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Liga-Pokal (Serie B) | Halbfinale - Rückspiel | 11.09.26 | Sao Raimundo - CD Cruzeiro 0:1 Anstoß war um 18.30 Uhr, und Sao Raimundo begann, als müsse die Mannschaft noch vor der Pause eine kleine persönliche Fehde mit dem Tor erledigen. In der 15. Minute prüfte Amaury Ferrer die Defensive, kurz darauf versuchten sich Stephane Lankford und Bruno Nani. Agemar Maniche entwickelte sich endgültig zum Dauergast im Strafraumbereich: 20 Torschüsse verbuchte Sao Raimundo insgesamt, Maniche allein war mehrfach beteiligt. Das Tor blieb dennoch ein erstaunlich unbeeindrucktes Möbelstück. CD Cruzeiro hielt dagegen, zunächst mit überschaubarem Risiko. Die Gäste griffen bevorzugt über die Flügel an, spielten ausgewogen und verzichteten auf nennenswertes Pressing. Das klingt in der Theorie nach einem Plan, der niemanden vom Sitz reißt. In der Praxis erwies es sich als ausgesprochen unangenehm für Sao Raimundo. Die Gastgeber hatten 54,5 Prozent Ballbesitz, Cruzeiro nur 45,5 Prozent - doch Ballbesitz ist bekanntlich keine Eintrittskarte ins Finale. Kurz vor der Pause kam Cruzeiro durch den 17-jährigen Christiano Dieguez zu einem seiner wenigen Abschlüsse. Nach dem Seitenwechsel wechselte Trainer Lars Frieden gleich doppelt: Mathias Aas kam für Dieguez, Bertil Schröder ersetzte Ricardo Yague. Später folgte Karsten Paul für Christiano Aguas. Frieden bewies damit nicht nur Mut zur Jugend, sondern auch ein gutes Händchen für die Wechselbank. Sao Raimundo blieb offensiv, Trainer Emilian Hahn hielt an der offensiven Ausrichtung fest. Die Mannschaft suchte den Abschluss aus guten Positionen, anstatt blind jeden Ball in Richtung Tor zu prügeln. Agustin Pauleta versuchte es mehrfach, Maniche ebenfalls, dazu kamen Abschlüsse von Ilkay Gündogan, Bruno Nani und Jorge Cunha. Es war ein Angriff nach dem anderen - nur leider ohne den einen, der die Geschichte verändert. Dann die 70. Minute: Cruzeiro kombinierte sich über die rechte Seite nach vorn, Mathias Aas legte auf, Jose Teixeira vollendete zum 1:0. Der 33-Jährige blieb in der entscheidenden Szene kälter als die Stimmung auf den Rängen. Es war Cruzeiros vierter Torschuss im gesamten Spiel. Sao Raimundo hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein kleines Schützenfest veranstaltet - allerdings ohne Schützenfest. "Wir hatten den Ball, die Chancen und vermutlich auch die bessere Statistik", sagte Hahn später sinngemäß. "Leider zählt im Fußball am Ende nicht, wie überzeugend man an einem Tor vorbeispielt." Sein Gegenüber Frieden fasste den Abend ebenso nüchtern zusammen: "Wir wollten geduldig bleiben. Heute war Geduld offenbar stärker als Lautstärke." Sao Raimundo warf in der Schlussphase alles nach vorn. Nani, Cunha und Pauleta suchten weiter den Abschluss, doch Cruzeiro verteidigte diszipliniert. Der Gastgeber gewann sogar 57,4 Prozent der Zweikämpfe - ein weiterer Wert, der in dieser Nacht wenig Trost spendete. Als der Schlusspfiff ertönte, jubelte Cruzeiro. Sao Raimundo blieb eine Mannschaft mit 20 Torschüssen, 54,5 Prozent Ballbesitz und null Toren. Fußball kann manchmal grausam sein. Und manchmal hat er dabei sogar Zahlen, die es beweisen. 12.09.2026 11:23 |
Sprücheklopfer
Der Jürgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio. Ich meinte: ein Quartett.
Fritz Walter Junior