Football Today
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Sheffield tanzt, Stoke stolpert - ein 3:0 mit Ansage

Wenn es je ein Spiel gab, das nach 20 Minuten schon geschrieben schien, dann dieses: Der FC Sheffield besiegte Stoke City am 13. Spieltag der 1. Liga England mit 3:0 - und das nach einer ersten halben Stunde, in der die Gäste wohl am liebsten wieder in den Bus gestiegen wären. 29 934 Zuschauer im altehrwürdigen Stadion sahen eine Mannschaft, die Fußball spielte, und eine, die zuschaute.

"Wir wollten Druck machen, sind dann aber wohl auf der Fernbedienung eingeschlafen", knurrte Stoke-Coach Horst Fiedler nach dem Spiel. Seine Elf, jung, wild, aber ohne Orientierung, ließ sich schon früh überrollen. Bereits in der 9. Minute eröffnete Lucas Bridges den Torreigen: ein trockener Schuss aus 18 Metern nach feinem Zuspiel von Daniel Bosworth. Bridges selbst grinste später: "Ich hab’s einfach mal probiert - manchmal hilft beten."

Kaum hatten die Gäste den Schock verdaut, zappelte der Ball erneut im Netz. Pieter Vrooman, Sheffields Mittelfeldmotor, wuchtete in der 14. Minute einen Abpraller ins Eck - Vorlage: Innenverteidiger Vladimir Svento, der offenbar beschlossen hatte, heute auch ein bisschen Kunst zu betreiben. Nur drei Minuten später machte Samuel Hoskins das 3:0 - nach uneigennützigem Querpass von, natürlich, Bridges. Danach war das Spiel de facto entschieden.

"Ich hab den Jungs in der Pause gesagt, sie sollen weiter Fußball spielen, nicht Verwaltungsbeamte werden", erzählte Sheffield-Trainer Erich Speithvenne mit einem Augenzwinkern. Seine Elf tat genau das - sie spielte. Nicht mehr mit dem Messer zwischen den Zähnen, aber mit der Leichtigkeit einer Mannschaft, die weiß, dass sie besser ist. 17 Torschüsse, 57 Prozent Ballbesitz, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die eine klare Sprache sprechen.

Stoke dagegen brachte es auf einen einzigen Schuss auf das Tor. Einen. In Worten: einen. Der kam in der 57. Minute von Louis Kirkwood, und Sheffields Torwart Ingvar Afzelius reagierte so gelassen, als würde ihm jemand einen Keks anbieten. "War der drauf?", fragte Afzelius anschließend lachend.

Fiedler versuchte zur Halbzeit zu retten, was zu retten war - drei Wechsel auf einmal, darunter ein Torwarttausch. Der 17-jährige Adam Perlman musste für Simcha Amir Platz machen, der 33-jährige Liam Gross ersetzte den überforderten Gabor Feher, und vorne durfte Jose Duran ran. Mutig? Vielleicht. Wirksam? Nun ja.

Sheffield hingegen nutzte die komfortable Führung, um durchzuwechseln. Hoskins bekam ab der 46. Minute eine Pause, Christopher Finnan durfte ran. Später brachte Speithvenne noch Charlie Washington für Vrooman und Lucas Lansbury für den routinierten Samuel Lithgow - frische Beine für gepflegten Ballbesitz. "Das war heute wie ein Trainingsspiel auf hohem Niveau", meinte Bridges nach Abpfiff. "Nur dass Stoke uns leider nicht so gefordert hat, wie wir gehofft hatten."

Einziger Wermutstropfen für die Gastgeber: Gelb für Harry Murray (31.) nach einem rustikalen Einsteigen und für Innenverteidiger Theo Preston (61.), der offenbar vergessen hatte, dass man auch ohne Körperkontakt verteidigen darf. Auf der Gegenseite sah der 17-jährige Linus Scherfke Gelb, nachdem er Hoskins an der Mittellinie umgesenst hatte. "Er hat gesagt, er wollte nur den Ball treffen", kommentierte Speithvenne trocken. "Da lag der Ball aber schon im nächsten Stadtteil."

In taktischer Hinsicht blieb Sheffield das ganze Spiel über angenehm geordnet - ausgewogen, passsicher, ohne wildes Pressing, aber mit einem klaren Plan. Stoke hingegen wirkte wie ein Orchester ohne Dirigent: offensiv aufgestellt, aber ohne Rhythmus. Selbst als Fiedler in der zweiten Halbzeit auf aggressives Pressing umschaltete, blieb der Effekt aus. "Wir haben es versucht", seufzte er. "Aber wenn du kaum den Ball siehst, ist Pressing halt schwierig."

Die zweite Halbzeit verlief dann wie ein lauer Theaterabend nach dem furiosen ersten Akt. Sheffield kombinierte, Stoke lief hinterher. Bridges setzte in der 88. Minute noch einen Schuss an den Pfosten, als wollte er demonstrativ sagen: Heute geht’s auch ohne viertes Tor.

Am Ende applaudierten die Fans zufrieden - sie wussten, dass sie eine souveräne Vorstellung gesehen hatten. Und während die Spieler von Stoke City bedröppelt in die Kabine trotteten, stand Speithvenne noch am Spielfeldrand und grinste: "Drei Tore, drei Punkte, keine Verletzten - was will man mehr? Vielleicht ’ne heiße Dusche."

Fazit: FC Sheffield spielte wie ein Tabellenführer, Stoke City wie ein Jugendteam auf Klassenfahrt. Wenn es für die Gäste ein Trost ist: Schlechter kann’s eigentlich nicht mehr werden. Für Sheffield dagegen war es ein Abend zum Genießen - und ein Statement an die Liga: Diese Mannschaft hat Spaß am Spiel. Und das merkt man.

18.06.643987 00:28
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Toni Polster
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