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SK Pruszkow bezwingt Radomiak in turbulenter Fußballnacht mit 3:2

An diesem frostigen Januarabend bebte das Stadion in Pruszkow - 42.278 Zuschauer hatten sich eingefunden, um eine Partie zu sehen, die alles bot: frühe Tore, zittrige Nerven, und eine zweite Halbzeit, die eher einem Kamikaze-Kurs als einem Fußballspiel glich. Am Ende gewann SK Pruszkow mit 3:2 gegen RKS Radomiak - ein Ergebnis, das knapper klingt, als der Spielverlauf zunächst vermuten ließ.

Schon in der 12. Minute ließ Dario Poggi die Heimfans von den Sitzen springen. Nach einem schnellen Doppelpass mit Jerzy Augustyn zog der quirlige Linksaußen einfach mal ab - "Ich hab’ gar nicht groß überlegt, der Ball schrie förmlich: Schieß mich!", grinste Poggi später in die Kameras. 1:0, und die Partie nahm Fahrt auf.

Die Gäste aus Radom schienen kurz orientierungslos, während Pruszkow die Flügel bespielte, als gäbe es kein Morgen. Constantin Furtok belohnte diesen Offensivdrang kurz vor der Pause, in der 42. Minute, mit dem 2:0. Nach einem Pass von Krzysztof Okonski hämmerte Furtok den Ball unter die Latte - eine Szene für die Highlight-Clips. "Da war keine Wissenschaft dabei", sagte Furtok trocken, "ich hab einfach draufgehalten, bevor ich’s mir anders überlege."

Trainer Stefan Petruck zeigte sich zur Halbzeit gelassen. "Ich hab’ den Jungs gesagt: Wenn ihr weiter so spielt, brauchen wir gar keine Taktiktafel mehr", witzelte er. Tatsächlich hatte sein Team fast die perfekte Balance - 49,9 Prozent Ballbesitz, aber 17 Torschüsse, also deutlich mehr Zug zum Tor als der Gegner.

Doch wer glaubte, das Spiel sei gelaufen, wurde gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit eines Besseren belehrt. Radomiaks Ricardo Vidigal, gerade einmal 20 Jahre alt, nutzte in der 47. Minute die erste Unachtsamkeit in der Pruszkower Hintermannschaft. Nach Vorlage von Niklas Ziegler schob er den Ball geschickt an Keeper Pedro Sousa vorbei. 2:1 - und plötzlich war wieder alles offen.

"Da haben wir kurz gedacht, wir wären in der Kabine geblieben", gab Pruszkows Abwehrchef Kamil Niedzielan später zu. Doch das Heimteam fand die richtige Antwort. In Minute 59 war es Grzegorz Chalaskiewicz, der die Hoffnung der Gäste dämpfte. Nach feiner Vorarbeit des eingewechselten 19-jährigen Joaquin Maniche traf Chalaskiewicz mit einem platzierten Flachschuss zum 3:1.

Radomiak gab sich jedoch nicht geschlagen. Trainer Lukas Breer schrie seine Männer nach vorn, wild gestikulierend an der Seitenlinie. "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens mit Stil!", soll er gerufen haben - zumindest klang es aus der Distanz so. Und tatsächlich: Anatoli Babinow verkürzte in der 84. Minute nach einer kuriosen Szene, in der Innenverteidiger Tyler Hiliard plötzlich im gegnerischen Strafraum auftauchte, auf 3:2.

Die letzten Minuten wurden dann zu einem Nervenkrieg. Radomiak drückte, Pruszkow wankte, aber fiel nicht. Ricardo Vidigal hatte in der 90. Minute noch einmal den Ausgleich auf dem Fuß, doch sein Schuss zischte hauchdünn am Pfosten vorbei. "Ich hab schon gejubelt - zu früh", seufzte der junge Portugiese nach Abpfiff.

Als Schiedsrichter Kwiatkowski schließlich abpfiff, sank Trainer Petruck auf die Knie - halb Erleichterung, halb Theater. "Ich hab kurz gedacht, ich brauch’ Sauerstoffzelt", scherzte er. Sein Gegenüber Breer dagegen stapfte mit rotem Kopf in die Kabine. "Wir haben die erste Halbzeit verschenkt", grummelte er, "und Geschenke nimmt in dieser Liga keiner zurück."

Die Zahlen untermauern den Eindruck: 17:10 Torschüsse für Pruszkow, ein minimaler Ballbesitznachteil, aber mehr Biss in den Zweikämpfen (52 Prozent gewonnen). Radomiak hingegen spielte gefällig, aber oft zu harmlos.

So bleibt am Ende ein unterhaltsamer, leicht chaotischer Fußballabend, der den Fans beider Lager noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte. "Wenn jedes Spiel so wäre, müsste man Eintritt doppelt bezahlen", sagte ein Zuschauer lachend beim Verlassen des Stadions. Und wer ihn hörte, konnte kaum widersprechen - denn an diesem Abend hatte der Fußball in Pruszkow alles, was ihn so herrlich unberechenbar macht.

Oder, wie Pruszkows Torwart Pedro Sousa es auf den Punkt brachte: "Manchmal musst du einfach den Ball halten, manchmal den Atem. Heute beides."

18.06.643987 14:15
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Lorant ist von seinem Niveau her bei einem Verein, der sein Niveau hat.
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