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SK Pruszkow tanzt Sanjoanense aus - 4:2-Sieg mit polnischer Präzision

Wenn in Pruszkow die Flutlichter angehen, scheint selbst der Winter kurz Pause zu machen. 43.500 Zuschauer trotzten am 15. Januar der Kälte und wurden belohnt: Der SK Pruszkow besiegte Sanjoanense mit 4:2 in einem Spiel, das mehr Tempo hatte als ein Espresso doppio im Morgengrauen.

Dabei begann alles gar nicht so verheißungsvoll für die Hausherren. In der 11. Minute stach Sanjoanenses linke Flügelfee Carles Sa Pint eiskalt zu. Nach einem feinen Zuspiel von Kayahan Keser schob der 24-Jährige den Ball mit der Seelenruhe eines Chirurgen ins lange Eck - 0:1. "Wir wollten ihnen zeigen, dass wir auch im Schnee Samba tanzen können", grinste Sa Pint später, bevor er in der 75. Minute mit hängendem Kopf ausgewechselt wurde.

Doch wer die Polen kennt, weiß: Ein Rückstand ist in Pruszkow nur der Beginn eines Comebacks. Sechs Minuten später zirkelte Grzegorz Chalaskiewicz den Ball in den Lauf von Dario Poggi - und der traf mit links ins Glück (17.). Trainer Stefan Petruck ballte an der Seitenlinie die Faust, als wolle er gleich selbst eingewechselt werden. "Dario hat’s genau so gemacht, wie wir’s im Training nie hinbekommen", witzelte er nach der Partie.

Die Gastgeber übernahmen nun die Kontrolle. 53 Prozent Ballbesitz, 13 Torschüsse, und immer wieder dieser Amadeus Kowalik, der auf der rechten Seite den Turbo zündete. In der 42. Minute war’s dann soweit: Poggi legte quer, Kowalik traf - 2:1. Der Jubel war so laut, dass selbst die Tauben auf der Haupttribüne Reißaus nahmen.

Nach der Pause setzte Petruck auf Ruhe statt Risiko - zumindest bis Minute 55, als Chalaskiewicz für eine eher rustikale Grätsche Gelb sah. "Ich bin halt kein Tänzer", meinte er augenzwinkernd. Sanjoanense-Trainer Mario Weinzettl tobte derweil an der Seitenlinie, fuchtelte mit den Armen und rief seinem Team zu: "Mehr Biss, Männer!" Es half wenig.

Denn ab der 70. Minute zerlegte Pruszkow die portugiesischen Gäste in ihre Einzelteile. Erst traf Constantin Furtok nach einem Eckball (71.) zum 3:1, dann legte der junge Jerzy Augustyn nur eine Minute später das 4:1 nach - diesmal nach Vorarbeit von, genau, Furtok. "Ich hab einfach gesehen, dass Jerzy frei steht. Und dann dachte ich: Warum nicht?", grinste der Torschütze, während Augustyn daneben stand und schüchtern nickte.

Sanjoanense wechselte verzweifelt doppelt, brachte Inigo Dieguez und Vitor Tonel. Und tatsächlich: In Minute 76 gelang Dieguez nach Vorarbeit des unermüdlichen Keser das 4:2. Hoffnung glomm auf, aber nur kurz. "Wir wollten noch mal alles reinwerfen", erklärte Weinzettl später, "aber Pruszkow hat uns mit jedem Pass ein bisschen mehr eingefroren."

Die letzten Minuten waren Schaulaufen. Kowalik tänzelte, Furtok probierte’s noch einmal (93.), aber das Netz zitterte nicht mehr. Schiedsrichterin Marta Gorska pfiff ab - und Pruszkow feierte.

Statistisch gesehen war’s ein recht ausgeglichenes Spiel: 53 zu 47 Prozent Ballbesitz, 13 zu 9 Torschüsse, zwei Gelbe Karten, null rote Gesichter bei den Gastgebern. Taktisch blieb Petrucks Team über 90 Minuten ausgewogen, während Sanjoanense es offensiv versuchte, aber defensiv die Ordnung verlor - eine gefährliche Mischung, wenn der Gegner geradezu klinisch effizient trifft.

"Wir haben gezeigt, dass wir im Januar nicht nur Schnee schippen, sondern auch Fußball spielen können", sagte Petruck mit breitem Lächeln. Sein Gegenüber Weinzettl seufzte: "Vier Tore aus vier Chancen - das ist nicht Taktik, das ist Folklore."

Und so ging ein Europaliga-Abend zu Ende, der in Pruszkow wohl noch lange Gesprächsthema bleibt. Während die Fans in der Straßenbahn über Furtoks Passquote debattierten, zündete irgendwo ein Kind eine Wunderkerze - vielleicht aus Freude, vielleicht aus Stolz.

Denn eines ist sicher: Wenn SK Pruszkow so weiterspielt, wird’s in der Europaliga bald richtig heiß - selbst mitten im polnischen Winter.

30.06.643987 13:44
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Herzlichen Glückwunsch an Marco Kurz. Seine Frau ist zum zweiten Mal Vater geworden.
Thomas Häßler
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