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SK Pruszkow ringt Conquense nieder - ein hart erarbeiteter 1:0-Sieg mit polnischem Herz

Ein kalter Februarabend, 43.500 Zuschauer im ausverkauften Stadion von Pruszkow, und die Luft war so elektrisch wie der Flutlichtmast, der kurz vor Anpfiff flackerte. Europaliga-Qualifikation, 2. Runde, Hinspiel - SK Pruszkow gegen Conquense. Ein Spiel, das auf dem Papier nach Taktikschach aussah, entwickelte sich zu einem zähen Ringen zwischen polnischer Geduld und spanischer Gedrängtheit. Am Ende stand ein knappes, aber verdientes 1:0 für die Hausherren - mit einem Treffer, der so schön wie selten war.

Die Partie begann, wie sie nicht beginnen sollte: Nach gerade einmal vier Minuten sah Pruszkows Abwehrchef Kamil Niedzielan Gelb, nachdem er Conquenses Mittelstürmer Pasi Nyman etwas zu herzlich in den Rasen gedrückt hatte. "Ich wollte nur zeigen, dass er hier keinen Urlaub macht", grinste Niedzielan nach dem Spiel halb entschuldigend, halb stolz.

Conquense übernahm in der Anfangsphase das Kommando. Schon in der zweiten Minute prüfte Innenverteidiger Freddie Duverger den polnischen Keeper Pedro Sousa - ein Fernschuss, der mehr Mut als Zielgenauigkeit zeigte. Takis Nioplias und Iker Valdés folgten mit Versuchen aus der Distanz, aber Sousa war, wie man in Polen sagt, "kalt wie ein Borschtsch im Februar". Trotz 51,7 Prozent Ballbesitz blieben die Spanier im letzten Drittel harmlos.

Pruszkow lauerte. Immer wieder startete Amadeus Kowalik auf der rechten Seite, flankiert von Dario Poggi links. Trainer Stefan Petruck hatte seine Mannschaft auf "ausgewogen" eingestellt - und das sah man: Kein wildes Pressing, kein blindes Gebolze, sondern geduldiges Abwarten mit gelegentlichen Tempoverschärfungen. In der 19. und 21. Minute prüften Kowalik und Grzegorz Chalaskiewicz den gegnerischen Keeper Rune Jakobsen, der sich wacker gegen den Druck stemmte.

Die erste Halbzeit endete torlos, aber keineswegs ereignislos. "In der Kabine habe ich gesagt: Jungs, das ist kein Schachturnier, das ist Fußball!", verriet Petruck später mit einem Schmunzeln. Offenbar kam die Ansprache an.

Denn kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, explodierte das Stadion: 51. Minute, Eckball von rechts, verlängert von - natürlich - Kamil Niedzielan mit dem Kopf. Constantin Furtok, der bis dahin eher als fleißiger Arbeiter im Mittelfeld aufgefallen war, rauschte heran und drosch den Ball volley ins Netz. 1:0! Die Tribünen bebten, und Furtok rannte jubelnd in Richtung Ersatzbank. "Ich hab nur gedacht: Nicht drüber! Nicht drüber!", lachte er später.

Conquense reagierte mit zwei Wechseln in der 55. Minute - David Hoj und Mateo Velasquez kamen, doch sie brachten eher Unruhe als Gefahr. Nur Antonio Pérez sorgte in der 84. Minute mit einem satten Linksschuss noch einmal für Herzklopfen, aber Sousa fischte den Ball aus dem Winkel wie ein erfahrener Angler seine Forelle.

In der Schlussphase wurde es ruppig. Noe Costa sah in der 82. Minute Gelb, nachdem er Valdés ein wenig zu deutlich zu verstehen gegeben hatte, wer hier Herr im Haus ist. Trainer Andreas Sch von Conquense war sichtlich genervt. "Wir hatten den Ball, aber keine Idee. Es war, als hätten wir den Schlüssel, aber nicht das Schloss", sagte er hinterher und verschwand im Tunnel, bevor jemand nach dem Rückspiel fragen konnte.

Petruck dagegen war zufrieden, aber nicht euphorisch: "Ein 1:0 ist schön, aber gefährlich. Wir müssen in Spanien genauso konzentriert bleiben - und vielleicht mal das zweite Tor machen, bevor die Nachspielzeit beginnt."

Statistisch betrachtet war der Sieg verdient: 15 Torschüsse für Pruszkow, nur 8 für Conquense. Der Ballbesitz leicht beim Gast, die Effektivität klar bei den Polen. Und vor allem: eine Mannschaft, die trotz fehlenden Glamours geschlossen kämpfte.

Als der Schlusspfiff ertönte, standen die Fans noch immer. Ein älterer Herr im SK-Schal brummte: "War kein Feuerwerk, aber immerhin mehr Licht als im letzten Winter." Und tatsächlich - dieser Sieg war kein Spektakel, aber ein Zeichen.

Wenn Pruszkow nächste Woche nach Spanien reist, nehmen sie mehr mit als nur einen knappen Vorsprung. Sie nehmen Selbstvertrauen, Zusammenhalt - und den Glauben daran, dass ein einfacher Volley im richtigen Moment mehr wert ist als zehn Minuten Ballbesitz.

Oder, wie Furtok beim Rausgehen sagte: "Manchmal ist 1:0 einfach das schönste Ergebnis der Welt."

12.07.643990 23:03
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Klaus Allofs
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