Anpfiff
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Rohde trifft früh, Berjosin legt nach - Badenstedt feiert den Winterabend

Es war ein kalter Januarsamstag, 20:15 Uhr, Flutlicht über Badenstedt, und 6.371 Zuschauer klatschten sich die Hände warm - teils wegen der Kälte, teils wegen der Spiellaune ihrer Mannschaft. Der TV Badenstedt gewann am 17. Spieltag der Regionalliga A mit 2:0 gegen den SV Linx. Und ehrlich gesagt: Das Ergebnis schmeichelt den Gästen.

Schon nach drei Minuten zappelte der Ball im Netz. Detlev Rohde, 21 Jahre alt, aber mit der Kaltschnäuzigkeit eines Routiniers, traf nach Vorlage von Jay Staunton. "Ich hab’ gar nicht lange nachgedacht", grinste Rohde später in der Mixed Zone, "der Ball kam, das Tor stand da, also - warum warten?" Trainer TVBS Wingman stand daneben und nickte trocken: "So stelle ich mir Angriffspressing vor - auch wenn wir gar kein Pressing spielen."

Die Linxer wirkten in dieser Phase wie Touristen, die versehentlich auf einem Autobahnkreuz gelandet sind. Badenstedt kombinierte, Linx staunte. In der 16. Minute folgte der nächste Schlag: Osip Berjosin, der rechte Flügel mit der Dynamik eines ICEs, verwertete erneut einen Pass von Staunton zum 2:0. "Jay hat mir den Ball so serviert, da musste ich fast Entschuldigung sagen, wenn ich den nicht reinmache", witzelte Berjosin.

Danach? Badenstedt spielte weiter nach vorn, als gäbe es kein Morgen. 18 Torschüsse standen am Ende zu Buche, 58 Prozent Ballbesitz, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die eher nach Bundesliga als nach Regionalliga riechen. Linx dagegen brachte es auf zwei Schüsschen, die man nur mit viel Fantasie als "Torschüsse" bezeichnen konnte.

In der 26. Minute versuchte Mark Fritsch es für die Gäste - ein Schuss, den Badenstedts Keeper Vitor Machado mit einer Hand fing, während er mit der anderen vermutlich noch seinen Kaffee hielt. Kurz vor der Pause hätte Pavel Wagner beinahe auf 3:0 erhöht, doch Linx’ junger Torwart Thomas Dietz, 17 Jahre alt und mutig wie ein Labrador im Sturm, parierte glänzend. "Ich hab einfach gehofft, dass mir der Ball trifft", sagte Dietz hinterher, "und das hat er dann auch."

Zur Halbzeit stand es 2:0 - und ehrlich, der Drops war gelutscht. Wingman wechselte zur Pause den jungen Christian Guillory für Staunton ein, wohl um ein bisschen Frischluft ins Mittelfeld zu bringen. "Jay hat zwei Assists, dann darf er auch mal früher duschen", grinste der Coach.

Im zweiten Durchgang schaltete Badenstedt einen Gang zurück, aber nicht auf Leerlauf. Berjosin prüfte den Torwart noch dreimal (51., 55., 57.), Rohde scheiterte aus spitzem Winkel (82.), und hinten stand alles sicher. Johann Max, der Innenverteidiger, räumte ab, als wolle er die Defensive neu tapezieren.

SV Linx versuchte es mit zwei Wechseln (Kühne für den jungen Konrad, Shepherd für Fritsch), doch selbst das brachte keine Wende. "Wir sind offensiv gestartet, aber irgendwie sind wir nie angekommen", gestand Linx-Trainer Michal Dickschat. "Vielleicht sollten wir beim nächsten Mal wenigstens das Navi einschalten."

Ein bisschen Spannung brachte in der 85. Minute noch Finn Brenner, der sich für ein kerniges Einsteigen die Gelbe Karte abholte. "Ich wollte nur den Ball treffen - der Ball war halt woanders", erklärte Brenner lachend. Das Publikum nahm’s sportlich, die Tribüne skandierte: "Finn, du Tier!"

Nach dem Abpfiff schien Badenstedts Trainer Wingman zufrieden - aber nicht überschwänglich. "Wir haben gut angefangen, dann solide weitergespielt. Aber wir hätten das dritte Tor machen müssen. Man weiß ja nie, wann der Fußballgott plötzlich Laune hat."

Linx-Coach Dickschat hingegen wirkte ratlos. "Wir haben es versucht, aber Badenstedt war auf jedem Meter schneller. Vielleicht liegt’s am Klima hier oben."

Fazit: Der TV Badenstedt zeigte, warum er in dieser Saison zu den Spitzenteams der Regionalliga A gehört. Ein dominanter Auftritt, zwei frühe Tore, ein souveräner Sieg - und ein Publikum, das sich nach Abpfiff mit Glühwein und Genugtuung verabschiedete.

Oder, wie ein Fan auf dem Weg zum Parkplatz sagte: "Wenn’s immer so läuft, nehm ich die Kälte gern in Kauf."

Und so endete ein frostiger Samstagabend mit warmen Herzen in Badenstedt - und der Erkenntnis, dass man Spiele manchmal schon in der dritten Minute gewinnen kann.

03.08.643987 16:24
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