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Rush Chorzow zündet den Turbo - Pruszkow geht die Puste aus

Wenn ein Tabellenmittelfeldduell an einem frostigen Februarabend 41.776 Zuschauer ins Stadion zieht, dann hat entweder der Glühwein eine magische Wirkung oder Rush Chorzow. Und tatsächlich: Die Gäste aus Oberschlesien lieferten beim 3:1 (1:0)-Sieg beim SK Pruszkow Fußball, der so heiß war, dass selbst der Atemdampf über dem Rasen kurz innehielt.

Es war ein Spiel, das mit einem Paukenschlag endete, aber mit einem Dauerklopfen begann: Rush Chorzow ballerte, rannte, presste - und SK Pruszkow hielt dagegen, so gut es ging. 20 Torschüsse für die Gäste, nur fünf für die Hausherren - die Statistik liest sich wie ein einseitiges Bewerbungsschreiben für den Trainerposten bei Chorzow.

"Wir wollten zeigen, dass wir Fußball nicht nur arbeiten, sondern auch spielen können", grinste Rush-Coach Herth Ussia nach dem Schlusspfiff. Und seine Mannschaft schrieb in 96 Minuten genau das ins Drehbuch.

Der erste Akt: ein Geduldsspiel, das bis zur 40. Minute brauchte, bis Vitor Marco sich ein Herz fasste. Nach feiner Vorarbeit von Dauerläufer Dawid Gorawski zog der 31-Jährige zentral ab - 0:1. Der Jubel im Gästeblock klang wie eine Mischung aus Erleichterung und Winterkälte. "Ich habe einfach draufgehalten", meinte Marco später trocken. "Wenn du 19 Mal schießt, sollte wenigstens einer reinfallen."

Kurz nach der Pause dann Hoffnung für Pruszkow. Der 18-jährige Nenad Zdravkovic, der schon in der ersten Halbzeit mit jugendlicher Unbekümmertheit auffiel, nutzte in der 50. Minute einen dieser seltenen Momente, in denen Rushs Abwehr kurz Kaffee trank. Joaquin Maniche steckte durch, Zdravkovic blieb cool - 1:1. Der Teenager ballte die Fäuste, die Tribüne erwachte. "Ich dachte, jetzt kippt das Ding", seufzte Heimtrainer Stefan Petruck später.

Tat es aber nicht. Denn Rush Chorzow hatte noch reichlich Benzin im Tank - und einen Dawid Gorawski in Bestform. Der Mittelfeld-Routinier, 31 Jahre alt, spielte die jungen Wilden von Pruszkow phasenweise schwindelig, als würde er ihnen Nachhilfe in Raumaufteilung geben. In der 82. Minute bediente er den flinken Arkadiusz Wojcicki, der eiskalt zum 1:2 traf. Nur 60 Sekunden später revanchierte sich Wojcicki - er legte quer, Mika Kolkka tanzte am Strafraumrand, und wieder war es Gorawski, der den Ball über die Linie drückte. 1:3, Spiel entschieden.

Pruszkow versuchte danach, mit Leidenschaft zu kontern - allerdings mehr mit Leidenschaft als mit Kontern. Die drei Gelben Karten für Fraser (75.), Szczepaniak (78.) und Malachow (85.) zeigten, wie sehr die Kräfte schwanden und der Frust wuchs. "Wir haben gekämpft, aber irgendwann fehlte einfach die Luft", gestand Kapitän Ilja Malachow. "Rush hat uns in der zweiten Halbzeit fast hergespielt."

Und tatsächlich: Während Pruszkow in der Schlussphase eher auf Schadensbegrenzung setzte, spielte Chorzow weiter befreit auf. Selbst in der Nachspielzeit feuerten die Gäste noch zwei Torschüsse ab - als wollten sie beweisen, dass sie die Statistik bis zum letzten Atemzug ernst nehmen. "Wir trainieren, bis der Ball glüht", scherzte Ussia nachher. "Heute hat er nur leicht geraucht."

Für Pruszkow bleibt die Erkenntnis eines Klassikers: Mut reicht, wenn man Glück hat - aber Erfahrung hilft, wenn man keins hat. Die jungen Spieler wie Zdravkovic, Schäfer oder Jorge zeigten zwar Ansätze, doch gegen die abgezockten Routiniers von Chorzow sah man deutlich, wer schon länger in der Liga unterwegs ist.

Während die Fans des SK Pruszkow mit hängenden Schultern Richtung Ausgang trotteten, schallte aus der Gästekurve ein fröhliches "Chorzow, Chorzow!" - laut, rau, ehrlich. Vitor Marco winkte in die Menge, Gorawski klopfte ihm auf die Schulter. "Das war heute ein Sieg der Geduld", sagte er. "Und des besseren Fußballs. Aber das darf man ja auch mal sagen."

Ein bisschen Selbstbewusstsein darf man ihm lassen - schließlich hatte er ein Tor vorbereitet, eines geschossen und das Spiel entschieden.

Und so endete ein packender Abend mit einem klaren Ergebnis, aber auch mit dem Gefühl, dass in Pruszkow eine Mannschaft wächst, die zwar verliert, aber lernt. Wenn sie das nächste Mal wieder so mutig auftritt, könnte sie sogar gewinnen - sofern Rush Chorzow nicht wieder Lust auf ein Lehrstück in Effizienz bekommt.

Fazit des Abends? Fußball ist manchmal gerecht. Und manchmal einfach nur schön, wenn man blau-weiß trägt.

16.01.643991 10:05
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