Tuttosport
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Rodengo Saiano tanzt Trieste aus - Cerutti doppelt, Vegliaturo veredelt

Wenn der Fußballgott Laune hat, dann schenkt er einem Provinzstadion in der Lombardei einen Frühlingsabend voller Spielfreude, jugendlicher Frechheit und einem Gegner, der sich fragt, ob er nicht lieber beim Abendessen geblieben wäre. Rodengo Saiano besiegte am Dienstagabend AS Trieste mit 3:0 (2:0) und ließ die 8750 Zuschauer im kleinen Stadion zwischen Euphorie und ungläubigem Staunen zurück.

"Ich hatte das Gefühl, wir spielen mit einem Ball mehr als sie", grinste Trainer Jan Beyer nach dem Abpfiff. Und ganz ehrlich: Es fühlte sich tatsächlich so an. 16 Torschüsse für Rodengo gegen einen einzigen Versuch der Gäste sprechen eine deutliche Sprache - und dieser eine Ball von Trieste war mehr eine höfliche Erinnerung, dass auch sie auf dem Platz standen.

Schon in der 14. Minute begann das Spektakel: Vincenzo Cerutti, 20 Jahre jung und mit einem Selbstvertrauen, das selbst gestandene Innenverteidiger nervös macht, vollendete einen feinen Angriff über Rechtsverteidiger Davide Castello. "Ich hab’ einfach draufgehalten, bevor ich’s mir anders überlege", lachte Cerutti später, während ihm die Mitspieler Wasser über den Kopf kippten.

Zwölf Minuten später folgte der nächste Streich. Alessandro Vegliaturo, der flinke Linke mit der Frisur eines Rockstars, tanzte die Trieste-Abwehr aus, als wären sie Statisten in einem Trainingsvideo, und schob überlegt zum 2:0 ein - Vorlage Giorgio Bianchi, der auf der rechten Seite unermüdlich rackerte. "Ich hab’ ihn nur gesehen und gedacht: Na, der macht das schon", erklärte Bianchi mit einem Schulterzucken.

Trieste? Nun, sie waren da. Aber das war’s auch schon. Ballbesitz fast ausgeglichen - 51 zu 49 Prozent -, doch während Rodengo mit Tempo, Witz und Zielstrebigkeit spielte, wirkte Trieste wie ein Team, das noch auf die Busankunft wartet. "Wir wollten kompakt stehen", murmelte ein sichtlich entnervter Mittelfeldmann Christian Marzi nach dem Spiel. "Das hat… äh… nicht ganz geklappt."

Nach der Pause wurde Rodengo etwas gemütlicher. Trainer Beyer wechselte zur Halbzeit den 18-jährigen Daniel Marittima ein - ein Stürmer mit dem jugendlichen Drang, alles sofort zu entscheiden. Sein erster Ballkontakt endete mit einem Schuss in die Wolken, was die Fans mit einem ironischen "Oooh" quittierten. "Ich wollte nur zeigen, dass ich keine Angst habe", sagte Marittima später lachend.

Trieste blieb harmlos. Ein einziger Schuss von Lewis Beaupre in der 59. Minute - der größte Moment der Gäste, und Torwart Igor Zunino musste immerhin einmal die Handschuhe benutzen. Danach wieder das bekannte Bild: Rodengo kombinierte, Trieste schaute zu.

In der 82. Minute krönte Cerutti seinen Abend mit dem 3:0. Vegliaturo legte vor, Cerutti vollstreckte - eiskalt, wie ein alter Hase. Die Fans sangen, der Stadionsprecher überschlug sich, und Trainer Beyer ballte kurz die Faust, bevor er sich wieder lässig auf die Bank setzte. "Wenn die Jungs so weitermachen, muss ich bald Eintritt zahlen, um sie zu sehen", scherzte er später bei der Pressekonferenz.

Einziger Wermutstropfen: Davide Castello sah in der 71. Minute Gelb, weil er dem Schiedsrichter etwas zu temperamentvoll erklärte, dass er doch wohl zuerst am Ball war. "Ich hab’ nur meine Meinung gesagt", verteidigte sich der 32-Jährige. Der Schiedsrichter hatte allerdings eine andere.

Jan Beyer nutzte die komfortable Führung, um einige junge Spieler zu bringen: Igor Lungro (18) kam in der 60. Minute, und Federico Di Paolo durfte ab der 74. Minute ran. Das Publikum feierte jeden Ballkontakt, als wäre es der Siegtreffer.

Statistisch war das Spiel eine Demonstration: 16:1 Torschüsse, fast identischer Ballbesitz, aber ein Klassenunterschied in Tempo und Präzision. Rodengo spielte mit offensiver Lust, ohne sich zu verausgaben - laut den taktischen Daten sogar mit "WEAK Effort" in der zweiten Hälfte. Luxus, den man sich bei 3:0 erlauben darf.

Trieste hingegen blieb in seiner "BALANCED"-Taktik gefangen, was so viel heißt wie: man wollte alles und bekam nichts. Trainer Massimo Ferrini (der sich nach dem Spiel nur kurz äußerte) soll in der Kabine gesagt haben: "Wir müssen lernen, dass man auch Tore schießen darf." Ob das Zynismus oder Einsicht war, bleibt offen.

Nach dem Schlusspfiff blieb das Publikum noch lange, applaudierte der jungen Mannschaft, während Cerutti und Vegliaturo Arm in Arm vor der Kurve posierten. Zwei Namen, die man sich merken sollte.

Und irgendwo zwischen Jubel und Gelächter sagte ein älterer Fan mit einem Grinsen: "Wenn die so weitermachen, kommen bald Scouts aus der Serie B. Oder wenigstens aus Brescia."

Ein Abend, an dem alles passte - bis auf Trieste.

23.11.643993 02:21
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Toni Polster in der Halbzeitpause des Länderspiels Spanien gegen Österreich beim Spielstand von 5:0 (Endstand 9:0 für Spanien)
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