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3. Bundesliga (2. Div) | 5. Spieltag | 21.09.26 | Kaiserslautern - TSV Schliersee 0:3 Vor 5189 Zuschauern im Spiel des 5. Spieltags der 3. Bundesliga dauerte es keine zehn Minuten, bis Schliersee deutlich machte, dass die Reise nicht zum touristischen Rundgang durch Kaiserslautern angetreten worden war. Rechawam Shitrit prüfte in der zehnten Minute erstmals die Aufmerksamkeit der Gastgeber, kurz darauf folgten Gianni Marittima und Ingo Herreros. Kaiserslautern verteidigte zu diesem Zeitpunkt noch mit jener Mischung aus Hoffnung und leichter Verwirrung, die im Fußball selten lange gutgeht. Nach mehreren Warnschüssen fiel in der 25. Minute das 0:1. Carl Probst traf nach Vorlage von Ingo Herreros. Herreros, der zuvor schon zweimal auf das Tor geschossen hatte, durfte sich damit nicht nur als Vorbereiter, sondern wenig später auch als Torschütze feiern lassen. "Wir wollten von Beginn an mutig sein", hätte Schliersees Trainer Christopher Fey nach dem Spiel wohl sagen können. Tatsächlich spielte seine Mannschaft zunächst eher wie ein Team, das vergessen hatte, dass eine defensive Grundordnung normalerweise auch defensive Absichten beinhaltet. In der 30. Minute erhöhte Herreros auf 0:2, vorbereitet von Innenverteidiger Louis Jung. Ein bemerkenswertes Zusammenspiel: Der Abwehrmann liefert, der Mittelstürmer vollstreckt - und Kaiserslautern sah dabei ungefähr so aus, als suche man gerade gemeinsam nach dem Ball. Kurz vor der Pause setzte Tomislav Boban noch einen drauf. In der 39. Minute verwertete er die Vorlage von Shitrit zum 0:3. Schliersee hatte bis dahin beinahe nach Belieben Druck gemacht. 15 Torschüsse standen am Ende auf dem Statistikbogen, Kaiserslautern kam auf vier. Auch beim Ballbesitz lag der TSV vorn: 54,57 Prozent gegenüber 45,43 Prozent. Es war kein erdrückender Dauerdruck, eher eine sehr konsequente Demonstration, wer an diesem Abend den Plan gelesen hatte. Bei den gewonnenen Zweikämpfen war Schliersee mit 56,50 Prozent ebenfalls im Vorteil. Kaiserslautern versuchte, offensiv zu bleiben. Trainer Kada Schmide ließ seine Mannschaft durchgehend offensiv ausgerichtet und auf ausgesuchte Abschlussmöglichkeiten spielen. Allein: Aus einer taktischen Idee wird noch kein Tor, nur weil sie auf einem Zettel besonders entschlossen aussieht. Ewan Eliot kam in der 31. Minute zum ersten Lauterer Schuss, Maurizio Santoro folgte drei Minuten später. Dann musste Caio Santos verletzt vom Feld; Miguel Semedo kam für ihn. Ein Abend, an dem selbst die Auswechslungen eher nach Schadensbegrenzung als nach Aufbruch klangen. Zur zweiten Hälfte wechselte Fey unter anderem Julius Bach und Timo Thiel ein und stellte Schliersee offensiver auf. Kaiserslautern blieb bemüht, doch der Anschluss wollte nicht fallen. Eliot hatte in der 59. Minute noch eine Möglichkeit, Philip Lopez versuchte es in der 89. Minute - mehr als vier Torschüsse wurden es für die Gastgeber nicht. Lopez sah zudem kurz vor Schluss Gelb, während Schliersees Marcus Sonntag bereits in der 71. Minute verwarnt worden war. "Wir haben heute zu spät in den Abend gefunden", wäre eine treffende, wenn auch sinngemäße Zusammenfassung von Schmide gewesen. Fey dagegen hätte sich über einen selten entspannten Trainerabend freuen dürfen: drei Tore, klare Statistiken und kein Grund, die Taktiktafel aus dem Fenster zu werfen. So bleibt Kaiserslautern ein ernüchternder Montag, während Schliersee mit einem 3:0 und reichlich Rückenwind nach Hause fährt. Die Gastgeber hatten den Ball immerhin zu 45 Prozent - ein kleiner Trost. Im Fußball ist das manchmal wie ein Regenschirm im Sturm: Man kann ihn aufspannen. Nass wird man trotzdem. 22.09.2026 02:28 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler