Außenseiter
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Rostocker Effizienz schlägt Rottweiler Ballbesitz - Empor gewinnt 3:1

Ein kalter Januarabend, Flutlicht über dem Rottweiler Stadion und fast 4000 Zuschauer, die sich warm klatschten - es war angerichtet für ein Fußballspiel, das alles versprach: Leidenschaft, Spannung und mindestens eine gelbe Karte, die keiner so richtig versteht. Am Ende setzten sich die Gäste von Empor Rostock mit 3:1 beim FV Rottweil durch. Ein Ergebnis, das nüchtern betrachtet klar klingt, aber die Geschichte erzählt von einem Spiel, in dem Rottweil mehr Ball, Rostock aber mehr Ziel hatte.

Von Beginn an übernahm Rottweil die Kontrolle - 53 Prozent Ballbesitz, endlose Passstaffetten, und doch fragte sich der geneigte Zuschauer spätestens nach 15 Minuten, ob man für Ballzirkulation eigentlich Punkte bekommt. Trainer Johan Johansson von Empor Rostock kommentierte es später trocken: "Wir wussten, dass Rottweil gut darin ist, den Ball zu haben. Wir haben uns darauf konzentriert, ihn ins Tor zu bringen - das schien mir effizienter."

Die erste wirklich gefährliche Szene gehörte dann auch den Gästen. In der 20. Minute schickte der quirlige Mittelfeldmotor Bernt Riedel seinen Stürmer Jakob Hauser steil, der den Ball mit rechts ins lange Eck schlenzte. 1:0 Rostock, und plötzlich war es im Rottweiler Stadion so still, dass man das Knirschen der Trainerstiefel an der Seitenlinie hörte.

Rottweil antwortete mit wütenden Angriffen - Thomas Saint-Pierre prüfte Torhüter Joschua Linke gleich mehrfach, doch der Rostocker Keeper hielt, als hätte er einen Magneten im Handschuh. "Ich hab einfach gehofft, dass die Bälle auf mich kommen", grinste Linke später bescheiden. "Das hat dann ja ganz gut geklappt."

Mit diesem 0:1 ging es in die Pause, und die Rottweiler Fans hofften auf eine zweite Hälfte, die weniger schön, aber ertragreicher werden würde. Trainer des FV Rottweil - der Name blieb an diesem Abend ungenannt, aber sein Gesicht sprach Bände - gestikulierte wild und schrie in Richtung seines Teams: "Mehr Zug nach vorne!" Was folgte, war tatsächlich ein Ruck durch die Mannschaft.

In der 70. Minute war es dann soweit: Rafael Walter, bislang eher der stille Dirigent im Zentrum, traf nach Vorarbeit von Andrew Anderson zum 1:1. Das Stadion bebte, Bierbecher flogen, und kurzzeitig glaubte man, das Spiel könnte kippen.

Doch wer dachte, Empor Rostock würde nun einknicken, irrte gewaltig. Nur zehn Minuten später schlug Simon Kessler zu - wieder nach einem Zuspiel von Riedel. Kessler, 23 Jahre jung und mit einer Lunge wie ein Marathonläufer, sprintete in die Lücke und versenkte den Ball trocken. 2:1 Rostock, und plötzlich sah Rottweil wieder so aus wie in der ersten Hälfte: viel Ball, wenig Durchschlagskraft.

Die endgültige Entscheidung fiel in der 88. Minute. Der gerade eingewechselte Maik Haase leitete über die linke Seite ein, Jason Janssen legte quer, und Rechtsverteidiger Jesper Paulsson - ja, ein Verteidiger! - stand da, wo normalerweise keiner mehr steht, und schob zum 3:1 ein. "Ich dachte erst, ich soll da gar nicht hinlaufen", lachte Paulsson nach dem Spiel. "Aber dann hat Jason so schön gewunken - da musste ich ja."

Die Schlussminuten gehörten dann eher dem Schiedsrichter, der offenbar noch seine Gelben Karten aufbrauchen wollte. Paul Fischer und Raphael Horn sahen beide noch Gelb, vermutlich zur Erinnerung an einen Abend, an dem sie zu oft hinterherliefen.

Statistisch war’s ein Patt - beide Teams mit 13 Torschüssen, Rottweil mit leichtem Ballbesitzvorteil. Doch die Nordlichter bewiesen das, was man Effizienz nennt. Drei Chancen, drei Tore in entscheidenden Momenten. Trainer Johansson fasste es zusammen: "Wir sind keine Künstler, wir sind Handwerker. Und heute haben wir gut gearbeitet."

Rottweils Mittelfeldmann Dennis Anders, der unermüdlich rackerte, sah das anders: "Wir haben eigentlich gut gespielt. Nur das mit den Toren - das üben wir dann Dienstag."

Ein kleiner Junge auf der Tribüne fragte seinen Vater beim Abpfiff: "Papa, warum haben die Rottweiler verloren, obwohl sie den Ball mehr hatten?" Der Vater seufzte und sagte: "Weil Fußball kein Ballhalten ist, mein Sohn. Fußball ist, wenn der Ball ins Tor geht."

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Und so zieht Empor Rostock mit drei Punkten im Gepäck zurück an die Ostsee, während FV Rottweil sich an die alte Weisheit erinnert: Schönheit gewinnt keine Spiele - Tore schon.

18.06.643987 14:10
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