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SK Pruszkow siegt spät, Jarocin hadert mit der Chancenlosigkeit

Es war ein kalter Februarsamstag in Pruszkow, doch die über 39.000 Zuschauer im Stadion sorgten für eine Atmosphäre, die man sonst eher bei Derbys erwartet. Am 2. Spieltag der 1. Liga Polen empfing der SK Pruszkow den Jarota Jarocin - und es wurde ein Geduldsspiel, das erst in der zweiten Halbzeit seinen Helden fand: Grzegorz Chalaskiewicz, der mit seinem Treffer in der 51. Minute den Unterschied machte.

Dabei begann alles so, wie es bei Null-zu-Null-Spielen zu Beginn gerne aussieht: viel Ballgeschiebe, wenig Mut. "Wir wollten erstmal sehen, was Jarocin so anbietet", erklärte SK-Trainer Stefan Petruck verschmitzt nach dem Spiel. "Und sie haben uns tatsächlich viel angeboten - nur leider keine Räume."

In den ersten 45 Minuten sammelte Pruszkow fleißig Torschüsse, ganze acht an der Zahl, doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz. Christopher Preston prüfte Jarocins jungen Keeper Arkadiusz Glowacki bereits in der fünften Minute, Kamil Niedzielan köpfte in der 7. und 22. Minute knapp vorbei, und Linksverteidiger Noe Costa erinnerte mit seinem wuchtigen Distanzschuss in Minute 19 daran, dass auch Außenverteidiger manchmal träumen dürfen.

Jarocin dagegen kam nur zweimal gefährlich vor das Tor - einmal durch Cameron Lester (9.) und einmal durch Slawa Budjanski (33.) - und beide Male rettete Pruszkows Torwart Pedro Sousa mit katzenhafter Eleganz. "Er hat uns im Spiel gehalten", lobte Kapitän Niedzielan später, "auch wenn er danach wieder so getan hat, als wäre das alles Routine."

Nach der Pause legte Pruszkow den Schalter um. Keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff kam Chalaskiewicz in zentraler Position an den Ball, nahm Maß - und setzte das Leder trocken ins rechte Eck. Glowacki war chancenlos, der Jubel grenzenlos. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste der Torschütze, "manchmal muss man gar nicht denken - das hilft."

In der Folge rollte Angriff um Angriff auf Jarocins Tor. Preston, Kowalik und später der eingewechselte Dario Poggi hatten gleich mehrfach die Entscheidung auf dem Fuß. 15 Torschüsse zählte die Statistik am Ende für die Gastgeber, nur zwei für die Gäste - ein Verhältnis, das viel über den Verlauf des Spiels sagt.

Jarota Jarocin, von Trainerlegende Henryk Kasperczak offensiv eingestellt, blieb ideenlos. "Wir wollten mutig sein", sagte Kasperczak hinterher, "aber Mut ohne Ballbesitz sieht leider nicht besonders gut aus." Tatsächlich lag der Ballbesitz mit 50 zu 50 Prozent nahezu ausgeglichen, doch während Pruszkow präzise kombinierte, blieb Jarocin in harmlosen Querpässen stecken - oder in den Beinen von Vitorino Mascarenhas, der seine Abwehr mit der Ruhe eines Schachmeisters organisierte.

Ein kleiner Schreckmoment kam in der 87. Minute, als der junge Mittelfeldspieler Joaquin Maniche nach einem Zweikampf verletzt ausgewechselt werden musste. "Er hat wohl nur eine Prellung", gab Trainer Petruck später Entwarnung. "Aber er wollte unbedingt weiter spielen - das mag ich. Vielleicht ein bisschen zu sehr."

In den Schlussminuten wurde es noch einmal laut, als Poggi in der 90. und 92. Minute zwei weitere Male aufs Tor schoss, aber Glowacki parierte glänzend. Der Schlusspfiff brachte schließlich Erlösung und Applaus - ein 1:0, das härter erarbeitet war, als es das Ergebnis vermuten lässt.

"Wir können besser spielen", meinte Chalaskiewicz zum Abschied, "aber ein Sieg ist ein Sieg. Und wenn’s schön sein soll, kann das nächste Woche ja Jarocin übernehmen."

Trainer Petruck sah es ähnlich, nur mit einem Schuss Sarkasmus: "Fußball ist kein Schönheitspreis. Aber falls es doch einer wäre - wir hätten heute wenigstens den Publikumspreis gewonnen."

Jarota Jarocin dagegen muss sich steigern. Zwei Spiele, kein Sieg, kaum Chancen - und ein Trainer, der sich um seine Offensive sorgt. Kasperczak brachte es auf den Punkt: "Wir schießen einfach zu selten aufs Tor. Vielleicht sollten wir mal üben, dass der Ball auch nach vorne darf."

So bleibt der SK Pruszkow nach dem zweiten Spieltag ungeschlagen, während Jarocin weiter auf den ersten Sieg wartet. Für die Fans war’s ein Abend voller Emotionen, für die Statistik ein klarer Fall - und für Chalaskiewicz ein Moment, den er wohl noch eine Weile genießen darf.

Denn manchmal reicht ein Tor, um eine ganze Stadt lächeln zu lassen.

21.06.643990 10:20
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