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SK Pruszkow ringt Minyor Pernik nieder - späte Erlösung im Europapokal

Es war ein frostiger Abend in Pruszkow, aber die 35.998 Zuschauer im Stadion wurden mit einem Spiel belohnt, das erst spät richtig heiß lief. Am Ende jubelte der Gastgeber: SK Pruszkow besiegte Minyor Pernik mit 2:0 (0:0) - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber in Wahrheit das Drehbuch eines kleinen Dramas schrieb.

Von Beginn an zeigte die Elf von Trainer Stefan Petruck, dass sie gewillt war, den Ton anzugeben. 21 Torschüsse, satte 55 Prozent Ballbesitz - die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Doch wer an einen lockeren Spaziergang dachte, irrte gewaltig. Denn Minyor Pernik, das bulgarische Bollwerk, verteidigte mit einer Zähigkeit, die jedem Betonmischer zur Ehre gereicht hätte.

In der vierten Minute donnerte Domenik Szymkowiak den Ball erstmals Richtung Tor - noch drüber. In der zwölften, in der achtzehnten, in der zwanzigsten Minute: immer wieder Szymkowiak. "Ich dachte irgendwann, das Tor ist verflucht", grinste der 20-jährige Mittelstürmer nach dem Spiel. "Aber Trainer Petruck meinte nur: ’Wenn du weiter so schießt, wird einer schon reinfallen - notfalls ins eigene Netz’."

Tat er aber nicht. Auch Angelo De Santis und Amadeus Kowalik reihten sich in die Schar der Verzweifelten ein, während Minyors Torhüter Stanimir Balakow zur Wand mutierte. Zwei harmlose Gegenangriffe - mehr war von Pernik in Halbzeit eins nicht zu sehen. Das Publikum murrte, einige froren, andere wärmten sich mit lautstarken Gesängen.

Nach der Pause blieb das Bild gleich: Pruszkow drückte, Pernik mauerte. In der 55. Minute brachte Petruck mit dem jungen Christopher Preston frischen Wind - und dieser Wechsel sollte sich später als goldrichtig erweisen. Währenddessen kassierte Dimitar Kischischew auf der anderen Seite für ein rustikales Einsteigen Gelb. Und als Leo Marley in der 78. Minute nach einem völlig überflüssigen Foul an der Mittellinie glatt Rot sah, kippte das Spiel endgültig.

"Ich wollte nur den Ball spielen", verteidigte sich Marley später, während sein Trainer wortlos den Kopf schüttelte. Man sah ihm an, dass er lieber woanders wäre - vielleicht auf den Tribünen mit einem heißen Tee.

Dann kam die 84. Minute: Domenik Szymkowiak setzte sich über rechts durch, passte scharf in den Strafraum, und Christopher Preston rauschte heran. Ein präziser Schuss, ein Aufschrei, ein Stadion in Ekstase. 1:0! Der Bann war gebrochen. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass es knallt", lachte Preston hinterher. Es knallte.

Kaum hatten sich die Gäste vom Schock erholt, folgte der nächste Tiefschlag. Zwei Minuten später: Eckball von rechts, Adrian Kosowski bringt den Ball scharf in den Fünfmeterraum, und Innenverteidiger Vitorino Mascarenhas steigt höher als alle anderen. Wuchtiger Kopfball - 2:0! Der Portugiese rannte jubelnd zur Eckfahne, während Torhüter Balakow nur fassungslos die Arme ausbreitete.

"Das war der Moment, auf den wir gewartet haben", sagte Trainer Petruck später. "Wir haben 80 Minuten lang alles versucht, aber erst, als der Gegner einen weniger hatte, haben wir die Nerven behalten."

Minyor Pernik dagegen schien nach der roten Karte völlig aufgelöst. Kein Pressing mehr, keine Gegenwehr, und selbst der sonst so kampfstarke Sergi Ramos wirkte plötzlich zehn Jahre älter. "Wir haben alles gegeben", nuschelte er in die Mikrofone, "aber Pruszkow war heute einfach bissiger."

Am Ende stand ein verdienter Sieg für den polnischen Vertreter, der nicht nur kämpferisch, sondern auch taktisch überzeugte. Offensive Ausrichtung, sicheres Passspiel, überlegtes Tempo - und schließlich die Belohnung.

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit Standing Ovations. "So ein Spiel vergisst man nicht so schnell", meinte ein Fan mit rot-blau bemalter Wange. "Aber das hätten sie ruhig eine halbe Stunde früher klarmachen können - meine Nerven!"

Das Fazit? Pruszkow ist auf Kurs Richtung K.o.-Runde der Europaliga-Qualifikation. Und wenn sie weiter so stürmen wie an diesem Abend, wird der Winter in Polen noch einige heiße Fußballnächte bereithalten.

Oder, wie Coach Petruck augenzwinkernd sagte: "Wir haben’s heute spannend gemacht - aus Rücksicht auf die Zuschauer. Sonst wäre’s ja langweilig geworden."

30.05.643990 08:23
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Klaus Allofs
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