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Rot-Weiß Graz gewinnt dank jugendlicher Frechheit in Kottingbrunn

Ein kalter Januarabend, 33.260 Zuschauer, Flutlichtglanz über dem Stadion von Kottingbrunn - und ein Spiel, das man eher in der Kategorie "zäher Leberkäse mit überraschendem Nachgeschmack" einordnen würde. Am Ende durfte sich Rot-Weiß Graz über einen 2:1-Auswärtssieg freuen, während die Gastgeber zwar mehr Ballbesitz, aber weniger Durchschlagskraft zeigten.

Die Partie begann flott: Bereits in der dritten Minute prüfte Humberto Antonio den Grazer Keeper Inigo Ibano mit einem satten Linksschuss - ein Weckruf, der allerdings eher die Gäste aufrüttelte. Denn ab da spielten fast nur noch die Rot-Weißen. Besonders auffällig: der erst 21-jährige Stanko Drulic, der im Mittelfeld wirbelte, als hätte er noch nie etwas von Winterpause gehört.

Die logische Konsequenz kam in der 28. Minute: Drulic bediente mustergültig Fernando Dominguez, der aus spitzem Winkel eiskalt zum 0:1 einschob. "Ich hab einfach draufgehalten, weil Stanko so schön geschaut hat", grinste Dominguez später - und man glaubt es ihm sofort.

Kottingbrunns Trainer Michael Goldfinger reagierte mit wildem Gestikulieren an der Seitenlinie, was allerdings eher an eine Pantomime erinnerte als an taktische Anweisungen. Doch kurz vor der Pause zeigte sich sein Team doch einmal effektiv: Der 19-jährige Curt Schwarz, bis dahin eher unauffällig, traf in der 45. Minute nach Vorarbeit von Manfred Sonntag zum 1:1-Ausgleich. Der Jubel war groß, der Pausentee schmeckte plötzlich etwas süßer. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", lachte Schwarz anschließend, "aber dann war er halt drin."

Nach dem Seitenwechsel blieb Kottingbrunn mutig, doch die Grazer hatten die klareren Ideen. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff war es wieder Drulic, der diesmal selbst zuschlug. Nach einer präzisen Flanke des rechten Außenverteidigers Meik Kluge stieg der junge Mittelfeldmann am höchsten und köpfte zum 2:1 für die Gäste ein - zur sichtbaren Verzweiflung von Keeper Mika Vuorinen, der sich noch lautstark über seine Abwehr beschwerte.

Von da an spielte Kottingbrunn zwar den schöneren Ball, aber Graz den klügeren. 53 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber, 20:6 Torschüsse für die Gäste - die Statistik sprach eine deutliche Sprache. Und doch blieb es spannend. Humberto Antonio verpasste in der 80. Minute den Ausgleich nur um Zentimeter, während auf der Gegenseite Jay Thackeray kurz vor Schluss verletzt vom Platz musste. "Nichts Schlimmes", meinte Trainer Carsten Krause nach dem Spiel, "er hat nur versucht, den Linienrichter zu überholen."

Krause selbst zeigte sich gewohnt lakonisch: "Wir wollten gewinnen, also haben wir zwei Tore geschossen. Die Jungs haben das Konzept erstaunlich gut verstanden." Goldfinger dagegen suchte nach Erklärungen: "Wir hatten mehr Ballbesitz - aber leider nicht den Ball, wenn’s gezählt hat."

Die Schlussphase brachte noch ein paar gelbe Karten und viel Aufregung auf den Rängen, aber keine echten Torchancen mehr. Als Schiedsrichterin Huber in der 93. Minute abpfiff, war der Jubel im Gästeblock unüberhörbar.

Fazit: Rot-Weiß Graz zeigte die reifere Spielanlage, abgeklärt und effizient, während Kottingbrunn an der eigenen Harmlosigkeit im letzten Drittel scheiterte. Die jungen Wilden Drulic und Dominguez machten den Unterschied - zwei Spieler, die man sich merken sollte.

Ein älterer Fan auf der Tribüne brachte es mit einem Seufzer auf den Punkt: "Wenn wir so weiterspielen, können wir wenigstens sagen, dass wir schön verloren haben." Und vielleicht ist das ja auch eine Art von Trost.

Kottingbrunn bleibt nach dieser Niederlage im Mittelfeld der Tabelle hängen, während Rot-Weiß Graz mit drei Punkten mehr wieder nach oben schielt. Ob das die Trendwende ist, wird der nächste Spieltag zeigen - aber eines ist sicher: Wenn Drulic weiter so spielt, wird selbst der Busfahrer der Grazer bald nach einem eigenen Fanclub gefragt.

07.06.643987 06:25
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Rainer Calmund
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