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Royals tanzen Gorillas schwindlig - 3:0!

Mit einem Offensivfeuerwerk haben die Cincinnati Royals am 32. Spieltag der 1. Liga USA die Atlanta Gorillas mit 3:0 aus deren eigenem Stadion geschossen. 48.862 Zuschauer im "Banana Bowl" sahen, wie die Gäste aus Ohio die Hausherren praktisch überliefen - und das schon von der ersten Minute an.

Kaum hatten die Gorillas den Ball das erste Mal berührt, brüllte Trainerin Anja Meister von der Seitenlinie: "Ruhig bleiben, Jungs!" Ruhig blieb allerdings nur der gegnerische Torwart. Denn die Royals kombinierten, als hätten sie die Taktiktafel gefrühstückt. Schon nach 20 Minuten zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz: Oscar Nunez verwertete eine traumhafte Vorlage von Jan Sestak - 1:0 für Cincinnati. "Das war wie im Training, nur dass diesmal jemand zugeschaut hat", grinste Nunez später.

Atlanta versuchte danach, sich zu sortieren. Larry Comstock prüfte in der 9. und 25. Minute immerhin zweimal Keeper Petr Busta, der sich mit routinierter Gelassenheit in den Schuss warf. Mehr kam aber nicht. Die Statistik spricht Bände: 26 Torschüsse der Royals, ganze zwei der Gorillas. Selbst die Latte hätte Mitleid gehabt, wenn sie gefragt worden wäre.

Kurz vor der Pause erhöhte Joseph Corey nach erneutem Zuspiel von Sestak auf 2:0 (40.). Ein Tor, das so sauber herausgespielt war, dass man es glatt in die Lehrfilme der Nachwuchsakademie aufnehmen könnte. "Wir wollten zeigen, dass Offensivgeist und Eleganz keine Gegensätze sind", erklärte Royals-Coach Jürgen Mattes mit einem Hauch Ironie. "Und wenn’s dabei noch Tore gibt, nehmen wir die gern mit."

Die Gastgeber dagegen wirkten, als hätten sie sich in eine Bananenschale verwandelt - ständig rutschte jemand aus, bildlich gesprochen. Meister haderte an der Seitenlinie, redete minutenlang auf den 18-jährigen Keeper Brandon Lithgow ein, der trotz der drei Gegentore noch zu den besten seiner Mannschaft zählte. "Er hat wenigstens versucht, das Unvermeidliche aufzuhalten", meinte sie nach der Partie trocken.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild unverändert. Die Royals kontrollierten das Spiel mit knapp 51 Prozent Ballbesitz, aber gefühlten 90 Prozent Dominanz. Bernardo Godino und Guy Gagne schossen aus allen Lagen, mal knapp drüber, mal in die Arme des Keepers. "Wir wollten eigentlich noch mehr Tore machen", gab Gagne zu, "aber irgendwann taten mir die Gorillas leid."

In der 62. Minute wechselte Mattes den erschöpften Abwehrmann Alfie Cort aus und brachte Goran Posavec. Eine Maßnahme, die sich in der Nachspielzeit auszahlte: Posavec legte Nunez das 3:0 mustergültig auf (94.). Damit war der Deckel drauf, und die mitgereisten Fans aus Cincinnati sangen so laut, dass man sie wahrscheinlich noch bis in die Downtown hören konnte.

Für Atlanta bleibt die bittere Erkenntnis, dass Courage und jugendlicher Elan allein in dieser Liga nicht reichen. Sie stellten eine der jüngsten Mannschaften des Spieltags - fünf Spieler unter 19 Jahren -, doch Erfahrung schlägt Idealismus, besonders wenn der Gegner so abgebrüht auftritt wie die Royals. "Wir lernen daraus", versprach Meister mit zusammengepressten Lippen. "Aber heute war’s Lehrgeld."

Während die Gorillas also ihre Wunden lecken, feierten die Royals ihren Auswärtssieg mit einer fast schon britischen Zurückhaltung. "Es war einfach unsere Pflicht, drei Punkte zu holen", meinte Doppeltorschütze Nunez, der dabei aussah, als hätte er gerade den Wochenend-Einkauf erledigt.

Das Publikum verabschiedete die Teams mit gemischten Gefühlen - Pfiffe für die Gorillas, Applaus für die Royals. Und irgendwo auf der Tribüne hörte man einen älteren Fan murmeln: "Früher hätten die Gorillas wenigstens gebrüllt."

Am Ende stand ein klares 0:3 (0:2) auf der Anzeigetafel, das selbst in Zahlen nur unzureichend wiedergibt, wie überlegen die Gäste waren. 26 Torschüsse zu 2, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und ein Nunez in Galaform - die Royals tanzen weiter oben mit, während Atlanta sich fragt, ob man vielleicht doch zuerst den Ball und dann den Gegner treffen sollte.

Fazit mit Augenzwinkern: Die Gorillas müssen zurück in den Urwald der Grundlagenarbeit, während Cincinnati mit königlicher Gelassenheit Richtung Tabellenoberhaus marschiert. Und falls jemand fragt, woran’s lag - wahrscheinlich an allem.

23.04.643990 10:32
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Lorant ist von seinem Niveau her bei einem Verein, der sein Niveau hat.
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