. "Aber die Jungs haben reagiert. Und Henri hat gezeigt, dass er ein echter Killer sein kann."

Gemeint war Henri Cloutier, gerade einmal 21 Jahre alt, der in der 34. Minute nach einem präzisen Querpass von Janek Lesniak den Ball humorlos in den Winkel drosch. Das Stadion tobte, und Lubin witterte Morgenluft. Doch es sollte der einzige Treffer der Hausherren bleiben - und das, obwohl Cloutier noch dreimal gefährlich abschloss (34., 38., 46., 60.), aber stets am glänzend aufgelegten Pruszkow-Keeper Pedro Sousa scheiterte.

In der Halbzeitpause hörte man Dudek in der Kabine angeblich sagen: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens mit Anstand - und ohne noch mehr Gelbe Karten!" Kurz vor Schluss hielt sich Diego Peretz allerdings nicht daran. Seine gelbe Karte in der 73. Minute war das sinnbildliche Zeichen, dass Lubin zwar kämpfte, aber oft mehr mit den Nerven als mit dem Gegner rang.

Pruszkow blieb indes cool. Petruck ließ sein Team taktisch ausgewogen agieren, ohne übermäßiges Pressing, aber mit langen Bällen über die Flügel - eine simple, altmodische, aber effektive Formel. Als Dario Poggi in der 77. Minute ausgewechselt wurde, bekam er stehende Ovationen der mitgereisten Fans. Sein Ersatz, der erfahrene Rafael Acevedo, grinste später: "Ich bin reingekommen, um Zeit von der Uhr zu nehmen - und das habe ich hervorragend gemacht."

Lubin versuchte in der Schlussphase noch einmal alles. Torwart Bartosz Janas rannte in der Nachspielzeit bei einer Ecke mit nach vorne, aber der Ball segelte an Freund und Feind vorbei. Als der Schlusspfiff ertönte, sank Cloutier auf die Knie - erschöpft, enttäuscht, aber nicht gebrochen. "Wir waren nah dran. Vielleicht zu nah, um klar zu denken", murmelte er später in der Mixed Zone.

Die Statistik spricht eine klare Sprache: 52 Prozent Ballbesitz für Pruszkow, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 18 Torschüsse - und vor allem zwei Tore, die den Unterschied machten. Lubin hielt dagegen, aber der Mut zur Offensive kam zu spät, das Risiko zu zaghaft.

"Ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen - außer vielleicht, dass sie zu lange Respekt hatte", sagte Dudek mit verschmitztem Lächeln, bevor er in der Katakombe verschwand. Petruck hingegen schwenkte den Pokal wie ein Rockstar, der gerade sein Comeback feiert. "Das ist für unsere Stadt, für unsere Fans und für alle, die geglaubt haben, dass wir nur Defensivkünstler sind!" schrie er in die Mikrofone, bevor ihn seine Spieler in die Kabine zogen - zum zweiten Mal mit Champagner bewaffnet.

Ein Pokalfinale voller Tempo, Emotionen und Geschichten: SK Pruszkow krönt eine Saison der Konstanz mit einem verdienten 2:1-Sieg. FC Lubin bleibt nur die Erkenntnis, dass man Spiele nicht allein mit Ballbesitz gewinnt - und dass ein junger Stürmer namens Henri Cloutier noch öfter von sich hören lassen wird.

Und irgendwo im Stadion hallte ein Satz nach, den ein älterer Fan auf der Tribüne murmelte: "Wenn sie so weiterspielen, dann schreibt Pruszkow bald Geschichte." Nun, der erste Satz dieses Kapitels ist geschrieben.

22.04.643990 23:37
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Wenn sie mich heute Scheiße fragen, wissen Sie auch nicht, ob Sie morgen noch ihren Job haben.
Andreas Brehme nach einer Niederlage auf die Frage, ob er glaubt, am nächsten Tag noch Trainer des 1.FC Kaiserslautern zu sein.[t]Andreas Brehme
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