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Rodengo Saiano zerlegt Lavagnese - Cerutti-Show im Ligaduell

Ein kalter Februarabend, 9.948 Zuschauer im kleinen Stadion von Lavagna - und sie bekamen ein Spiel zu sehen, das man freundlich als "einseitig" bezeichnen könnte. Rodengo Saiano war zu Gast, und die Mannschaft von Trainer Jan Beyer zeigte eindrucksvoll, dass Offensivfußball auch in der 3. Liga Italiens eine Kunstform sein kann. Das Endergebnis: 0:4 (0:2) - und das war noch schmeichelhaft für die Gastgeber.

Schon die ersten Minuten deuteten an, dass Lavagnese an diesem Abend mehr mit dem eigenen Strafraum als mit dem Ball zu tun haben würde. Zwar hatten die Hausherren laut Statistik 50,5 Prozent Ballbesitz, aber das war wohl eher der Ball beim Einwurf oder nach einem Abstoß - denn Torchancen? Eine einzige. Miroslav Vidic versuchte es in der 30. Minute aus der Distanz, aber der Ball segelte so harmlos in Richtung Tor, dass Gästetorwart Niccolò Argusto vermutlich noch Zeit hatte, sich die Handschuhe nachzuziehen.

Ganz anders die Gäste: 19 Torschüsse, davon vier im Netz - und jeder Treffer ein kleines Kunstwerk. Schon in der 11. Minute sorgte der 19-jährige Gaetano Uffugo für das 0:1. Nach einem feinen Pass von Giacomo Morabito schlenzte er den Ball mit jugendlicher Unbekümmertheit ins rechte Eck. "Ich habe einfach draufgehalten", grinste Uffugo später, "und gehofft, dass der Torwart nicht fliegt." Tat er nicht.

Lavagnese versuchte, sich zu schütteln, fand aber keinen Rhythmus. Trainer Stephan Brenner gestikulierte wild an der Seitenlinie, während sein Team sich in der eigenen Hälfte verlor. In der 36. Minute folgte die nächste kalte Dusche: Alessandro Vegliaturo traf nach Vorlage von Lorenzo Cerva zum 0:2. Ein sehenswerter Angriff, der Lavagneses Verteidigung aussehen ließ, als wäre sie noch beim Aufwärmen.

"Wir wussten, dass sie hoch stehen", erklärte Vegliaturo nach der Partie mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Mitgefühl und Schadenfreude pendelte. "Da musst du nur einmal den richtigen Lauf machen."

Nach der Pause kam kurz Hoffnung auf - zumindest bei den Fans, die mehr an die Stadionwurst als an den Spielstand dachten. Auf dem Platz änderte sich wenig. Lavagnese blieb bemüht, aber ideenlos. Kevin Felix kassierte in der 64. Minute Gelb und wurde kurz darauf ausgewechselt; Miroslav Vidic verletzte sich im selben Moment - eine Szene, die symptomatisch für den Abend war: Einer fällt, der andere geht.

Rodengo Saiano dagegen spielte weiter, als hätten sie noch etwas zu beweisen. Der 19-jährige Vincenzo Cerutti, bis dahin schon auffällig aktiv, krönte seine Leistung mit einem Doppelpack. In der 74. Minute traf er nach Vorarbeit des 17-jährigen Valerio Rinaldi - ein Teenager auf Rechts, der mit seinem ersten Ballkontakt gleich eine Vorlage lieferte. Sieben Minuten später legte Uffugo für Cerutti nach, der eiskalt zum 0:4 einschob. "Ich dachte, er legt quer", lachte Uffugo später, "aber Vincenzo hat einfach keine Zeit für Höflichkeiten."

Ab der 80. Minute war das Spiel praktisch entschieden, Rodengo schaltete auf Schongang. Ihre Taktik? Von Anfang bis Ende offensiv, aber mit der Eleganz eines Teams, das wusste, wann genug ist. "Wir wollten zeigen, dass wir auch auswärts dominant auftreten können", sagte Trainer Jan Beyer. "Und ehrlich gesagt, das hat heute Spaß gemacht."

Ganz anders die Stimmung bei Lavagnese. Trainer Brenner fasste es trocken zusammen: "Wenn du nur einmal aufs Tor schießt, brauchst du dich nicht über vier Gegentore wundern. Wir haben heute Lehrgeld bezahlt - und zwar bar."

Die Statistik unterstreicht Brenners Frust: 1:19 Torschüsse, 40 Prozent Zweikampferfolg, aber immerhin fast gleich viel Ballbesitz. Eine Zahl, die aber mehr Schein als Sein war.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten die mitgereisten Fans von Rodengo Saiano ihren jungen Helden - und selbst einige Lavagnese-Anhänger klatschten, wohl in Anerkennung einer Mannschaft, die an diesem Abend schlicht besser war.

"Manchmal läuft’s einfach", sagte Cerutti, der mit zwei Toren zum Mann des Abends wurde. "Ich bin 19 - ich habe noch viele schlechte Spiele vor mir. Aber heute... das war ein schöner Abend."

Ein schöner Abend war es auch für alle, die offensiven Fußball lieben - und ein bitterer für jene, die ihn verhindern wollten. Lavagnese muss sich nun fragen, wie man mit 50 Prozent Ballbesitz so wenig bewegen kann. Vielleicht hilft ein Blick auf Rodengo Saiano: jung, frech, mutig. Und vor allem: treffsicher.

Oder wie ein Zuschauer beim Hinausgehen murmelte: "Wenn das hier eine Lehrstunde war, dann hat Lavagnese heute die Schulgebühr bezahlt."

19.11.643990 13:13
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