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Sheffield siegt solide - Stoke verliert Fassung und Faden

Es war einer dieser Abende, an denen man schon nach fünf Minuten ahnte: Das wird kein Spiel für schwache Nerven - zumindest nicht für Stoke City. Der FC Sheffield startete am ersten Spieltag der 2. Liga England mit einem 2:0-Heimsieg, der in seiner Klarheit ebenso verdient wie unspektakulär war. 31.107 Zuschauer im altehrwürdigen Bramall Lane sahen eine Mannschaft, die einfach mehr wollte - und eine andere, die sich spätestens nach einer dummen roten Karte selbst aus dem Spiel nahm.

Schon in der ersten Minute zündete Charlie Washington die erste Duftmarke: Ein satter Schuss aus der zweiten Reihe, nur Zentimeter über die Latte. "Ich wollte mal sehen, ob der Torwart wach ist", grinste der Mittelfeldmotor später. Er war es - noch. Doch Sheffield blieb am Drücker, mit 17 Torschüssen gegenüber mageren sechs der Gäste war das Spielbild eindeutig. Trainer Erich Speithvenne hatte seine Elf perfekt eingestellt: ausgewogen, geduldig, aber stets mit Zug nach vorne.

Nach einer halben Stunde brach schließlich Jan Breska den Bann. In der 34. Minute zog der linke Mittelfeldspieler nach feinem Zuspiel von Harry Murray nach innen und schlenzte den Ball ins rechte Eck. Murray, sonst eher der Mann fürs Grobe hinten links, grinste später: "Ich hab einfach mal gedacht: Warum nicht? Wenn schon keiner von vorne trifft, mach ich’s halt selbst - oder wenigstens die Vorlage."

Sheffield kontrollierte die Partie mit 58 Prozent Ballbesitz, während Stoke City vergeblich auf Konterchancen lauerte. Die Gäste wirkten bemüht, aber ideenlos. "Wir waren im Kopf zu langsam", knurrte Stoke-Coach Horst Fiedler nach Abpfiff. "Und dann machen wir uns auch noch selbst das Leben schwer." Gemeint war Max Gage, der in der 64. Minute wegen eines rüden Einsteigens glatt Rot sah. Der Verteidiger stapfte wortlos vom Feld, während sein Trainer nur noch fassungslos den Kopf schüttelte.

In Unterzahl war das Spiel endgültig gelaufen. Sheffield nutzte den zusätzlichen Raum eiskalt: In der 68. Minute schlug Harry Murray selbst zu, nach cleverem Zuspiel von Washington. Ein Außenverteidiger als Torschütze - und das zum 2:0. Der Jubel war laut, aber nicht ekstatisch: zu souverän, zu kontrolliert wirkte die Vorstellung der Gastgeber.

"Wir haben das gemacht, was man am ersten Spieltag machen muss: solide spielen, keine Experimente", erklärte Speithvenne später, der mit verschränkten Armen an der Seitenlinie eher wie ein gelangweilter Mathematiklehrer wirkte als wie ein aufgeregter Coach. "Die Jungs haben die Gleichung gelöst."

Stoke versuchte in der Schlussphase noch einmal, irgendwie Anschluss zu finden. Doch spätestens nach der Einwechslung des 18-jährigen Gabor Feher zur zweiten Halbzeit war klar, dass Fiedler auf Schadensbegrenzung setzte - oder auf ein Wunder. Es kam keines. Stattdessen holte sich Dusko Jovanovic in der 87. Minute noch Gelb ab, ein Symbol für die Frustration der Gäste.

Kurios wurde es kurz vor Schluss: Jan Breska, der Torschütze des 1:0, sah in der 90. Minute Gelb, weil er beim Freistoß des Gegners den Ball nicht hergeben wollte. "Ich hab ihn nur aufheben wollen", beteuerte er später lachend. Der Schiedsrichter hatte offenbar einen anderen Eindruck.

Die Fans von Sheffield feierten ihre Mannschaft trotzdem ausgelassen. Ein erster Sieg, eine stabile Leistung und zwei Tore von Spielern, die nicht unbedingt auf dem Zettel der Torjäger standen - das lässt sich sehen. Auf den Rängen wurde gesungen, auf dem Rasen umarmt.

Horst Fiedler hingegen verschwand wortlos im Kabinengang. Nur kurz war aus dem Inneren ein wütendes "Das war gar nichts!" zu hören - mutmaßlich an seine Abwehr gerichtet.

Sheffield kann mit breiter Brust auf die kommenden Spiele blicken. Mit Breska und Murray als Torschützen, Washington als kreativer Schaltzentrale und einer Abwehr, die nichts anbrennen ließ, ist der Saisonstart geglückt. Stoke City dagegen wird sich schnell fangen müssen - sonst wird aus einem Fehlstart rasch ein handfestes Problem.

Oder wie Harry Murray es zum Abschied formulierte: "Wenn du anfängst, an der Seitenlinie mehr zu meckern als zu spielen, hast du schon verloren." Treffender lässt sich dieses Spiel kaum zusammenfassen.

Ein Auftakt mit klarer Rollenverteilung also: Sheffield als kontrollierter Sieger, Stoke als lehrreicher Verlierer. Und irgendwo dazwischen ein Schiedsrichter, der vielleicht seine Pfeife polierte, während Murray schon den nächsten Flankenlauf startete.

09.06.643990 17:46
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