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Salzburg tanzt Höchst aus - Barth, Ackermann und Meissner treffen beim 3:1-Heimsieg

Wenn 30.442 Zuschauer an einem kalten Februarabend in die Red Bull Arena strömen, dann wollen sie Tore sehen - und der ASK Salzburg enttäuschte seine Fans am 4. Spieltag der 1. Liga Österreich ganz und gar nicht. Mit einem klaren 3:1 gegen den FC Höchst festigten die Mozartstädter ihre Ambitionen auf die oberen Tabellenränge. Es war ein Spiel, das von Beginn an zeigte: Hier spielt einer nach vorne, der andere hofft auf den Zufall.

Trainer Andreas Schuntner hatte seine Salzburger offensiv eingestellt, wie schon der erste Blick auf die Taktik verriet: offensiv, lange Bälle, auf Konter lauernd - eine Mischung aus Mut und Pragmatismus. Und dieser Mut zahlte sich früh aus. In der 22. Minute war es der junge Maurice Barth, gerade einmal 20 Jahre alt, der nach feinem Zuspiel von Charles Densham aus halblinker Position zum 1:0 einschob. Der Ball zappelte im Netz, und Barth riss jubelnd die Arme in die Höhe. Später sagte er grinsend: "Ich wollte eigentlich flanken - aber dann hab ich’s mir anders überlegt."

Bis zur Pause blieb Salzburg tonangebend - 59 Prozent Ballbesitz, 18 Torschüsse am Ende, das spricht Bände. FC Höchst dagegen verteidigte mit dem Mut der Verzweiflung, meist tief stehend, mit einer Fünferkette, die mehr nach Parkplatzabsicherung aussah als nach Abwehrformation. Trainer Ronnie Ekström gestikulierte wild an der Seitenlinie, als wollte er den Linienrichter hypnotisieren. "Wir wollten kompakt stehen", seufzte er nach dem Spiel, "aber Salzburg war halt überall."

Nach der Pause dann kurz Hoffnung für die Gäste: In der 50. Minute nutzte Robert Bossong einen Moment kollektiver Salzburger Schlafmützigkeit. Nach Vorarbeit von Dmitri Makarow zimmerte der 22-Jährige den Ball unter die Latte. 1:1 - und plötzlich war’s still im Stadion. Nur Ekström jubelte, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen.

Doch die Freude währte ganze drei Minuten. Denn Michel Ackermann, der Routinier im rechten Sturm, hatte offenbar keine Lust auf eine Zitterpartie. In der 53. Minute verwertete er eine butterweiche Flanke von Ernst Meissner zum 2:1. "Ich hab’s gespürt, der Ball kommt - und dann machst du einfach die Augen zu und hoffst, dass du ihn triffst", lachte Ackermann später.

Und genau dieser Meissner setzte acht Minuten später selbst den Deckel drauf. Nach einem feinen Doppelpass mit Barth zog der 21-Jährige trocken ab - 3:1 in der 60. Minute. Salzburg taumelte nicht, Salzburg tanzte. Die Fans sangen, Barth grinste, Schuntner klatschte. Nur Höchst wirkte, als wäre der Stecker gezogen.

Die restliche halbe Stunde war Schaulaufen. Salzburg kombinierte, Höchst lief hinterher. Hugo de Freitas, der Altmeister auf links, hätte das Ergebnis noch höher schrauben können, doch sein Schuss in der 78. Minute strich knapp vorbei. "Ich wollte’s schön machen", gab er zu, "aber schön bringt halt keine Punkte."

Statistisch war es ein Klassenunterschied: 18 Torschüsse zu 5, 60 Prozent Ballbesitz, Zweikampfquote über 55 Prozent. Selbst Schuntner, sonst ein Mann der Understatement-Kategorie, ließ sich zu einem Lächeln hinreißen: "Das war erwachsen. Und das von einer Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt, bei dem mancher Gegner noch den Schülerausweis zeigen müsste."

Einziger Wermutstropfen für die Salzburger: Rechtsverteidiger Stefan Ernst sah in der 67. Minute Gelb, nachdem er den flinken Makarow unsanft gebremst hatte. Kurz zuvor war er schon in der Halbzeit ausgewechselt worden, seine eigene Reaktion auf die Karte fiel entsprechend trocken aus: "Ich wollte nur zeigen, dass ich noch da bin."

Auch bei Höchst wurde fleißig gewechselt - Caneira, MacDougall und Schreiber kamen rein, brachten aber keine Wende. "Wir haben versucht, das Spiel in die Breite zu ziehen", erklärte Ekström, "aber Salzburg hat einfach die Breite des Spielfelds genutzt, um uns zu überrollen."

Am Ende blieb ein klarer Sieg und ein Publikum, das zufrieden und leicht beschwingt in die Salzburger Nacht verschwand. Maurice Barth wurde zum Spieler des Abends gewählt - Tor, Vorlage, Dauerläufer. "Vielleicht lad ich die Jungs auf ein Red Bull ein", witzelte er nach dem Abpfiff.

Und so bleibt festzuhalten: Salzburg spielte, als hätten sie den Frühling schon bestellt, während Höchst noch den Wintermantel suchte. Wenn sie so weitermachen, könnte man in Salzburg bald wieder vom Aufstieg träumen - oder zumindest vom nächsten überzeugenden Heimspiel.

Denn eines ist sicher: Wer so spielt, braucht keine Glücksfee - höchstens einen guten Friseur für die Jubelbilder.

03.07.643990 17:44
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