La Hora
+++ Sportzeitung für Ecuador +++

Sergio-Show in Quito: AD Quito fegt Nacional mit 3:0 vom Platz

Ein lauer Abend in Quito, 29.444 Zuschauer, Flutlicht, Trommeln auf den Rängen - und ein Stürmer, der einfach nicht aufhören wollte, Tore zu schießen. AD Quito besiegte am 3. Spieltag der 1. Liga Ecuador den FC Nacional mit 3:0. Für die Gäste fühlte sich das wohl eher wie eine Naturkatastrophe an, für die Heimfans war es ein Fest mit Dreifach-Torschütze Sergio Meireles in der Hauptrolle.

Schon nach drei Minuten war klar, wohin die Reise gehen würde. Meireles, der 31-jährige Rechtsaußen mit dem verschmitzten Lächeln, zog nach einem feinen Pass von Sergio Costa ab - und der Ball zappelte im Netz. Nacional-Torhüter Alfredo "Hände aus Beton" Szalay (wie ihn die Fans liebevoll nennen) streckte sich vergeblich. "Ich hab nur den Wind gespürt", gab er später zerknirscht zu.

Quito spielte munter weiter, als hätte Trainer Norbert Lichner seinem Team versprochen, dass jeder Torschuss doppelt zählt. 19 Mal feuerten sie aufs Tor, während Nacional in 90 Minuten nicht einmal den Weg aufs gegnerische Gehäuse fand - 0 Schüsse, 0 Gefahr, 0 Freude. "Wir wollten ruhig aufbauen", erklärte Gästecoach Heinz Ketchup nach dem Spiel. "Das haben wir auch geschafft - leider haben wir vergessen, aufzubauen."

In der 20. Minute war es wieder Meireles, diesmal nach Vorarbeit des agilen Iban de Freitas, der den Ball humorlos ins rechte Eck drosch. Das Publikum tobte, die Trommler spielten einen Rhythmus, der entfernt an Samba erinnerte, und ein älterer Herr auf der Tribüne brüllte: "Gebt ihm den Ball, der macht’s schon!" - prophetische Worte, wie sich herausstellen sollte.

Denn in der 33. Minute machte Meireles seinen Hattrick perfekt. Kein Assist, kein Firlefanz, einfach pure Kaltschnäuzigkeit. Ein kurzer Antritt, ein Haken, ein Schuss - 3:0. Der Rest des Spiels? Eine Mischung aus Trainingsspiel für Quito und Überlebenskampf für Nacional.

"In der Halbzeit hab ich ihnen gesagt, sie sollen Spaß haben", grinste Trainer Lichner nach der Partie. "Aber ehrlich gesagt hatte nur einer Spaß - und das war Sergio." Die Statistik gab ihm Recht: 53,7 Prozent Ballbesitz für Quito, eine Zweikampfquote knapp unter 60 Prozent, und eben jene 19 Torschüsse. Nacional dagegen wirkte wie eine Mannschaft, die vergessen hatte, dass Fußball auch in der gegnerischen Hälfte stattfindet.

Einziger Lichtblick für die Gäste: In der 72. Minute sah Andrew Grenier Gelb - immerhin ein Lebenszeichen. "Das war keine Absicht", meinte er nach dem Spiel, "ich wollte nur mal den Ball berühren."

Quito leistete sich in der 63. Minute ebenfalls eine Verwarnung, als Linksverteidiger Zahit Bartu nach einem rustikalen Einsteigen notiert wurde. "Ich wollte nur zeigen, dass wir auch hinten wach sind", scherzte Bartu später.

Nach dem Seitenwechsel nahm Quito etwas das Tempo raus, vielleicht aus Mitleid, vielleicht, weil die Luft dünn ist in den Anden. Adem Tasdemir und Agemar Brito durften sich noch mehrfach versuchen, doch der vierte Treffer wollte nicht fallen. Trainer Lichner sah es gelassen: "Wenn du nach 30 Minuten 3:0 führst, darfst du auch mal Ballbesitz üben."

FC Nacional-Coach Heinz Ketchup, sichtlich angefressen, suchte nach Erklärungen: "Wir hatten einen Plan. Leider war der nach fünf Minuten hin." Er rang um Fassung, dann fügte er hinzu: "Vielleicht sollten wir beim nächsten Mal mit elf Spielern hinten stehen. Oder zwölf."

Sergio Meireles, Mann des Abends, winkte den Fans nach Abpfiff zu und sagte mit einem Augenzwinkern: "Drei Tore sind schön, aber ich wollte eigentlich vier. Ich hab’s versucht, ehrlich." Das Publikum feierte ihn trotzdem, als hätte er den Pokal geholt.

So bleibt am Ende ein Spiel, das in den Geschichtsbüchern der Liga vielleicht nur als "3:0" auftaucht - aber in Quito wird man noch lange von der Sergio-Show reden. Und irgendwo auf der anderen Seite des Spielfeldes wird Heinz Ketchup noch immer überlegen, wie man einen Gegner stoppen kann, der einfach nicht aufhört, Fußball zu spielen.

Fazit: AD Quito tanzt, Nacional taumelt, und Sergio Meireles dürfte heute Nacht mit einem breiten Grinsen einschlafen. Wenn er denn überhaupt schlafen kann - nach so einem Abend würde selbst ein Torjäger lieber noch ein paar Mal aufs Tor schießen.

04.12.643993 22:33
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
Rudi Völler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager