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SK Hlavice zerlegt Hradec Kralove - Offensivfeuerwerk mit fünf Treffern

Ein Freitagabend in Hlavice, Flutlicht, 32.443 Zuschauer und ein Heimteam, das von der ersten Minute an keinen Zweifel ließ, wer hier die Musik spielt. SK Hlavice feierte am 13. Spieltag der 1. Liga Tschechien einen berauschenden 5:2-Heimsieg gegen Hradec Kralove - ein Spiel voller Tempo, Tore und kleiner Dramen, garniert mit einem sarkastischen Lächeln ihres Trainers Egon Tor.

"Wir wollten offensiv spielen, und die Jungs haben wohl ’offensiv’ mit ’völlig entfesselt’ verwechselt", grinste Tor nach dem Abpfiff. Entfesselt traf es ganz gut: Schon in der 5. Minute war Patrik Pospech zur Stelle. Nach einer butterweichen Hereingabe des 20-jährigen Ivan Gecov drosch der Linksaußen den Ball in die Maschen, als wollte er einen Punkt beweisen. 1:0 - und das Stadion vibrierte.

Hradec Kralove, gecoacht vom sichtlich ratlosen Thomas Michael Rinesch, versuchte, mit aggressivem Pressing gegenzuhalten. Doch die Defensive der Gäste glich in dieser Phase eher einem offenen Scheunentor. Martin Zemlik, Hlavices bulliger Mittelstürmer, nutzte das in der 25. Minute eiskalt aus. Nach einem langen Ball von Innenverteidiger Krzysztof Dziekanowski traf er trocken zum 2:0. "Ich hab einfach draufgehalten, und siehe da - kein Pfosten, kein Torwart, kein Problem", witzelte Zemlik später.

Kurz darauf durften die Gäste kurz Hoffnung schöpfen: Robbe Decraen traf nach 37 Minuten zum 2:1, vorbereitet vom agilen Bernt Brandt. Doch wer dachte, das Spiel kippe, wurde eines Besseren belehrt. Nur drei Minuten später stellte Tomas Jarolim, der alte Haudegen auf der rechten Seite, den alten Abstand wieder her - 3:1. Und noch vor der Pause legte erneut Zemlik per Kopf nach, diesmal nach einer perfekten Flanke von Jakub Kincl. 4:1 - das war fast schon brutal, zumal Hradec zu diesem Zeitpunkt mehr Ballbesitz (52 Prozent) hatte, aber nicht wusste, was er damit anfangen sollte.

In der Pause soll Rinesch laut einem Mitarbeiter der Stadionregie "so laut in der Kabine gewesen sein, dass sogar der Linienrichter die Ansprache gehört hat". Ob’s half? Bedingt. Seine Mannschaft kam zwar mit Schwung aus der Kabine, doch Hlavice kontrollierte das Geschehen clever. In der 71. Minute gelang den Gästen immerhin ein kleiner Trost: Miroslav Rukavina traf aus der Distanz zum 4:2, nach Vorarbeit von Carlos Antonio. Ein schöner Treffer, der das Spiel aber nicht mehr drehte.

Denn Hlavice hatte noch Lust. Der großartige Ivan Gecov, erst 20 Jahre jung, setzte in der 79. Minute den Schlusspunkt. Nach feinem Zusammenspiel mit Pospech schlenzte er den Ball sehenswert ins lange Eck - 5:2, und das Stadion tobte. Gecov riss die Arme hoch, Pospech klopfte ihm auf den Hinterkopf. "Ivan sagt immer, er kann nur flanken", grinste Pospech später. "Heute hat er uns das Gegenteil bewiesen."

Ein kleiner Wermutstropfen für Hlavice: Toptorjäger Zemlik musste in der 81. Minute verletzt raus, nachdem er unglücklich aufgekommen war. Trainer Tor gab sich gelassen: "Er hat mehr gelitten, als ich beim letzten Steuerbescheid. Aber er ist ein harter Hund, das wird schon."

Die Statistik unterstreicht die Überlegenheit der Hausherren. 15 Torschüsse zu 7, eine starke Zweikampfquote von über 53 Prozent - und das, obwohl Hradec mehr vom Ball hatte. "Wir hatten Ballbesitz, sie hatten Tore. Ich weiß, was mir lieber wäre", seufzte Gäste-Coach Rinesch trocken.

Als das Flutlicht erlosch, blieb die Erkenntnis: SK Hlavice hatte an diesem Abend alles, was man im Fußball liebt - Wucht, Witz und eine Prise Wahnsinn. Die Fans sangen noch weit nach Abpfiff, während ein junger Balljunge auf der Tribüne leise schwor, eines Tages auch für Hlavice zu stürmen.

Oder, wie Egon Tor es mit einem Augenzwinkern zusammenfasste: "Wir haben fünf Tore geschossen. Wenn das kein gutes Training für nächste Woche ist, weiß ich auch nicht."

Ein Abend, den man in Hlavice so schnell nicht vergessen wird - und über den man in Kralove vermutlich lieber schweigen möchte.

16.10.643990 00:00
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