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Rodengo Saiano zerlegt Sangiustese - ein 9:0 für die Geschichtsbücher

Es gibt Fußballspiele, die beginnen mit einem vorsichtigen Abtasten, einem taktischen Schachspiel im Mittelfeld, einem Respekt voreinander. Und dann gibt es Spiele wie dieses. Rodengo Saiano gegen Sangiustese - 9:0, ein Ergebnis, das eher nach einem Tippfehler aussieht als nach einem echten Fußballspiel. Doch die 3058 Zuschauer im kleinen Stadion von Rodengo Saiano am Abend des 19. Februar 2026 können bezeugen: Das war kein Zahlendreher, das war ein Erdrutsch.

Schon nach acht Minuten war klar, wohin die Reise geht. Gaetano Uffugo, 19 Jahre jung und offenbar mit einem Raketenantrieb in den Schuhen, traf nach feinem Zuspiel von Giacomo Morabito zum 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Uffugo später, "aber der Ball hat sich entschieden, lieber selbst reinzugehen." Trainer Jan Beyer lachte daneben nur und meinte trocken: "Wenn das bei uns jeder Ball so macht, dann haben wir bald ein Problem mit den Netzen."

Sangiustese wirkte von Beginn an wie ein Team, das seinen Bus lieber wieder wenden würde. Dabei hatten sie sogar leicht mehr Ballbesitz - 51 Prozent -, aber was half das, wenn jeder Fehlpass sofort zur Einladung für die nächste Rodengo-Chance wurde? 26 Torschüsse des Heimteams sprechen eine klare Sprache, während die Gäste bei fünf Abschlüssen vor allem das Fangnetz hinter dem Tor testeten.

In der 14. Minute erhöhte Alessandro Vegliaturo nach einem Eckball von Arnaldo Romaniello auf 2:0, ehe Uffugo und seine jungen Mitspieler endgültig zur Gala ansetzten. Zwischen der 19. und 31. Minute erzielte der Teenager gleich drei weitere Treffer - ein lupenreiner Hattrick, gespickt mit jugendlichem Übermut und der Präzision eines erfahrenen Profis. Als der Halbzeitpfiff ertönte, stand es 5:0, und mancher Fan stand noch immer fassungslos mit der Wurst in der Hand.

"Ich hab in der Pause zu den Jungs gesagt: Bleibt konzentriert, spielt weiter euer Spiel", erzählte Trainer Beyer später. Dann grinste er: "Aber ehrlich, ich hatte eher Angst, dass sie jetzt anfangen, Zaubertricks zu machen."

Doch Rodengo blieb hungrig. Vincenzo Cerutti, der bullige Mittelstürmer, machte in der 51. Minute das halbe Dutzend voll. Danach durfte Morabito unter Applaus raus, Lorenzo Cerva kam - und prompt leitete er das 7:0 ein: Vegliaturo traf erneut, diesmal nach sehenswerter Ballstaffette über rechts.

Sangiustese? Nun ja, sie versuchten es. Miguel Arias hatte in der 70. Minute tatsächlich eine Chance, die Keeper Igor Zunino zu einer Flugeinlage zwang. Ein Raunen ging durchs Stadion - nicht, weil jemand an eine Aufholjagd glaubte, sondern weil man überrascht war, dass Zunino überhaupt noch wach war.

Dann kam die Schlussphase, in der die Jugend nochmals glänzte. Uffugo erzielte in der 81. Minute sein fünftes Tor des Abends - nach Vorlage vom eingewechselten 17-jährigen Massimiliano Pentone. "Er hat mich einfach angeschrien: ’Lauf!’", berichtete Uffugo lachend. "Also bin ich gelaufen - und plötzlich war der Ball wieder drin."

Das 9:0 erzielte schließlich Cerutti in der 85. Minute, vorbereitet von Luca Cariati, der vorher schon gefühlt jede Flanke des Abends geschlagen hatte. Danach wechselte Beyer sogar noch den letzten Teenager ein - Emiliano Degano, 17 Jahre alt, durfte die letzten Minuten genießen.

Am Ende blickte der Trainer der Gäste, offenbar um Jahre gealtert, resigniert auf die Anzeigetafel. "Wir hatten keinen schlechten Tag", sagte er trocken, "wir hatten einfach das Pech, dass der Gegner einen überragenden hatte - neunmal."

Statistisch gesehen war das Spiel übrigens kurios: Sangiustese hatte mehr Ballbesitz, Rodengo aber die absolute Wucht in der Offensive. Die Heimmannschaft spielte laut Taktikdaten durchgehend offensiv, aber ohne Pressing - wozu auch hetzen, wenn der Gegner die Bälle freiwillig hergibt?

"Das war kein normales Spiel", resümierte Beyer später. "Aber wenn unsere Jungs so weitermachen, müssen wir bald den Torjubel rationieren."

Ein 9:0 also, das selbst in den Archiven der dritten italienischen Liga noch lange nachhallen wird. Für Rodengo Saiano war es ein Fest, für Sangiustese eine Lektion. Und für alle, die dachten, Fußball könne nicht grausam schön sein - hier war der Gegenbeweis.

Schlusswort? Vielleicht dies: Wenn man neun Tore schießt und trotzdem weniger Ballbesitz hat, dann ist das kein Zufall. Es ist schlicht Effizienz in ihrer brutalsten Form - und ein kleiner Trost für alle Trainer, die ihre Teams demnächst gegen Rodengo Saiano aufstellen müssen.

15.10.643990 18:32
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