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Rot-Weiß Graz zerlegt Molde BK - ein rot-weißes Feuerwerk in der Europanacht

Wenn in Graz die Lichter angehen, wird’s meist laut. Doch was sich an diesem Dienstagabend in der Europaliga-Qualifikation abspielte, war mehr als nur laut - es war ein Fußballfest. Rot-Weiß Graz zerlegte den norwegischen Vertreter Molde BK mit 5:0 (1:0) und ließ 37.416 Zuschauer mit offenem Mund und heiserer Stimme zurück.

Schon die ersten Minuten ließen ahnen, dass Trainer Carsten Krause seine Jungs heiß gemacht hatte. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn wir schon europäisch spielen, dann bitte auch so auftreten", grinste Krause nach dem Spiel. Und seine Mannschaft folgte der Anweisung aufs Wort - mit 24 Torschüssen und 54 Prozent Ballbesitz war das eine Demonstration in Rot-Weiß.

Molde BK hingegen, von Trainer Yugi Muto mit offensiver Grundordnung angekündigt, blieb seltsam zahm. Null (!) Torschüsse, ein rekordverdächtiger Wert, wenn man bedenkt, dass sie angeblich offensiv spielen wollten. "Wir wollten offensiv sein, ja", murmelte Muto nach dem Spiel in die Mikrofone, "aber Graz hat das offenbar anders verstanden."

Der Torreigen begann in der 39. Minute, als Fernando Dominguez den Ball nach schöner Vorarbeit von Stanko Drulic ins Netz wuchtete. Ein klassischer Stürmertreffer: eiskalt, schnörkellos, präzise. Dominguez selbst kommentierte trocken: "Ich dachte, der Torwart hat noch Urlaub."

Nach der Pause ging es dann Schlag auf Schlag. Nur vier Minuten waren gespielt, da revanchierte sich Drulic bei seinem Kollegen Held für dessen Assist - diesmal war der Mittelfeldmann selbst zur Stelle. 2:0, und die Grazer begannen, Fußball wie aus einem Guss zu spielen. Die Pässe liefen, Molde rannte hinterher.

In der 64. Minute durfte auch Jay Thackeray jubeln, der bis dahin schon gefühlt fünf Mal das Aluminium getestet hatte. Nach Flanke von Zbigniew Dudka köpfte er den Ball ins Eck - und riss die Arme in den Himmel. "Endlich!", schrie er so laut, dass es vermutlich bis nach Maribor zu hören war.

Thackeray hatte nun Blut geleckt. Keine sechs Minuten später, in der 70., traf er erneut - diesmal nach einem feinen Pass des erst 18-jährigen Debütanten Sascha Binder. Der junge Innenverteidiger, gerade erst eingewechselt, spielte mit einer Lässigkeit, als würde er schon seit Jahren internationale Abende bestreiten. "Ich hab einfach den Ball gesehen und gedacht: Den muss ich durchstecken", sagte Binder später, als wäre das alles ganz selbstverständlich.

Und weil Graz an diesem Abend offenbar nichts dem Zufall überlassen wollte, durfte auch noch Marc Merkel in der 76. Minute seinen Namen auf die Anzeigetafel bringen. Der Innenverteidiger verwertete - man glaubt es kaum - eine Vorlage von Binder, der damit zum heimlichen Publikumsliebling avancierte.

Molde? Tja, Molde stand dabei wie ein Tourist ohne Stadtplan. Kein Schuss aufs Tor, keine nennenswerte Szene, kein Zeichen von Gegenwehr. Ihre "offensive" Ausrichtung wirkte wie ein schlechter Scherz. "Wir wollten Geduld zeigen", erklärte Muto mit stoischer Ruhe. "Wir haben sie gezeigt. Vielleicht zu viel."

Die Statistik sprach Bände: 24:0 Torschüsse, 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, fünf verschiedene Vorlagengeber. Wenn es ein Musterbeispiel für Dominanz gibt - dieses Spiel war es.

Und dann war da noch dieser Moment kurz vor Schluss, als Ersatzkeeper Olaf Berger in der 70. Minute eingewechselt wurde. Ein seltener Vorgang, zumal Stammtorhüter Inigo Ibano nicht verletzt war. "Ich wollte Olaf einfach mal ein bisschen Rasen unter die Füße geben", lachte Krause. "Man weiß ja nie, wann man ihn braucht - zum Beispiel zum Feiern."

Nach dem Schlusspfiff feierten die Spieler ausgelassen vor der Fankurve, während Molde bedröppelt Richtung Kabine trottete. Der Stadionsprecher versuchte, die norwegischen Gäste mit warmen Worten zu verabschieden, doch selbst die Grazer Ultras applaudierten mitleidig.

"So ein Spiel musst du einfach genießen", sagte Fernando Dominguez, noch immer mit einem breiten Grinsen. "Fünf Tore, fünf verschiedene Geschichten. Heute hat einfach alles gepasst."

Und in der Tat: Es war einer dieser Abende, an denen selbst der Kaffee im Presseraum besser schmeckt. Rot-Weiß Graz hat sich mit dieser Vorstellung eindrucksvoll in der europäischen Szene zurückgemeldet - und Molde BK dürfte die Heimreise mit der Erkenntnis antreten, dass Offensivfußball ohne Torschüsse ungefähr so funktioniert wie Skifahren ohne Schnee.

Ein rot-weißes Lehrstück in Effizienz, Spielfreude und gnadenloser Konsequenz. Oder, wie es ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "So spielt man, wenn man Europa sehen will - und nicht nur den Flughafen."

22.11.643993 21:50
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