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SK Pruszkow tanzt Radomiak schwindlig - Poggi glänzt beim 3:0-Heimsieg

Von einem "ausgeglichenen Spiel" zu sprechen, wäre an diesem Abend in Pruszkow so, als würde man behaupten, der Winter sei nur ein längerer Herbst. SK Pruszkow bezwang am 24. Spieltag der 1. polnischen Liga den RKS Radomiak klar mit 3:0 (0:0) - und das vor stolzen 39.773 Zuschauern, die sich bei Flutlicht und lautstarkem Chor zwischen Hoffnung, Unglauben und Begeisterung bewegten.

In der ersten Halbzeit gab es zunächst mehr Spannung als Zählbares. Zwar feuerten die Hausherren schon früh, vor allem über Amadeus Kowalik und den quirlig agierenden Dario Poggi, aus allen Lagen - doch der Ball wollte einfach nicht rein. "Ich hab irgendwann gedacht, das Tor ist verflucht", grinste Poggi später. Radomiak kam dagegen kaum gefährlich vor das Gehäuse von Keeper Pedro Sousa. Ihre fünf Abschlüsse wirkten eher wie höfliche Hinweise: "Wir sind auch hier."

Trainer Stefan Petruck von Pruszkow stand an der Seitenlinie mit verschränkten Armen, beobachtete sein Team mit dem Ausdruck eines Mannes, der weiß, dass Geduld manchmal die schönste Waffe ist. "Wir wussten, dass Radomiak viel Ballbesitz haben will", sagte er nach dem Spiel. "Aber Ballbesitz gewinnt keine Spiele - Tore schon." Und die sollten kommen, in einer zweiten Halbzeit, die sich in die Vereinschronik eingravieren dürfte.

62. Minute: Adrian Kosowski, der junge Rechtsverteidiger mit der Dynamik eines Expresszugs, sprintete die Linie entlang, flankte präzise in den Strafraum, wo Poggi lauerte wie ein Jäger. Ein kurzer Blick, ein trockener Schuss - 1:0! Das Stadion explodierte. Zwei Minuten später, kaum hatte sich der Schall gelegt, wieder Poggi. Diesmal nach Vorarbeit von Grzegorz Chalaskiewicz, der in der Zentrale endlich Räume fand. Poggi nahm die Kugel elegant mit und vollendete eiskalt ins lange Eck - 2:0!

"Ich dachte, der Schiedsrichter hebt gleich wieder die Fahne", gestand Poggi lachend. "Aber diesmal war ich wirklich nicht im Abseits - ehrlich!" Selbst Trainer Petruck konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen: "Er war so überrascht, dass er fast vergessen hat zu jubeln."

Radomiak-Trainer Lukas Breer sah dagegen aus, als hätte ihm jemand den Lieblingskaffee entzogen. Seine Mannschaft versuchte zwar, offensiv zu reagieren - doch es blieb bei Bemühungen. Brede Jakobsen und Severin Piechniczek hatten noch zwei ordentliche Abschlüsse, aber Sousa im Pruszkower Tor machte sich breit wie ein Doppeldeckerbus.

In der 70. Minute reagierte Petruck taktisch klug, brachte den erfahrenen Kamil Niedzielan für den jungen Malachow, um die Defensive zu stabilisieren. Gleichzeitig kam mit dem 19-jährigen Stanislaw Ogaza frischer Wind für den Doppeltorschützen Poggi. "Ich hab ihm gesagt: Lauf einfach, als würdest du den Bus verpassen", verriet Petruck mit einem Augenzwinkern. Ogaza tat wie geheißen - und beschäftigte die müde Radomiak-Abwehr weiter.

Der Schlusspunkt gehörte allerdings einem Routinier: Jerzy Zurawski, 34 Jahre jung, traf in der 86. Minute zum 3:0. Nach Vorarbeit von Noe Costa zog er aus zentraler Position ab, und der Ball zappelte im Netz, während Torhüter Zoran Mihajlovic nur noch hinterherblickte. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Zurawski später, "aber manchmal hat der Ball eben andere Pläne."

Das Publikum tobte, der Stadionsprecher überschlug sich beinahe, und auf der Trainerbank der Gastgeber wurde gejubelt, als ginge es um die Meisterschaft. Radomiak hingegen blieb nur der Trost, mehr Ballbesitz gehabt zu haben - 51,5 Prozent, um genau zu sein. Doch das ist, wie man weiß, eine Statistik, die in der Kabine selten Applaus bekommt.

Die Partie endete mit drei Gelben Karten für Pruszkow (Malachow, Chalaskiewicz, Zurawski) und einer für Radomiaks Verteidiger Sigurd Vidarsson - was die Zweikampfbilanz (56 Prozent für Pruszkow) in etwa widerspiegelt.

Nach dem Schlusspfiff standen die Fans noch minutenlang auf den Rängen, sangen und schwenkten ihre Schals. "Das war Fußball, wie wir ihn lieben - mit Herz, Druck und einem Poggi, der heute einfach alles getroffen hat", sagte ein euphorischer Zuschauer, bevor er in der Menge verschwand.

Trainer Breer hingegen fasste den Abend nüchtern zusammen: "Wir waren bemüht, aber Pruszkow war effizient. Drei Chancen, drei Tore - so einfach ist Fußball manchmal."

Und damit hatte er recht. Manchmal ist Fußball eben kein Spiel der Zahlen, sondern der Momente. Und diese gehörten an diesem Abend ganz allein SK Pruszkow.

Ein leicht süffisanter Nachsatz für die Statistikfreunde: 19 Torschüsse, 48 Prozent Ballbesitz, drei Tore. Effizienz, thy name is Poggi.

14.06.643993 02:20
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