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Santa Eulalia siegt im Chancenfestival - Lanzarote verzweifelt am eigenen Konzept

53365 Zuschauer erlebten am 25. Spieltag der 1. Liga Spanien einen dieser Abende, an denen die Stadionwurst lauwarm, das Spiel aber heiß war. Santa Eulalia besiegte Lanzarote CF mit 1:0 - ein Ergebnis, das nüchtern aussieht, aber alles andere als nüchtern zustande kam. 23 Torschüsse der Gastgeber sprechen Bände. Lanzarote? Vier. Man könnte sagen, sie spielten mit - aber nur, weil jemand die Trikots gezählt hat.

Schon in den ersten Minuten war klar, wer hier die Musik spielte. Vladimir Stastny, der bullige Mittelstürmer aus Bratislava, prüfte den Keeper Xabier Xuarez bereits in der 3. Minute. Der Ball rauschte knapp vorbei, Xuarez winkte hinterher, als wolle er sagen: "Das war Absicht." Stastny lachte später: "Ich wollte nur sicherstellen, dass der Torwart wach ist."

Santa Eulalia, von Trainer Dede Dedede gewohnt taktisch diszipliniert eingestellt, spielte zwar offiziell defensiv, aber wer 23 Mal aufs Tor schießt, hat das Wort "defensiv" wohl in einem sehr freien Sinne verstanden. Besonders auffällig: das Mittelfeld-Trio Javi Galan, Luís Gimenez und Leandro Etxebarria, das Lanzarote mit präzisen Pässen und ständigen Seitenverlagerungen in den Wahnsinn trieb.

In der 20. Minute bekam Gimenez Gelb, nachdem er im Zweikampf zu viel von seiner "starken Aggressivität" zeigte - so stand es auch in der Taktikanalyse. "Er wollte den Ball, bekam aber das halbe Schienbein dazu", kommentierte Dedede trocken.

Die Gäste hingegen wirkten, als wären sie noch beim Strandtraining. Trainer Meister Leverkusen hatte seine Elf auf "balanced" eingestellt, was in diesem Fall bedeutete: weder Fisch noch Fleisch. Kein Pressing, wenig Risiko, und das Passspiel balancierte zwischen Zufall und Hoffnung.

Nach einer torlosen ersten Hälfte, die Santa Eulalia zwar dominierte, aber ohne Zählbares blieb, kam die entscheidende Szene in der 56. Minute. José Estevo, quirlig wie ein Espresso auf zwei Beinen, zog über rechts, passte scharf in die Mitte - und Stastny stand da, wo ein Mittelstürmer stehen muss. Mit einem trockenen Schuss ins linke Eck ließ er Xuarez keine Chance. 1:0. Das Stadion bebte, und Stastny brüllte seine Freude in den Nachthimmel. "Ich hab’ schon gespürt, heute geht einer rein", grinste er später in die Kameras.

Lanzarote reagierte - oder versuchte es zumindest. Meister Leverkusen brachte zur Halbzeit gleich drei neue Spieler, darunter den 17-jährigen Javier Moreno, der später als Innenverteidiger in die Geschichtsbücher des Spiels eingehen sollte: als einziger Lanzarote-Spieler mit einem Torschuss in der Schlussphase. "Ich wollte einfach mal wissen, wie sich das anfühlt", sagte Moreno nach dem Spiel mit einem schiefen Lächeln.

Doch Santa Eulalia blieb gefährlicher. Zwischen der 60. und 80. Minute schoss Stastny gefühlt im Minutentakt. Mal drüber, mal daneben, einmal rettete die Latte. "Er hätte heute auch fünf machen können", meinte Dede Dedede süffisant. "Aber das hätte ja langweilig ausgesehen."

Die Schlussphase brachte noch einmal Dramatik: Der junge Innenverteidiger Leon Hunt, bereits Gelb belastet, stoppte in der 85. Minute einen Konter mit einem rustikalen Griff an die Schulter - zweite Gelbe, Gelb-Rot, Abgang. "Er sagte, der Gegner sei plötzlich stehen geblieben", erzählte sein Trainer schmunzelnd.

Mit zehn Mann verteidigte Santa Eulalia das knappe 1:0 über die Zeit. Lanzarote, mittlerweile im "anytime"-Modus, schoss zwar aus allen Lagen, aber wenn man nur viermal aufs Tor zielt, bleibt das "anytime" eher theoretisch.

Nach dem Abpfiff wirkte Meister Leverkusen gefasst, fast philosophisch: "Wir wollten den Ball, aber der Ball wollte nicht uns." Sein Gegenüber Dedede Dedede konterte mit einem Grinsen: "Ich wollte den Sieg - und der wollte mich."

Statistisch gesehen war es ein ungleiches Duell: fast ausgeglichener Ballbesitz (49 zu 51 Prozent), aber ein klares Chancenplus für Santa Eulalia. Die Gastgeber gewannen 56 Prozent ihrer Zweikämpfe, Lanzarote blieb harmlos wie ein Strandurlaub ohne Sonne.

Unterm Strich war es ein verdienter Sieg, auch wenn das Ergebnis knapper aussieht, als das Spiel war. Santa Eulalia klettert mit dem Dreier weiter nach oben, während Lanzarote CF wohl eher über neue Trainingsmethoden als über Punkte nachdenken sollte.

Oder, wie ein älterer Fan beim Rausgehen sagte: "Wenn du 23 Mal aufs Tor schießt und nur einmal triffst, bist du entweder Pechvogel oder Poet." - In diesem Fall war Santa Eulalia beides, aber mit drei Punkten in der Tasche darf man sich das wohl leisten.

04.11.643987 10:55
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