Jornal do Brasil
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Santos siegt mit frühem Paukenschlag gegen Teresina

Ein Tor nach sieben Minuten - und dann 83 Minuten Zittern, Kämpfen und Beten: UD Santos hat am 22. Spieltag der 1. Liga Brasilien einen hart erarbeiteten 1:0-Heimsieg gegen UD Teresina gefeiert. 34.955 Zuschauer im Estádio Municipal erlebten ein Spiel, das man höflich als "abwechslungsreich" und ehrlich als "Nervenprobe mit Ball" bezeichnen könnte.

Schon in der Anfangsphase legten die Gastgeber los wie von der Sonne Brasiliens geblendet. In der 7. Minute spielte Julian Derlei einen dieser unwiderstehlichen Pässe in die Tiefe - und Antonio Bischoff, der rechte Flügelstürmer, nahm den Ball mit der Brust, ließ Mahir Calik elegant ins Leere grätschen und schob eiskalt zum 1:0 ein. Danach riss das Stadiondach fast ab. "Ich habe gar nicht gesehen, dass er so frei stand", grinste Derlei später. "Ich wollte eigentlich nur klären."

Was danach folgte, war weniger Glanz und mehr Überlebenskampf. Teresina schaltete sofort auf Dauerfeuer - 17 Torschüsse notierten die Statistiker, aber das Tor blieb wie vernagelt. Loris Fadda, der erfahrene Mittelstürmer der Gäste, donnerte in der 14. Minute einen Ball an den Pfosten und fasste sich danach an den Kopf, als hätte ihm jemand den letzten Espresso verweigert. "Manchmal ist Fußball einfach grausam", murmelte er später in der Mixed Zone.

UD Santos dagegen beschränkte sich nach dem Blitzstart auf das, was man im Lehrbuch unter "kontrolliertem Chaos" findet. Trainerin Brasilia Santos - ja, die Frau mit dem Namen der Hauptstadt - gestikulierte an der Seitenlinie, als wolle sie die Erdrotation anhalten. Ihre Mannschaft verteidigte tief, lauerte auf Konter und hatte mit Torwart Arkadiusz Dziekanowski einen Schlussmann, der an diesem Abend offenbar den Pakt mit dem Fußballgott geschlossen hatte.

Teresina-Coach Tobias Lang blieb trotz der Dominanz seiner Elf erstaunlich ruhig. "Wir hatten alles im Griff - außer dem Ergebnis", sagte er mit einem Lächeln, das zwischen Galgenhumor und Verzweiflung pendelte. Tatsächlich sprach die Statistik für die Gäste: 51 Prozent Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe, doppelt so viele Schüsse - aber null Tore. Santos dagegen brachte mit nur sechs Abschlüssen das eine Tor über die Zeit. Effektivität in Reinform.

Die zweite Halbzeit wirkte wie eine Kopie der ersten - nur mit mehr Schweiß. Teresina rannte an, Santos stand hinten drin. Besonders der junge Albert del Olmo, gerade 19 Jahre alt, prüfte den Keeper mehrfach. In der 54. Minute zischte sein Schuss nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Dziekanowski drehte sich um, klatschte in die Hände und rief: "Alles unter Kontrolle!" - was seine Mitspieler mit nervösem Lachen quittierten.

Ab der 77. Minute setzte Trainerin Santos auf frische Beine - und offenbar auch auf Mut zur Jugend: Torwart Carl Manuel (17), Verteidiger Dimas Nani (17) und Außenverteidiger Javier Aguas (18) kamen zu Kurzeinsätzen. "Wenn sie schon in der Jugend alles besser wissen, sollen sie’s mal zeigen", witzelte die Trainerin später. Ihre Rechnung ging auf: Der Nachwuchs hielt dicht, auch als Teresina in den Schlussminuten mit Mann und Maus anrannte.

In Minute 89 versuchte es Roman Pospech mit einem Fernschuss aus 25 Metern - der Ball rauschte knapp über die Latte, und Dziekanowski schaute ihm nach, als würde er einem vorbeifliegenden Meteor danken, dass er die Erde verfehlt hatte. Die letzten Sekunden verstrichen unter einem gellenden Pfeifkonzert des Publikums, das den Schlusspfiff beinahe herbeischrie. Als es endlich soweit war, sank Antonio Bischoff erschöpft auf den Rasen. "Ich glaube, ich habe meine Schritte für den Rest der Woche gemacht", japste der Siegtorschütze.

Fazit: Ein glücklicher, aber nicht unverdienter Sieg für UD Santos, die mit taktischer Disziplin und einem frühen Treffer drei Punkte retten konnten. Teresina dagegen muss sich den Vorwurf gefallen lassen, aus klarer Überlegenheit nichts Zählbares gemacht zu haben.

Oder, wie Reporterlegende João "Orelha" Mendes im Pressebereich trocken kommentierte: "Wenn Fußball nach Schönheit entschieden würde, hätte Teresina 5:1 gewonnen. Leider zählt hier aber immer noch das Runde im Eckigen."

Ein Satz, der den Abend perfekt zusammenfasst - und erklärt, warum UD Santos nach 90 Minuten Jubel, Schweiß und Herzklopfen wieder einmal als Sieger vom Platz ging.

21.05.643993 22:40
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