Football Today
+++ Sportzeitung für England +++

Rovers siegen im Spektakel: Sieben Tore, ein Platzverweis und viel Drama

33445 Zuschauer im Ewood Park sahen am Montagabend ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst. Die Ewood Rovers schlugen die London Blues mit 4:3 (3:2) - ein Ergebnis, das so wild war wie der Januarregen über Blackburn. Tore im Minutentakt, eine frühe Verletzung, ein Platzverweis und eine Portion Chaos, die selbst englische Kommentatoren sprachlos machte.

Kaum hatte Schiedsrichter Pritchard angepfiffen, zappelte der Ball schon im Netz. Nur drei Minuten waren gespielt, als Rechtsverteidiger Pedro Gama plötzlich den Stürmer in sich entdeckte. Nach einem kurzen Doppelpass mit Innenverteidiger Ewan O’Halloran zog er einfach mal ab - 1:0. "Ich dachte eigentlich, ich flanke", grinste Gama später, "aber die Flanke war wohl zu ehrlich."

Doch die Freude dauerte nur zwei Minuten. Die London Blues, unter Coach Guido Träger mit offensiver Ausrichtung gestartet, antworteten prompt. Davor Jurcevic traf nach feinem Zuspiel von Carlos Vazques zum 1:1 - und ließ sich dabei feiern, als hätte er gerade Wembley erobert. "Wir hatten sie da, wo wir sie wollten", meinte Träger hinterher. Ob er das auch nach 20 Minuten noch so sah, bleibt fraglich.

Denn die Rovers legten los, als ginge es um die Meisterschaft. Innenverteidiger O’Halloran köpfte nach einer Ecke von Samuel Dunne in der 13. Minute das 2:1. Nur vier Minuten später erhöhte Jyrki Hyypiä, der fliegende Finne am linken Flügel, auf 3:1 - wieder nach Vorlage von Dunne, der an diesem Abend überall war, wo es brannte.

"Wir haben Pressing gespielt, aber anscheinend nur in der Theorie", knurrte Träger später. Seine Blues wirkten hinten zeitweise wie ein offenes Scheunentor. Erst kurz vor der Pause gelang der Anschluss: Ophir Arens traf in der 41. Minute, nach schöner Vorarbeit von Jurcevic. 3:2 - und ein Hauch von Hoffnung für die Londoner.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte: mit einem Treffer. Samuel Hoskins, der quirligste Mann auf dem Platz, stellte in der 48. Minute auf 4:2, bedient von Hyypiä. "Ich wollte eigentlich querlegen, aber dann hab ich’s mir anders überlegt", lachte Hoskins. Nur eine Minute später kippte die Stimmung: O’Halloran, schon verwarnt, sah nach einem taktischen Foul Gelb-Rot. Trainer Stephan Trajes war außer sich. "Ewan wollte einfach zeigen, dass er noch da ist", sagte er trocken, "leider etwas zu deutlich."

Mit einem Mann weniger stellten die Rovers auf Konter um - und taten das erstaunlich clever. Die Blues hatten mehr Ballbesitz (50,6 zu 49,3 Prozent), aber weniger Ideen. Arens versuchte es im Alleingang: In der 85. Minute traf er erneut, nach Pass von Vazques, zum 4:3. Der Ballbesitz war da, die Torchancen aber rar - zehn Schüsse aufs Tor gegenüber 17 der Rovers sprechen eine klare Sprache.

In den letzten Minuten war es ein Spiel auf ein Tor. Der 17-jährige Lucas Lockwood, eingewechselt für den ausgepowerten Buzanszky, räumte hinten alles ab, was blau trug. "Ich wusste gar nicht, dass ich heute spielen würde", flüsterte er nach Abpfiff, "dann hieß es plötzlich: ’Mach dich warm, Junge!’"

Die London Blues warfen alles nach vorn, wechselten in der 87. Minute offensiv: Miguel und Aldonin kamen, doch die Rovers verteidigten mit Herz, Humor und notfalls auch beiden Beinen. Torwart Logan Bernard lenkte in der Nachspielzeit noch einen Schuss von Amaury Miguel über die Latte - und wurde zum heimlichen Helden des Abends.

Als Schiedsrichter Pritchard pünktlich nach 94 Minuten abpfiff, riss Stephan Trajes die Arme hoch. "So ein Spiel macht dich zehn Jahre älter", lachte er, "aber wenigstens altern wir mit drei Punkten."

Statistisch war’s fast ausgeglichen - 49 zu 51 Prozent Ballbesitz, aber 17:10 Torschüsse für die Rovers. Doch auf der Anzeigetafel stand das, was zählt: 4:3. Und während die Fans der Rovers mit klammen Händen klatschten, liefen die Blues enttäuscht vom Platz. Guido Träger fasste es zusammen: "Wir haben offensiv gedacht, aber defensiv geschlafen - das ist selten eine gute Kombination."

Ein würdiges Spektakel für den 18. Spieltag der 1. Liga England. Sieben Tore, ein Platzverweis, eine Menge Herzblut und die Erkenntnis: In Ewood Park weiß man, wie man montags für Unterhaltung sorgt.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn das so weitergeht, brauche ich bald Herztabletten - aber bitte mit Verlängerung!"

15.08.643987 11:16
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir müssen vor dem Tor einfach cooler sein, einfach heißer.
Thomas Doll
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager