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SC Fyn verliert trotz Führung: Varde IF dreht wilden Auftakt

Superligaen | 1. Spieltag | 17.09.26 | SC Fyn - Varde IF 1:2

38.035 Zuschauer, Flutlicht und ein 1:2 zum Ligaauftakt: Der SC Fyn hat am Donnerstagabend den ersten Spieltag der Superligaen gegen Varde IF verloren. Dabei sah es lange so aus, als könne die Mannschaft von Luis Pinheiro ihre offensive Grundidee in drei Punkte ummünzen. Am Ende aber setzte sich die abgeklärtere Mannschaft durch - und die Gäste bewiesen, dass Fußball manchmal vor allem eine Geduldsprüfung mit Stollenschuhen ist.

Um 20.30 Uhr begann die Partie, und Fyn legte los, als hätte jemand in der Kabine den Espresso direkt intravenös verabreicht. Die Gastgeber standen offensiv, attackierten mit großer Aggressivität und suchten den Abschluss, ohne dabei völlig kopflos zu werden. Michal Hromadko prüfte Vardes Torhüter bereits in der achten Minute, Martin Kaurin folgte acht Minuten später. Auch Elias Herbst versuchte es in der 31. Minute aus dem zentralen Mittelfeld.

Varde IF blieb zunächst defensiver und lauerte auf Umschaltmomente. Trainer Olaf Meyer hatte seine Mannschaft sichtbar auf Geduld eingestellt. "Nicht jeder Angriff muss aussehen wie ein Feuerwerk", soll er seinen Spielern zugerufen haben. Tatsächlich war Varde zunächst eher die Mannschaft mit dem Feuerlöscher - aber eine, die genau wusste, wann sie ihn weglegen musste.

Die Gäste kamen im ersten Durchgang ebenfalls zu Chancen. Jan Medved, mit 36 Jahren der erfahrene Mittelpunkt der Varde-Offensive, tauchte mehrfach gefährlich auf. Enrico Di Pietro und Gustav Berg sorgten dafür, dass Fyns Abwehr keine Gelegenheit bekam, sich über einen ruhigen Arbeitstag zu freuen. Nach 45 Minuten stand dennoch ein 0:0 auf der Anzeigetafel. Ein Ergebnis, das ungefähr so viel Spannung versprach wie eine Steuererklärung - und trotzdem war klar: Diese Partie hatte noch einige Rechnungen offen.

Kurz vor der Pause nahm Fyn eine taktische Korrektur vor: Fritjof Povlsen ging, Christoffer Lauridsen kam. Die Gastgeber blieben offensiv ausgerichtet, Varde setzte weiter auf eine defensive Ordnung und Konter. Statistisch lag Fyn beim Ballbesitz sogar hinten: 45,24 Prozent standen 54,76 Prozent der Gäste gegenüber. Noch deutlicher war der Unterschied bei den Torschüssen. Varde feuerte insgesamt 15 Abschlüsse ab, Fyn kam auf acht.

In der 66. Minute schien sich Fyns Mut dennoch auszuzahlen. Albin Villadsen setzte sich auf der linken Seite in Szene und bediente Hromadko, der zum 1:0 traf. Der Jubel im Stadion schwappte über die Ränge, während Varde kurz so wirkte, als müsse man sich an den Gedanken gewöhnen, dass ein Fußballspiel tatsächlich auch verloren werden kann.

Doch die Freude dauerte nur zwölf Minuten. In der 78. Minute schlug Varde zurück: Vincent Brandt bereitete vor, Harrison Cabell vollendete zum 1:1. Fyn war zu diesem Zeitpunkt bereits in Unterzahl. Oscar Stack hatte in der 61. Minute Gelb gesehen und musste sechs Minuten später nach einer weiteren Verwarnung mit Gelb-Rot vom Platz. Für die Gastgeber wurde aus offensivem Risiko nun Überlebenskunst.

Varde nutzte den Vorteil konsequent. In der 82. Minute legte der eingewechselte Vilmar Overgaard für Mike Keil auf, der das 2:1 erzielte. Meyer hatte damit ein goldenes Händchen bewiesen - oder zumindest eines, das zur richtigen Zeit auf den richtigen Spieler zeigte. Fyn drängte in der Schlussphase noch einmal nach vorn, doch die zehn Mann fanden trotz großem Einsatz keinen Ausgleich mehr.

"Wir haben geführt und hatten die Energie auf unserer Seite", hätte Pinheiro nach dem Spiel sagen können - und genau darin lag vermutlich sein Problem. Fyn zeigte Mut, Varde zeigte Effizienz. Beim Tackling lagen die Gäste ebenfalls vorn: 53,58 Prozent zu 46,42. Der Saisonstart ist für Fyn damit gründlich misslungen. Varde hingegen darf mit drei Punkten nach Hause fahren - und mit dem angenehmen Gefühl, dass Geduld gelegentlich doch eine ziemlich gute Taktik ist.

17.09.2026 23:17
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