A Bola
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Sanjoanense tanzt Mafra schwindelig - Lamarliere trifft doppelt beim 3:0-Heimsieg

Es gibt Fußballabende, die schreiben sich fast von selbst. Der Montagabend in São João da Madeira war einer davon. 36.148 Zuschauer sahen eine Mannschaft, die in der ersten Halbzeit so tat, als wolle sie höflich den Gästen aus Mafra den Ball überlassen - und dann in der zweiten Halbzeit entschied, dass genug Freundlichkeiten ausgetauscht worden waren. Sanjoanense gewann am 12. Spieltag der 1. Liga Portugal verdient mit 3:0 (0:0) und ließ Mafra zeitweise aussehen, als hätten sie vergessen, dass man bei Fußballspielen auch schießen darf.

Denn während Sanjoanense 17 Mal aufs Tor hämmerte, brachte Mafra gerade einmal zwei Schüsschen zustande - und das ist, bei aller Liebe, selbst für die Statistik zu wenig. "Ich habe mir in der ersten Halbzeit Sorgen gemacht", gab Sanjoanense-Trainer Mario Weinzettl nach der Partie zu. "Da haben wir zu schön gespielt, zu wenig gestochen. Ich hab in der Kabine gesagt: Jungs, das hier ist kein Tanzkurs." Offenbar verstanden die Spieler die Botschaft.

Nach einer torlosen, aber durchaus unterhaltsamen ersten Hälfte - Jacob Anderson vergab gleich drei gute Chancen (5., 27., 35. Minute) und Inigo Dieguez prüfte den Keeper mehrfach - explodierte die Partie nach einer guten Stunde. In der 65. Minute war es Robert Lamarliere, der nach feiner Vorarbeit von Nelio Djalo den Ball humorlos in den rechten Winkel drosch. Eine Minute später wieder Lamarliere - diesmal flankte Ingo Costinha von links, der quirlige Rechtsaußen nahm volley und traf erneut. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Lamarliere nach dem Spiel, "aber dann dachte ich: Warum nicht mal die Zuschauer überraschen?"

Mafra hatte in dieser Phase nichts mehr entgegenzusetzen. Vincent Adao versuchte es einmal in der 53. Minute, aber sein Schuss landete ungefähr dort, wo sonst die Stadionkatze schläft. Als dann auch noch Rechtsverteidiger Vitorino Varela verletzt raus musste (66.), war klar: Das wird kein Abend für die Gäste. Trainer der Mafrenses - der Name wurde von der Vereinsseite nicht bestätigt, vermutlich wollte er anonym bleiben - stand regungslos an der Seitenlinie, die Hände in den Taschen, der Blick leer.

Sanjoanense dagegen spielte sich in einen Rausch. Nach Lamarliere-Doppelpack kam noch Pech dazu: Nelio Djalo musste verletzt vom Feld (72.), Antonio Ibanez ersetzte ihn - und ausgerechnet der Innenverteidiger leitete in der Nachspielzeit den Schlusspunkt ein. In der 93. Minute bediente er Linksaußen Ingo Costinha, der den Ball mit einer Mischung aus Eleganz und Trotz ins Netz setzte. 3:0, der Deckel drauf, und das Stadion tobte.

"Das war so ein Moment, wo du einfach weißt: Heute läuft’s", sagte Costinha später. "Antonio hat mir den Ball gegeben, als wäre es ein Geschenk zum Dreikönigstag." Und Trainer Weinzettl fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Ich wusste gar nicht, dass Antonio so gut nach vorne kann. Vielleicht stelle ich ihn nächste Woche auf die Zehn."

Sanjoanense kontrollierte das Spiel mit 51,6 Prozent Ballbesitz - also knapp mehr, aber entscheidend war die Konsequenz: 17 Schüsse, drei Tore. Mafra hingegen hatte 48,4 Prozent Ballbesitz, aber nur zwei Abschlüsse. Wenn das ein Boxkampf gewesen wäre, hätte der Ringrichter wohl nach 70 Minuten abgebrochen.

Selbst die Gelben Karten schienen Sanjoanense nicht zu stören: Greger Johnsson sah in der 58. Minute Gelb, Nelson Barros in der 84. - beides Mal grinste Trainer Weinzettl nur und sagte später: "Das sind unsere Art von Liebeserklärungen ans Spiel."

In der Mixed Zone nach Abpfiff herrschte Gelöstheit. Torhüter Janos Buzanszky, der zur Stunde (60.) für Nicolas Picard eingewechselt wurde, gab sich bescheiden: "Ich hatte nicht viel zu tun. Aber das ist das schönste Kompliment, das man einem Torwart machen kann."

Und während die Fans auf den Rängen die Namen ihrer Helden skandierten, schlich Mafras Mannschaft wortlos in die Kabine. "Wir waren zu brav", meinte Kapitän Bruno Lomban. "Sanjoanense hat uns überlaufen, und wir haben es zugelassen."

Ein Spiel also, das weniger durch Dramatik als durch Deutlichkeit überzeugte. Sanjoanense, frisch auf Platz sieben geklettert, darf von mehr träumen - Mafra dagegen muss dringend an seiner Abschlussquote arbeiten, wenn man nicht bald in der Statistikrubrik "freundlichster Gegner" auftauchen möchte.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte, während er seinen Schal zurechtrückte: "Die erste Halbzeit war Schlafmittel, die zweite Espresso. Ich nehm das Abo."

26.05.643987 11:30
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Es ist mir völlig egal, was es wird. Hauptsache, er ist gesund.
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