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Ein lauer Februarabend, 20:30 Uhr, 30.891 Zuschauer im Estádio São João - und am Ende ein Spiel, das wohl niemand so schnell vergessen wird. Sanjoanense eröffnete die Saison der 1. Liga Portugal mit einem 4:0-Spektakel gegen Oliveira Bairro. Ein Ergebnis, das deutlicher klang, als es der Ballbesitz (46 zu 54 Prozent) vermuten ließ - aber Tore zählen bekanntlich mehr als Prozente. Schon früh setzte Sanjoanense ein Ausrufezeichen. In der 14. Minute rauschte Ingo Costinha von links heran, nahm einen Pass von Janis Hamann auf und hämmerte den Ball kompromisslos ins rechte Eck. "Ich wollte einfach draufhalten - und diesmal war er drin", grinste der 24-Jährige später. Keine drei Minuten später erhöhte der 18-jährige Rechtsverteidiger Carlos Frechaut auf 2:0 - nach feiner Vorarbeit von Robert Lamarliere. Ein Teenager-Tor, das auch Trainer Mario Weinzettl kurz die Fassung verlieren ließ: "Ich hab Carlos im Training gesagt: Lauf, Junge, lauf! Dass er dann auch noch trifft, war nicht Teil des Plans - aber ich beschwer mich nicht." Oliveira Bairro wirkte in dieser Phase, als hätte man ihnen die Gebrauchsanweisung für den Ball entzogen. Zwar hatten sie mehr Spielanteile, doch ihr einziger Torschuss - ja, nur einer - in der 26. Minute von Marco Chalana wurde zur leichten Beute für Sanjoanenses Keeper Janos Buzanszky. "Ich hab den Ball lieber festgehalten, bevor er sich’s anders überlegt", witzelte der Torwart nach Abpfiff. In der 36. Minute folgte der nächste Schlag: Janis Hamann, der agile Rechtsaußen, traf nach schöner Vorarbeit von Vilmos Dzsudzsak zum 3:0. Das Stadion bebte, der Gegner taumelte. Oliveira-Bairro-Coach Andreas Godejohann stand regungslos an der Seitenlinie, die Hände in den Taschen, und murmelte später: "Wir hatten den Ball, aber sie hatten die Tore. Das ist ein altes Problem im Fußball." Mit einem komfortablen 3:0 ging es in die Pause. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte - mit Sanjoanense im Angriffsmodus. Weinzettl wechselte zur 46. Minute: Riley Young kam für Nelson Barros, was der Defensive zusätzliche Stabilität verlieh. Oliveira Bairro versuchte, das Spiel zu beruhigen, aber die Gastgeber hatten Blut geleckt. In der 59. Minute markierte erneut Ingo Costinha den Endstand von 4:0. Nach einem weiten Vorstoß von Linksverteidiger Luke Logan kam der Ball punktgenau an der Strafraumkante an, und Costinha verwandelte mit der Gelassenheit eines Routiniers. "Ich wusste, dass Luke den Ball bringt. Der Typ kann Flanken aus dem Halbfeld schlagen, die du in der Kirche absegnen musst", sagte Costinha lachend. Danach wurde es gemächlicher - zumindest auf der Anzeigetafel. Sanjoanense schoss weiter aus allen Lagen (insgesamt 19 Torschüsse), während Oliveira Bairro kaum noch über die Mittellinie kam. Stattdessen sammelten sie Gelbe Karten: Godewyn Vanderzee in der 72. Minute nach einem rustikalen Einsteigen und Davib Eliot in der 87. "Ich wollte nur zeigen, dass wir noch da sind", verteidigte sich Vanderzee mit einem schiefen Grinsen. Kurz vor Schluss wurde es noch einmal unruhig: Der junge Torschütze Carlos Frechaut musste in der Nachspielzeit verletzt vom Platz. "Er hat sich wohl eine Zerrung geholt", sagte Weinzettl später, "aber wenn man mit 18 so aufdreht, darf man auch mal zwicken." Als Schiedsrichter Almeida abpfiff, stand ein klares 4:0 - und ein Publikum, das sich wohl noch lange an diesen Auftakt erinnern wird. Sanjoanense spielte frech, aggressiv und mit einer Effizienz, die jedem Statistikfreund Tränen in die Augen treiben dürfte. Oliveira Bairro dagegen wirkte, als hätten sie den Ballbesitzpreis gewonnen, aber das Spiel verloren. "Wir haben 54 Prozent Ballbesitz", murmelte Godejohann auf der Pressekonferenz, "aber leider keine Punkte. Vielleicht gibt’s ja irgendwann eine Tabelle dafür." Weinzettl konterte trocken: "Ich nehm lieber die Tore. Ballbesitz ist was für Schönwetterfußball." Und so startet Sanjoanense mit einem Donnerschlag in die Saison - vier Tore, drei Torschützen, null Gegentreffer. Wenn sie dieses Tempo halten, könnte das noch ein sehr unterhaltsames Jahr werden. Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions rief: "Wenn das so weitergeht, kauf ich mir ein Trikot von Costinha - und zwar noch heut Nacht!" 30.05.643990 00:20 |
Sprücheklopfer
He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
Lothar Matthäus im Pokalhalbfinale Bayern gegen Rostock zu Christian Brand: