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Rot-Weiß Salzburg scheitert im Elfer-Drama an cleveren Höchstern

39150 Zuschauer im ausverkauften Stadion erlebten am Dienstagabend ein Pokal-Viertelfinale, das alles bot, was das Fußballherz begehrt - außer ein Happy End für Rot-Weiß Salzburg. Nach 120 Minuten stand es 1:1, doch im Elfmeterschießen zeigten die Gäste vom FC Höchst Nervenstärke und siegten mit 6:4. Während die Salzburger Spieler nach dem letzten Fehlschuss erschöpft zu Boden sanken, jubelte Höchst in einer rot-weißen Nebelwand aus Rauchfackeln in die kalte Winterluft.

Dabei hatte das Spiel so verheißungsvoll begonnen - zumindest aus Sicht der Gäste. Schon in der 9. Minute nutzte Tiago Morte die erste echte Chance eiskalt. Nach einem langen Ball von Innenverteidiger Ashton Giles entwischte Morte der Salzburger Abwehr und schob cool an Torwart Tiago Galindo vorbei zur frühen Führung. "Ich hab gesehen, dass der Keeper leicht nach links ging - also hab ich rechts gezielt", grinste Morte später, als hätte er gerade ein Trainingsspielchen gewonnen.

Salzburg wirkte kurz geschockt, fing sich aber schnell. Trainer Dietmar Schmitzberger, an der Seitenlinie in seiner typischen schwarzen Daunenjacke gestikulierend, brüllte seine Jungs nach vorn. Das Schema war klar: offensiv, über die Flügel, aggressiv im Zweikampf - und mit 18 Torschüssen deutlich aktiver als der Gegner. Doch die Kugel wollte einfach nicht rein. "Wenn’s ein bisschen breiter wär, das Tor - vielleicht hätten wir dann getroffen", witzelte Rechtsaußen Karsten Klein nach dem Spiel und brachte damit die Stimmung in der Kabine auf den Punkt.

Nach der Pause drängte Salzburg noch vehementer. In der 68. Minute wurde der Dauerdruck endlich belohnt: Peter Stastny setzte sich zentral durch, passte in den Lauf von Javi Aznar - und der junge Spanier vollendete zum 1:1. Das Stadion tobte, Bierbecher flogen, und ein erleichterter Schmitzberger drehte sich zur Bank und rief: "Endlich!"

Doch statt den Schwung zu nutzen, verfiel Salzburg wieder in alte Muster: viel Ballbesitz, wenig Ziel. Höchst verteidigte clever, lauerte auf Konter und hatte in Schlussmann Alexandre Marchand einen Fels in der Brandung. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft die auf mich geschossen haben", lachte der Torwart später. "Aber ehrlich - ich hab das Spiel meines Lebens gemacht."

Die Verlängerung brachte mehr Gelbe Karten als Highlights. Damian Boniek und Gull Villadsen kassierten Verwarnungen, als wollten sie wenigstens auf dem Spielbericht sichtbar bleiben. In der 100. Minute hatte Aznar erneut den Siegtreffer auf dem Fuß, doch Marchand fischte den Ball sensationell aus der Ecke. "Das war der Moment, in dem ich wusste: Wir kommen hier nicht durch", gab Schmitzberger ehrlich zu.

Dann das Elfmeterschießen - dieser grausame Fußball-Lotterieabend. Thomas Hinz und Martin Lorenz trafen souverän. Doch dann verschoss Christian Lockhart, und Aznar scheiterte ebenfalls. Höchst blieb eiskalt: Lajos Kocsis, Dmitri Makarow, Adriano Ramallo, Adam Malfoy und schließlich Tiago Morte verwandelten alle. Als Mortes Ball ins Netz zischte, riss Trainer Ronnie Ekström die Arme hoch und rannte über das halbe Feld. "Ich hab nur gedacht: Bitte, keiner soll mich aufhalten", grinste er später.

Salzburg hingegen stand mit leeren Händen da. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber Kontrolle gewinnt keinen Pokal", sagte Schmitzberger trocken. Sein Blick sprach Bände - irgendwo zwischen Enttäuschung und schwarzem Humor. "Vielleicht üben wir morgen Elfmeterschießen. Oder wir lassen’s gleich bleiben."

Statistisch gesehen war Salzburg die bessere Mannschaft: 47,5 Prozent Ballbesitz, 18 zu 9 Schüsse, mehr Einsatz, mehr Druck. Aber eben auch weniger Effizienz. Höchst spielte defensiv organisiert, lauerte auf Fehler - und nutzte sie. Fußball in seiner schlichtesten, aber effektivsten Form.

Ein Fan auf der Tribüne brachte es nach dem letzten Elfer auf den Punkt: "Die haben uns ausgespielt wie ein altes Akkordeon - und wir haben die falschen Töne getroffen."

Salzburg verabschiedet sich damit unglücklich aus dem Pokal, während Höchst jubelnd ins Halbfinale einzieht. Und irgendwo im Salzburger Kabinentrakt soll man gehört haben, wie Schmitzberger murmelte: "Wenn wir schon rausfliegen, dann wenigstens mit Stil."

Ein bitterer Abend für Rot-Weiß, ein glorreicher für Höchst - und ein Spiel, das in Erinnerung bleibt. Nicht wegen der Tore, sondern wegen der Nerven.

04.11.643987 08:56
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