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SC Papenburg schießt sich in den Europaliga-Himmel - 4:2 gegen IBV Vestmannaeyjar

Es war ein Abend, an dem der SC Papenburg seine Fans daran erinnerte, warum Fußball so herrlich unberechenbar ist: voller Fehler, Funken, Emotionen und gelegentlicher Zaubermomente. Vor 41.300 begeisterten Zuschauern im Papenburger Stadion besiegte die Mannschaft von Frank Helmbrecht den isländischen Vertreter IBV Vestmannaeyjar mit 4:2 - ein Ergebnis, das so unterhaltsam war wie der ostfriesische Nieselregen, der pünktlich zum Anpfiff einsetzte.

Dabei begann alles recht frostig - und zwar nicht nur wetterbedingt. Schon in der 9. Minute schockte Salvador Gelmirez die Gastgeber. Der Innenverteidiger (!) der Isländer schlich sich bei einem Standard nach vorne, nahm eine Hereingabe von Dimas Chalana direkt - und plötzlich stand es 0:1. "Da hab ich kurz gedacht: Das wird heute ein langer Abend", gestand Papenburgs Trainer Frank Helmbrecht später mit einem schiefen Grinsen.

Doch seine Männer reagierten, als hätte jemand einen heißen Tee über die Taktiktafel gegossen. Der SC Papenburg übernahm das Kommando, schnürte die Gäste tief in deren Hälfte und erspielte sich Chancen fast im Minutentakt. Der Ausgleich fiel folgerichtig: In der 26. Minute traf der pfeilschnelle Xabier Galan nach uneigennützigem Querpass von Björn Karlson - 1:1. Kaum hatte das Publikum den ersten Torjubel verdaut, legte Karlson selbst nach. In der 34. Minute hämmerte er den Ball nach Vorarbeit von Orhan Karaer unter die Latte. 2:1 - Spiel gedreht.

"Karlson war heute wie ein Espresso: klein, stark, und nach zwei Schlucken wachst du auf", witzelte ein Fan auf der Tribüne.

Die Isländer hielten kämpferisch dagegen, aber ihre defensive Grundordnung - offiziell "defensiv auf Konter", inoffiziell "hoffentlich geht das gut" - brachte sie immer wieder in Bedrängnis. Bis zur Pause hatte Papenburg 14 Torschüsse, IBV gerade einmal die Hälfte. 56 Prozent Ballbesitz, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und das Publikum schnurrte zufrieden wie ein alter Kater am Kamin.

Nach Wiederanpfiff brachte Helmbrecht Julian Andrade für den jungen Galan, und der Joker zeigte, dass er keine Lust auf Statistenrollen hatte. Zwar dauerte es bis zur 79. Minute, ehe sich der SC Papenburg endgültig absetzte, aber dann wurde es turbulent. Zunächst sah IBV-Mittelfeldmann Ingo Coluna in der 70. Minute glatt Rot - ein Frustfoul der ruppigeren Sorte. "Ich hab den Ball gespielt", brummte Coluna später, während er mit Eisbeutel auf der Bank saß. "Ja, aber der Ball war fünf Meter weiter", murmelte ein Betreuer trocken.

Dann kam der große Auftritt von Hugo Ronaldo. Nach feinem Zuspiel von Harald Geiger setzte der Mittelstürmer in der 79. Minute zum Drehschuss an und traf zum 3:1. Ronaldo, der sonst eher für seine theatralischen Gesten bekannt ist, jubelte diesmal fast bescheiden - vielleicht, weil er wusste, dass da noch was kam.

Und tatsächlich: In der 88. Minute krönte Julian Andrade seine starke Leistung mit dem vierten Treffer. Nach Flanke von Innenverteidiger Michail Szymanowski stieg Andrade am höchsten und köpfte zum 4:1 ein. Das Stadion explodierte, Helmbrecht klatschte seine Bankspieler ab, und der Stadionsprecher überschlug sich fast beim Verkünden des Torschützen.

Doch IBV Vestmannaeyjar hatte noch einen letzten Tropfen Stolz im Tank. In der 89. Minute verkürzte Dimas Chalana nach Vorlage von Joel Carter auf 4:2 - ein Tor, das mehr kosmetischen Charakter hatte, aber immerhin zeigte: Aufgeben ist keine isländische Tugend.

Nach dem Schlusspfiff sprach Gästetrainer Gunnlaugur Magnússon mit nordischer Gelassenheit: "Wir wollten kompakt stehen. Leider war das Loch zwischen Abwehr und Mittelfeld heute so groß, dass man ein Walfisch hindurchbekommen hätte."

Helmbrecht grinste: "Unsere Jungs haben heute gezeigt, dass wir nicht nur Fußball arbeiten, sondern auch Fußball spielen können. Und wenn Hugo trifft, dann ist sowieso alles gut."

Die Statistik sprach eine klare Sprache: 14 Schüsse aufs Tor, 56 Prozent Ballbesitz, vier verschiedene Vorlagengeber - Papenburg zeigte, dass Offensivfußball kein Zufall, sondern Konzept ist.

Mit diesem Sieg wahrt der SC Papenburg seine Chancen auf das Weiterkommen in der Europaliga-Gruppenphase. Für die Isländer hingegen dürfte das Kapitel Europa bald enden. Oder, wie ein Papenburg-Fan beim Verlassen des Stadions rief: "Schön, dass ihr da wart - aber den Fisch bringen wir diesmal heim!"

Ein Abend voller Tore, Karten, Emotionen - und der Beweis, dass Fußball in Papenburg manchmal die schönste Nebensache der Welt ist. Und falls jemand vergessen hat, wie man "Heimvorteil" buchstabiert: Es schreibt sich mit vier Toren und viel Herzblut.

11.07.643987 02:18
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Herzlichen Glückwunsch an Marco Kurz. Seine Frau ist zum zweiten Mal Vater geworden.
Thomas Häßler
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