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Saragossa dreht das Spiel - Giménez trifft und Elche hadert

UD Saragossa hat am 12. Spieltag der 2. Liga Spanien einen hart erkämpften 2:1-Heimsieg gegen UD Elche gefeiert. Vor 16.000 Zuschauern im Estadio de la Romareda erlebten die Fans ein Spiel, das in seinen besten Momenten an ein Schachduell mit Fußballschuhen erinnerte - und in seinen schwächsten an ein unkoordiniertes Tanztheater mit Ball.

Schon in der sechsten Minute kam das erste Raunen durchs Stadion: Der 19-jährige Veselin Mihajlovic, ein Flügelspieler mit der jugendlichen Unbekümmertheit eines Straßenkickers, brachte Elche nach Vorarbeit von Daniel Bernard in Führung. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Mihajlovic später in der Mixed Zone - als hätte er gerade beim Bolzplatz um die Ecke getroffen. Saragossas Abwehr wirkte in diesem Moment, als sei sie noch beim Aufwärmen.

Doch die Antwort kam prompt. Nur eine Minute später glich Giacomo Delfino aus - und das in einer Art, wie sie nur ein Stürmer mit 34 Jahren Erfahrung auf dem Buckel hinbekommt. Nach Vorarbeit von Sergi Marin schob der Italiener den Ball mit einer lässigen Präzision ins lange Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", flachste Delfino später, "aber manchmal hört der Ball einfach auf mich."

Das 1:1 nach sieben Minuten versprach ein Torfestival, doch danach folgte eine Phase, in der die Zuschauer mehr über den Catering-Stand nachdachten als über den Ballbesitz. Saragossa hatte mit 55 Prozent zwar mehr vom Spiel, aber Elche hielt mit rustikaler Aggressivität dagegen - und kassierte prompt zwei Gelbe Karten (Bernard, 46.; Assis, 65.). Trainer Mike Johnson verteidigte seine Truppe: "Wir wollten zeigen, dass wir da sind - leider haben wir das ein bisschen zu deutlich getan."

Saragossa dagegen vertraute auf kontrolliertes Passspiel und ruhigen Aufbau. Delfino blieb der gefährlichste Mann, prüfte Elches jungen Keeper Duarte Derlei gleich mehrfach (5., 11., 50. Minute). Doch erst in der 64. Minute platzte der Knoten - ausgerechnet durch einen Verteidiger.

Rechtsverteidiger Joaquín Giménez schlich sich nach einem Ballgewinn über die Mittellinie, bekam das Zuspiel von Altmeister Manuel "Manu" Barreda und drosch den Ball mit einer Mischung aus Verzweiflung und Genie ins Netz. "Ich dachte, der Trainer schreit gleich, warum ich so weit vorne bin", lachte Giménez - "aber als ich den Ball sah, war’s zu spät zum Nachdenken."

Elche versuchte danach, das Ruder herumzureißen. Johnson brachte den 19-jährigen Caio Chalana (55.) und später Avraham Goldmann (70.), doch die frischen Kräfte brachten mehr Hektik als Struktur. Mihajlovic blieb der einzige, der regelmäßig Gefahr ausstrahlte - seine Schüsse in der 84. und 88. Minute zwangen Saragossas Torwart Marcos Enrico zu Glanzparaden.

"Wir hätten das 2:2 machen können", haderte Johnson nach Abpfiff. "Aber Fußball ist kein Wunschkonzert." Sein Gegenüber, der Saragossa-Coach - ein Mann, der den Zettel lieber im Kopf als in der Hand hat - sah das naturgemäß anders: "Wir haben die Ruhe behalten und den Sieg verdient. Außerdem war es schön, mal zu sehen, dass Verteidiger auch Tore schießen dürfen."

Statistisch untermauerte die Partie das Ergebnis: 14 Torschüsse für Saragossa, 8 für Elche; mehr Ballbesitz, mehr Effizienz. Und doch war es kein Spaziergang. In den letzten Minuten verteidigte Saragossa mit allem, was Beine hatte - inklusive des eingewechselten Platzwarts, wie ein Zuschauer spöttelte.

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Delfino seinem Trainer in die Arme, während Giménez mit einem Grinsen Richtung Fantribüne joggte. "Wenn wir so weitermachen", murmelte er, "können wir uns bald wieder oben anklopfen."

Vielleicht war es kein glanzvoller Sieg, aber einer mit Charakter. UD Saragossa hat gezeigt, dass Erfahrung und Geduld manchmal stärker sind als jugendlicher Übermut. Und Elche? Die jungen Wilden werden aus dieser Niederlage lernen - wahrscheinlich schon auf der Rückfahrt im Mannschaftsbus, während Trainer Johnson erklärt, dass man auch mit 19 schon wissen sollte, wann man den Ball besser querlegt.

Ein Spiel mit allem, was Zweitliga-Fußball ausmacht: frühe Tore, hitzige Zweikämpfe, und ein Verteidiger, der plötzlich so tut, als sei er Cristiano Ronaldo. Saragossa freut sich über drei Punkte - und die Fans darüber, dass es in diesem Januarabend wenigstens einmal heiß wurde.

26.05.643987 14:42
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